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Der EHC Red Bull München steht als erste deutsche Mannschaft im CHL-Finale. Dort warten die Frölunda Indians, zweimaliger Sieger. Es geht um Geschichte.

Es ist Zeit, um Sport-Geschichte zu schreiben: Wenn der EHC Red Bull München am Dienstag bei den Frölunda Indians (CHL-Finale: Frölunda Indians - EHC Red Bull München ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, Livestream und Ticker) antritt, ist ein Teil jener Geschichte bereits geschrieben. Erstmals steht eine deutsche Mannschaft im Finale der Champions Hockey League und greift nach der europäischen Krone.

Aus einer einfach erzählten Geschichte wurde Historie und bekam den Kern des Novums. Doch München ist bereit, noch einen draufzulegen. Das Team von Trainer Don Jackson will den Titel. In Göteborg, im Scandinavium, der Heimstätte der Indians, die für ihre intensive Stimmung bekannt ist.

Reindl: "Riesen-Schritt fürs deutsche Eishockey"

Die Münchner müssen auswärts ran, weil sie auf dem Weg ins Finale weniger erfolgreich waren als Frölunda. Eine Regel und ein Umstand, die die Hoffnung auf den Triumph aber keineswegs schmälern - hat der EHC in dieser Saison doch vor allem auf fremden Eis geglänzt. Und München brennt auf sein erstes Finale und hat durchaus Chancen auf den Titel - davon sind einige überzeugt. (CHL-Spielplan)

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"München hat hervorragend gespielt auf internationalem Niveau. Ich glaube, dass München vom gesamten Charakter und Stimmungsbild her Möglichkeiten hat, in Göteborg zu gewinnen", sagte Franz Reindl, Präsident des DEB, auf dem Ball des Sports in Wiesbaden zu SPORT1. "Es ist ein Riesen-Schritt fürs deutsche Eishockey. Wenn eine deutsche Mannschaft so weit kommt, mit so vielen deutschen Spielern, mit erfahrenen und jungen, dann ist das ein Highlight für das deutsche Eishockey."

Reindl ist nicht der Einzige, der ins Schwärmen kam. "Das ist eine ganz tolle Sache, dass man auch international so einen Erfolg feiern kann", sagte Christian Ehrhoff, einstiger Konkurrent Münchens in der DEL, zu SPORT1. Der ehemalige Nationalspieler hofft, dass der Titel nach Deutschland komme.

Frölunda erfahren

Bei aller Euphorie gilt es dennoch zu warnen. Denn mit Frölunda wartet die wohl größte Herausforderung der Saison. Die erfahrenen Schweden, trainiert vom Roger Rönnberg, stehen bereits zum vierten Mal im Finale der Eishockey-Königsklasse, dabei konnte der schwedische Topklub bereits zweimal (2016 und 2017) die begehrte Trophäe gewinnen. Punkte, die eindeutig für die Indians sprechen.

Dem gegenüber sind die starken Leistungen der Münchner innerhalb dieser Saison zu werten. Mit den Malmö Redhawks und dem EC Red Bull Salzburg warf man bereits zwei europäische Schwergewichte aus dem Wettbewerb. Jenem Halbfinal-Sieg über Salzburg kam dabei eine besondere Bedeutung zu, war es doch der Sieg über den Schwester-Klub aus Österreich. Zugleich war bereits der Einzug ins Halbfinale historisch. Nie war ein deutsches Team in der CHL so weit gekommen.

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Besonders motiviert wird derweil Michael Wolf beim Finale auflaufen: Der 38 Jahre alte DEL-Rekordtorschütze und Kapitän der Münchner wird seine Profi-Karriere nach dieser Saison beenden und würde sich nur allzu gerne mit dem ersten CHL-Titel eines deutschen Teams in den Ruhestand verabschieden.

Lundqvist gefährlich für München

Um das zu erreichen, müssen Wolf und seine Teamkollegen auf Seiten der Indians vor allem Ryan Lasch in den Griff bekommen. Der US-Boy ist mit 17 Assists und vier Toren der herausragende Topscorer der aktuellen CHL-Saison.

Ein weiterer prominenter Name beim Finalgegner ist Joel Lundqvist, der mit einigen Münchnern noch eine Rechnung offen hat: Als Kapitän der schwedischen Nationalmannschaft verlor der Routinier im Viertelfinale der Olympischen Spiele vor einem Jahr überraschend mit 3:4 gegen das DEB-Team, bei dem unter anderem die Münchner Yannic Seidenberg, Patrick Hager, Frank Mauer und Goalie Danny aus den Birken im Einsatz waren.

Die vier werden alles geben, um Lundqvist ein weiteres Mal zu ärgern. Denn es ist Zeit für Geschichte.

Für große Geschichte.

So können Sie Frölunda Indians gegen EHC Red Bull München LIVE verfolgen:

TV: SPORT1
Stream: SPORT1.de
Ticker: SPORT1.de

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