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München - Bayerns Trainer Carlo Ancelotti sieht auch nach der Verletzung von Kingsley Coman keinen Grund, Neuzugänge zu fordern. Tatsächlich ginge es zur Not auch ohne Flügelspieler.

Sechs Spieler umfasst das Lazarett des  FC Bayern München derzeit, dazu kommen die angeschlagenen Thiago Alcantara und Xabi Alonso, die beim DFB-Pokalspiel bei Carl-Zeiss Jena (Freitag ab 20.30 in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) noch geschont werden.

Viel mehr Spieler sollten sich nicht mehr verletzen, vor allem auf den Flügeln ist nach der Knöchelverletzung von Kingsley Coman am Mittwoch der personelle Notstand ausgebrochen: Nur noch Franck Ribery ist einsatzfähig, und der ist momentan irgendwie notorisch rotgefährdet.

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Trotzdem: Für Trainer Carlo Ancelotti ist das alles kein Grund, in Panik zu verfallen oder gar Noteinkäufe von den Klubbossen zu verlangen.

"Die zwei, drei Wochen können wir abwarten"

"Ich habe immer gesagt, dass ich glücklich mit dieser Mannschaft bin. Wir brauchen keine neuen Spieler. Die Verletzungen, die wir momentan haben, sind nicht so schlimm. Die zwei, drei Wochen können wir abwarten", sagte Ancelotti am Donnerstag.

Deutlicher kann man jeglichen Transferspekulationen kein Ende setzen.

Okay, Coman wird mit seiner Verletzung am Bänderapparat länger als zwei Wochen ausfallen. Doch auch seine Blessur sei "nicht so schlimm, es ist keine größere Verletzung", so Ancelotti.

Kader nach Länderspielpause komplett?

"Wir hoffen, dass er bald zurückkehrt. Aber wir haben viele Spieler, die bald zurückkehren von ihren Verletzungen. Douglas Costa, Arjen Robben und Renato Sanches sollten bald zurückkehren. Vielleicht könnten Sanches und Costa sogar schon gegen Bremen spielen. Aber wir wollen es nicht überstürzen. Wir warten die Länderspielpause (29. August bis 4. September, Anm.d.Red.) ab."

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Ein Blick auf den Kader - und Ancelottis präferierte Spielsysteme - belegt: Bayern braucht tatsächlich keine weiteren Zugänge. Vor allem nicht auf den Flügeln.

Zur Not ohne Flügelspieler

Ribery, Robben, Coman und Costa sind wichtige Spieler für die Bayern, ihre Qualität im Eins-gegen-Eins ist überragend. Aber: In Ancelottis präferierten Spielsystemen geht es zur Not auch komplett ohne Flügelspieler.

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In der 4-3-3-Grundordnung kann Ancelotti im Mittelfeld wie im Supercup gegen Dortmund am Sonntag mit den drei zentralen Mittelfeldspielern Xabi Alonso, Thiago und Arturo Vidal agieren. Alonso etwas defensiver, die beiden anderen als Achter.

Sanches kann überall spielen

Außerdem kann Neuzugang Renato Sanches auf allen drei Mittelfeldpositionen spielen – und wird von Ancelotti wohl auch seine Einsatzchancen bekommen, sobald er wieder komplett fit ist. Auch Joshua Kimmich drängt in die Mannschaft.

Zur Not könnten auch Philipp Lahm und David Alaba ins Mittelfeld gezogen werden, Alaba sogar zum Linksaußen umfunktioniert werden.

In der Offensive sind momentan Thomas Müller rechts, Robert Lewandowski in der Mitte und Franck Ribery links gesetzt.

Aber: Sanches spielte bei der EM für Portugal auch schon als Rechtsaußen, das Eigengewächs Fabian Benko (18) ist ein offensiver Mittelfeldspieler, der ebenfalls auf beiden Flügeln eingesetzt werden kann.

Auch 4-4-2 möglich

Als Alternative böte sich noch das 4-4-2 an, das ohnehin als Ancelottis Lieblings-Grundordnung gilt.

Thomas Müller würde als hängende Spitze agieren, im Mittelfeld hätte Ancelotti dann die Qual der Wahl: Alle Mittelfeldspieler der Bayern sind schließlich polyvalent, technisch und taktisch auf höchstem Niveau ausgebildet. Jeder kann praktisch auf jeder Position spielen.

Wenn ein Stürmer ausfällt, wird's eng

Eng würde es eigentlich nur werden, sollte sich ein Stürmer oder noch ein Innenverteidiger verletzen - auf diesen Positionen sind die Münchner eher dünn besetzt.

Als echter Backup für Müller und Lewandowski steht eigentlich nur Julian Green bereit. Bei den Innenverteidigern sind zwei von vier - Holger Badstuber und Javi Martinez - ziemlich verletzungsanfällig, und auch Boateng ist gerade nicht zum ersten Mal verletzt.

Trotzdem: Bis zum Winter werden die Bayern es wohl tatsächlich mit dem aktuellen Kader durchziehen.

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