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In der Premier League kassiert Raymond van Barneveld zum Abschied eine Abreibung von Michael van Gerwen. Kurz darauf erklärt er seinen sofortigen Rücktritt.

An Tag neun der Premier League Darts in Rotterdam hat sich Raymond van Barneveld von der Darts-Bühne verabschiedet.

Diesen Hammer hat niemand kommen sehen: Der fünfmalige Weltmeister erklärte nämlich direkt nach der herben 1:7-Pleite gegen Weltmeister Michael van Gerwen seinen sofortigen Rücktritt. Ursprünglich hatte "Barney" die aktuelle Saison noch zu Ende spielen und bei der WM 2020 seinen großen Abschied geben wollen, nun jedoch der kurzfristige Entschluss. Ob ihn seine ernüchternde Leistung oder die unfassbare Atmosphäre in der niederländischen Heimat dazu bewog, ist Spekulation.

"Ich habe eine Entscheidung gefällt, ich bin fertig. Ich will den Schmerz nicht mehr. Es ist schön zu sehen, dass dich jeder liebt, aber die Leute haben keine Ahnung, was ich durchmache. Ich habe jede Woche Schmerzen - seit drei oder vier Jahren", sagte der 51-Jährige im Anschluss bei Sky UK, ohne genauer auf die Art seiner Beschwerden einzugehen.

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Manager bremst: Doch kein Rücktritt?

Allerdings bremste sein Manager Jaco van Bodegom seinen Schützling ein wenig ein. "Raymond hatte zwei sehr schwierige Abende und aus der Emotion heraus hat er gesagt, dass er sofort zurücktritt", schrieb er auf van Barnevelds offiziellem Twitter-Account.

Er habe allerdings mit Barney gesprochen. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass er sich ein paar Tage nimmt, um wieder klare Gedanken zu fassen und über die Zukunft nachzudenken", so van Bodegom: "Ich hoffe, dass jeder das versteht."

Die Fans im Rotterdamer "Ahoy" hatten van Barneveld, der vor dem Duell mit Tränen in den Augen seinen Weg auf die Bühne bestritt, trotz seiner schwachen Vorstellung gefeiert und ihm einen gebührenden Abschied bereitet. 

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Nachdem der Altmeister auch seine Partie gegen Daryl Gurney am ersten Tag des Doppelspieltags in Rotterdam klar und deutlich mit 1:7 verloren hatte, war er bereits sicher ausgeschieden und bestritt somit gegen Landsmann van Gerwen sein letztes Darts-Match. 

Barney mit schwacher Abschieds-Vorstellung

Nur knapp konnte die Legende dabei einem Whitewash entgehen. Van Gerwen ließ von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass er als Sieger vom Platz gehen würde. Der Weltmeister startete mit einem Break in die Partie und baute seine Führung gnadenlos auf 4:0 aus. 

Beim 4:1 schickte van Barneveld ein erstes Lebenszeichen und sicherte sich mit einem 40er-Finish sein erstes und letztes Leg in diesem Duell, nachdem MvG ein Highfinish bei einem Rest von 125 Punkten nur knapp verfehlte.

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Besonders mit seiner Checkoutquote von knapp 47 Prozent stellte Weltmeister van Gerwen seine Klasse unter Beweis. Van Barneveld enttäuschte mit einer Quote von nur 17 Prozent. Zudem gelang dem 51-Jährigen nur einmal die 180, während van Gerwen fünfmal die höchste Punktzahl erreichte.

Wade fertigt Bully Boy ab

Im letzten Spiel des Abend hat James Wade einen klaren 7:4-Sieg gegen Michael Smith gefeiert.

Bis zum 4:4 konnte sich keiner der Beiden absetzen, doch ab dem neunten Leg drehte Wade auf und gab kein Leg mehr ab. Seinen Erfolg unterstrich "The Machine" mit einer starken Checkout-Quote von 64 Prozent und einem 3-Dart-Average von 102.44. Aber auch der "Bully Boy" wusste mit einem Durchschnitt von 99.39 zu überzeugen.

In der Tabelle der Premier League Darts belegt Wade hinter dem Spitzenduo van Gerwen und Cross Platz drei. (SERVICE: Die Tabelle der Premier League Darts im SPORT1-Datencenter)

Cross feiert Comeback-Sieg

Rob Cross hat sich nach einem starken Comeback gegen Ersatzspieler Jeffrey de Zwaan durchgesetzt.

De Zwaan legte einen Traumstart hin: Mit einem Break setzte der Niederländer den ehemaligen Weltmeister direkt unter Druck und setzte in Leg zwei noch einen drauf. Erst beim Stand von 1:3 wachte "The Voltage" auf und startete zur Aufholjagd.

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Bis zum Stand von 6:3 gab Cross in der Folge kein Leg mehr ab und konnte am Ende einen souveränen 7:4-Sieg einfahren, obwohl de Zwaan sowohl beim 3-Dart-Average (96.93) als auch bei der Checkout-Quote (66 Prozent) die besseren Statistiken aufwies.

Price gewinnt Krimi gegen Wright

Gerwyn Price und Peter Wright haben sich einen wahren Krimi geliefert.

Am Ende setzte sich "Bad Boy" Price mit 7:5 gegen seinen schottischen Gegner durch. Bis zum 5:5 nach Legs kämpften die beiden Darts-Profis auf Augenhöhe. Dann gelang Price mit dem Break zum 6:5 schon fast die Vorentscheidung. Bei eigenem Aufschlag legte der ehemalige Rugbyspieler einen starken Start in das entscheidende Leg hin und setzte Wright mit einer 177 unter Druck.

Zwar bekam "Snakebite" bei einem Rest von 62 Punkten noch die Chance zum Ausgleich, verpasste aber die Doppel-Acht und lieferte Price somit die Möglichkeit, die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden. 

Beim 3-Dart-Average hatte Price mit 94.58 die Nase vorn. Wrights Wert lag in dieser Disziplin bei 88.16. Die deutlich bessere Checkout-Quote konnte Wright nicht retten.

Gurney lässt Suljovic keine Chance

Im ersten Match zeigte Daryl Gurney eine starke Leistung.

Gegen den Österreicher Mensur Suljovic setzte sich "Superchin" deutlich mit 7:3 durch. Gurneys 3-Dart-Average von 98.57 stand ein Wert von 92.38 des Österreichers gegenüber. Sechsmal gelang dem Iren die höchste Punktzahl, während Suljovic nur dreimal die 180 warf. (Die Spitznamen der Dartspieler)

Bis zum 2:2 nach Legs entwickelte sich ein spannendes Duell. Nach eigenem Aufschlag startete Gurney mit dem nächsten Leg-Gewinn einen richtigen Lauf und setzte sich bis auf 5:2 ab. Beim 5:3 meldete sich Suljovic zwar noch einmal zurück, die Niederlage konnte "The Gentle" aber nicht mehr verhindern.

Die Spiele im Überblick:

Gurney - Suljovic 7:3
Wright - Price 5:7
Cross - de Zwaan 7:4
van Barneveld - van Gerwen 1:7
Wade - Smith 7:4

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