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München - Die AlpenVolleys Haching beantragen für die kommende VBL-Saison keine Lizenz mehr. Insgesamt verliert die Bundesliga in kürzester Zeit gleich drei Teams.

Hammer in der Volleyball-Bundesliga der Männer: Die HYPO TIROL AlpenVolleys Haching haben für die kommende Saison keine Lizenz mehr beantragt.

Damit endet das sportlich erfolgreich deutsch-österreichische Projekt nach drei Jahren - und die Bundesliga verliert nach dem bereits feststehenden Aus für den TV Rottenburg und dem Lizenzentzug für die insolventen HEITEC Volleys Eltmann binnen kürzester Zeit gleich drei Teams.

"Die Coronakrise ist nicht der einzige Grund für das Ende, hat jedoch schlussendlich trotzdem den Ausschlag gegeben. Seit Beginn der AlpenVolleys war es das Ziel, unser Budget um 30 Prozent - auf zwei Millionen Euro - zu steigern. Dies ist uns nicht gelungen", sagte AlpenVolleys-Geschäftsführer und -Förderer Hannes Kronthaler.

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"Aufgrund der Coronakrise ist es unwahrscheinlich, dass wir unser bisheriges Budget halten können. Unter diesen Rahmenbedingungen ist das Risiko zu groß, und ich kann es als verantwortungsvoller Unternehmer nicht eingehen."

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Nach der dritten Saison laufen bei dem Projekt die Sponsorenverträge aus, Neuverhandlungen gestalten sich wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise besonders auf deutscher Seite schwer.

Zuletzt zweimal im Playoff-Halbfinale

"Wir bedauern den Rückzug der AlpenVolleys Haching. Die Mannschaft war über drei Saisons eine sportliche Bereicherung für die Volleyball Bundesliga und fand über die Zeit auch bei den Fans immer größere Akzeptanz", sagte VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung. "Ich möchte mich bei allen Beteiligten, die dieses außergewöhnliche Projekt so erfolgreich gemacht haben, recht herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement bedanken."

Das Projekt spielt dank einer Wildcard seit drei Jahren in der VBL und trägt seine Heimspiele teils in Unterhaching und teils in Innsbruck aus. Zweimal erreichte das Team das Playoff-Halbfinale, auch in der aktuellen Saison lag das Team beim Abbruch auf Platz vier der Tabelle.

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Stammverein und Lizenznehmer TSV Unterhaching verzichtete darauf, ohne den Partner aus Österreich eine Mannschaft für die 1. Bundesliga zu melden.

"In der aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation ist es für den TSV Unterhaching nicht möglich, eine Mannschaft mit einem Etat für die 1. Bundesliga auszustatten", meinte Mihai Paduretu, Geschäftsführer der Hachinger. "Wir hoffen sehr, dass wir mit unserer jungen Mannschaft aus der 2. Bundesliga aufsteigen können, sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder stabilisiert hat."

Eltmann wird Lizenz entzogen

Die Lizenz für die 2. Bundesliga, in der bisher die zweite Mannschaft der AlpenVolleys spielte, bleibt erhalten - künftig wird die erste Mannschaft von Unterhaching in der 2. Bundesliga Süd antreten.

Neben den AlpenVolleys und dem bereits feststehenden Aus für den TV Rottenburg wurde auch dem insolventen HEITEC Volleys Eltmann die Lizenz entzogen.

Wie die VBL mitteilte, erfolgte der Lizenzentzug "unabhängig von der Corona-Pandemie".

"Das Aus von drei Teams trifft die 1. Bundesliga Männer natürlich hart", erklärte Geschäftsführer Jung. "Von den anderen Standorten haben wir bislang positive Signale erhalten. Wir können Stand heute davon ausgehen, dass wir - einschließlich des Nachwuchsprojekts VCO Berlin, das turnusgemäß in die Liga zurückkehrt - mit zehn Mannschaften in die Saison 2020/21 starten werden, sollten sich die Corona-bedingten Einschränkungen nicht noch länger als erwartet hinziehen."

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