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München - Vor dem Achtelfinal-Rückspiel zu Hause gegen den FC Liverpool muss Trainer Niko Kovac die Mannschaft verändern. Hasan Salihamidzic macht deutlich, wie wichtig die Partie ist.

Bastel-Alarm beim FC Bayern.

Vor dem bislang wichtigsten Spiel der Saison, dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Liverpool (Mi. ab 21 Uhr im LIVETICKER, Hinspiel 0:0), hat Trainer Niko Kovac schwierige Personalentscheidungen zu fällen.

Fakt ist, dass Rechtsverteidiger Joshua Kimmich (Gelb-Sperre) und Offensiv-Allrounder Thomas Müller (Rot-Sperre) gegen die Reds fehlen werden.

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Als Kimmich-Ersatz steht Rafinha bereit. Der Brasilianer agierte zuletzt als solider Linksverteidiger für den verletzten David Alaba (Sehnenreizung). Der Österreicher ist aber wieder fit und kündigte seine Rückkehr am Mittwoch bei SPORT1 bereits am Samstag an. 

Muss Süle auf die Bank?

Knifflig wird es für Kovac in der Innenverteidigung. Niklas Süle wurde von seinem Trainer Ende Januar zum Stammspieler erklärt. Mats Hummels behauptete den Platz neben ihm durch starke Leistungen. Gegen Wolfsburg (6:0) bot Kovac jedoch Jerome Boateng und Mats Hummels in der Abwehrzentrale auf.

Beide spielten ordentlich. Kovac betonte, dies nicht aus Mitleid getan zu haben, weil sie, wie Müller, zuvor von Bundestrainer Joachim Löw aus der Nationalelf verbannt wurden. Es seien sportliche Gründe gewesen, so Kovac. Sportdirektor Hasan Salihamidzic erklärte ihre Aufstellung am Samstag auf SPORT1-Nachfrage damit, dass die beiden "gute Spieler" seien und sie Kovac "sowieso spielen lassen" wollte. Um sie für Liverpool zu testen?

Süle jedenfalls, der im Hinspiel neben Hummels eine Top-Leistung abrief und gegen Wolfsburg nicht zum Einsatz kam, wollte sich nach Spielende nicht dazu äußern, ob er Mittwoch von Beginn an spielen werde. Jedoch machte der 23-Jährige klar, dass der Kracher gegen die Reds solche Spiele seien, für die man Profi geworden sei.

Was für Süle und gegen Boateng spricht, ist die Geschwindigkeit. Möglich ist, dass Boateng auf die Bank muss, zumal er in den Vorwochen nicht immer fehlerfrei blieb. Oder setzt Kovac einmal mehr darauf, dass es Boateng und Hummels vor allem Löw beweisen wollen, immer noch Topleistungen auf allerhöchstem Niveau abrufen zu können? Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich ist auch, dass Kovac das Angebot von Boateng annimmt, ihn als Rechtsverteidiger aufzubieten. "Ich hätte damit kein Problem", sagte der 30-Jährige dem kicker. "Wenn ich der Mannschaft auf dieser Position helfen kann, bin ich bereit".  

Goretzka bleibt nur die offensive Rolle

Im defensiven Mittelfeld wird Kovac wohl erneut auf die Spanien-Fraktion um Thiago und den defensiv orientierten Javi Martinez setzen.

Die Frage ist, ob Leon Goretzka in die Startelf zurückkehrt. Kurzfristig musste er im Hinspiel verletzungsbedingt passen, Martinez rutschte für ihn rein und behauptet sich seitdem auf der Sechs. Für Goretzka bliebe am Mittwoch die offensivere Position im Mittelfeld, wenn Spielmacher James dafür auf die Außenbahn weichen würde.

Gegen Wolfsburg gab ihm Kovac jedenfalls Spielpraxis und brachte ihn nach 55 Minuten für Martinez, nachdem Goretzka zuvor gegen Borussia Mönchengladbach (5:1) wegen Problemen am Sprunggelenk ausfiel.

"Mir war wichtig, dass ich ein paar Minuten hatte. Das war auch so abgesprochen. Das war auch die richtige Länge. Ich bin bereit für Mittwoch", sagte Goretzka anschließend selbstbewusst.

Auf der Außenbahn ist nur der Startelfeinsatz von Serge Gnabry sicher. Für den zweiten Platz bot sich Franck Ribery eindrucksvoll an. Gegen Wolfsburg sorgte der 35-Jährige für einen Bundesliga-Rekord, indem er nach seiner Einwechslung in nur neun Minuten drei Tore vorbereitete.

Auch Kingsley Coman träumt weiterhin von einem Einsatz. Der Franzose zog sich vor zwei Wochen erst einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zu, absolvierte aber am Sonntag einen Großteil des Mannschaftstrainings. Sollte er rechtzeitig fit werden, dürfte Coman aber nicht über die Joker-Rolle hinauskommen, denn Experimente kann sich Kovac gegen Liverpool nicht erlauben.

Salihamidzic deutlich: "Ein Weiterkommen würde uns allen guttun. Es ist schon ein sehr wichtiges Spiel."

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