Basler: So lief der Meyer-Poker wirklich
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Gelsenkirchen - Mittelfeldspieler Max Meyer reagiert nach der geplatzten Vertragsverlängerung mit Schalke 04 auf die Kritik der Bosse - und erklärt seine Sicht der Dinge.

Jetzt läuft es auf eine hässliche Trennung zwischen Max Meyer und Schalke 04 hinaus: im Zwist über die gescheiterte Vertragsverlängerung legte Meyer nun seine Sicht der Dinge dar und erhob dabei schwere Vorwürfe gegen Sportvorstand Christian Heidel.

"Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten", sagte Meyer in der Bild. "Darum geht es!"

Der 22-Jährige verurteilte zudem das generelle Verhalten der Schalker Verantwortlichen ihm gegenüber: "In letzter Zeit fühlt sich das für mich alles nur noch wie Mobbing an."

Er habe seit dem Amtsantritt von Heidel 2016 das Gefühl gehabt, bei Königsblau nicht mehr erwünscht zu sein. "Für mich stellt sich die Situation so dar, dass mir Herr Heidel vom ersten Tag an gesagt hat, ich könne gehen. Das, was war, würde nicht zählen. Die Nationalelf schon gar nicht", so Meyer.

"Ich war nicht mehr erwünscht. Ich sollte verkauft werden", führte Meyer weiter aus. "Als ich da nicht mitgemacht habe, sollte ich verlängern." Und weiter: Nachdem er ein entsprechendes Angebot aber abgelehnt habe, sei Trainer Domenico Tedesco zu ihm gekommen und habe gesagt, dass er "mir keine Hoffnung auf viel Spielzeit macht".

Meyer fliegt bei Schalke raus

"Sauerei von Tönnies"

Schalke hatte dem Mittelfeldspieler einen Vierjahresvertrag mit bis zu 5,5 Millionen Euro Gehalt angeboten, Meyer lehnte ab und verlässt S04 im Sommer ablösefrei.

"Mir ging es nie ums Geld", beteuerte Meyer, "sonst hätte ich ja das zweite verbesserte Angebot angenommen. Deshalb finde ich es auch eine Sauerei von Clemens Tönnies, es im TV so hinzustellen, als ob es mir nur um Geld ginge."

Der Schalker Klubboss hatte in der vergangenen Woche bei Sky über Meyer und Leon Goretzka, der ebenfalls ablösefrei zu Bayern München wechselt, gesagt: "Der Zug des Geldes hat die Emotionen überholt."

Altintop verteidigt Meyer und Goretzka gegen Tönnies-Kritik

Meyer bestreitet Verletzung

In der laufenden Saison war Meyer lange Zeit Stammspieler auf der Sechserposition, zuletzt saß er aber viermal 90 Minuten auf der Bank.

Meyer beteuerte zudem erneut, dass er im vergangenen Liga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (1:1) nicht wegen einer Verletzung gefehlt habe, wie der Klub zum Wochenende vermeldet hatte. 
"Ich hatte am Mittwoch einen Schlag abbekommen, aber schon am Abend dem Arzt gesagt, dass ich trainieren könne", widersprach Meyer. Das hätte er auch Trainer Tedesco mitgeteilt.

Widersprüchliche Darstellung von Meyers Fehlen in Gladbach

Doch dieser habe ihm vor dem Training gesagt, er "solle drin bleiben und bis Montag mit dem Training warten".

Meyer aber hätte "seit Donnerstag zur Verfügung gestanden". Nach Informationen der Sport-Bild stellte sich die Situation anders dar. Und zwar habe der Mittelfeldspieler Tedesco vor dem Gladbach-Spiel mitgeteilt, er habe "mit Schalke abgeschlossen", als der Coach wissen wollte, was mit ihm los sei.

Daraufhin habe Tedesco Heidel gebeten, sich des Themas anzunehmen. Einen Gesprächstermin am Sonntag habe Meyer aber abgesagt.

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