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The Rock wurde bei den Survivor Series 1998 erstmals WWE-Champion - mit Hilfe von Vince (l.) und Shane McMahon
The Rock wurde bei den Survivor Series 1998 erstmals WWE-Champion - mit Hilfe von Vince (l.) und Shane McMahon © WWE
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München - Am 15. November 1998 machte die Wrestling-Liga WWE Dwayne "The Rock" Johnson erstmals zum Champion - und ebnete den Weg für eine unglaubliche Karriere.

Er ist der am zweitbesten bezahlte Hollywood-Schauspieler hinter George Clooney, 124 Millionen Dollar soll er in diesem Jahr verdient haben, 121 Millionen Menschen folgen ihm auf Instagram.

Dwayne "The Rock" Johnson war der "Sexiest Man Alive", er ist ein Weltstar - was er wohl nicht geworden wäre ohne seine Erstkarriere, die am 15. November 1998 ihren ersten großen Höhepunkt erreichte.

An diesem Tag machte die Wrestling-Liga WWE den damals 26-Jährigen zum ersten Mal zum Champion und ebnete ihm damit den Weg zu einem noch nie da gewesenen Superstar-Ruhm.

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WWE-Star in dritter Generation

Die damalige WWF hatte Johnson erst zwei Jahre zuvor verpflichtet, die ehemalige College-Football-Hoffnung war ein Neuling im Showkampf-Geschäft, aber ein großes Versprechen. Als Enkel des amerikanisch-samoanischen Wrestling-Stars Peter Maivia und Sohn des früheren Tag-Team-Champions Rocky Johnson war er der erste WWE-Wrestler der dritten Generation und wurde von Beginn an als potenzieller Superstar der Zukunft präsentiert.

Zu Beginn stieß Rocky Maivia - wie er sich damals in Anlehnung an seine Ahnen nannte - bei vielen Fans auf Ablehnung, sein Charakter kam als zu glatt und unausgereift herüber. Einige besonders bösartige Zuschauer dachten sich für Maivia gar den Schmähruf "Die, Rocky, die!" ("Stirb, Rocky, stirb!") aus.

Der Erfolg stellte sich ein, als Johnson den Fan-Hass kanalisierte und zum selbstverliebten Bösewicht wurde: "The Rock" war geboren.

The Rock wurde zum Wrestling-Phänomen

Johnson nahm schon damals neben Wrestling- auch Schauspiel-Unterricht, um seinen Showcharakter zu voller Blüte zu bringen. Seine Promo-Ansprachen - kongenial erdacht vom langjährigen WWE-Autor Brian Gewirtz - sprühten vor Witz und Kreativität, auch sein Gesten- und Mienenspiel war brillant, mit einer einzigen Bewegung seiner Augenbraue ("The People's Eyebrow") vermochte er mehr auszudrücken als andere mit ihrem ganzen Körper.

Bei der Großveranstaltung Survivor Series 1998 schlug dann seine große Stunde: Der damals vakante WWF World Title wurde in einem Turnier neu ausgefochten. Unter den Teilnehmern: "Stone Cold" Steve Austin, der Undertaker, Kane, UFC-Legende Ken Shamrock - und The Rock, der die Fan-Herzen mittlerweile vollends erobert hatte.

Die WWF-Bosse ließen The Rock bis ins Finale vordringen, wo er auf "Mankind" Mick Foley traf - ein Match, das am Ende eine überraschende Wendung nahm.

Große Fehde gegen "Stone Cold" Steve Austin

WWF-Chef Vince McMahon ließ den Kampf abläuten, als The Rock Mankind gerade im Aufgabegriff Sharpshooter hatte, eine Anspielung auf den berühmten "Montreal Screwjob", mit dem McMahon im Jahr zuvor die reale Matchabsprache mit seinem scheidenden Champion Bret Hart brach.

The Rock tat erst verdutzt, dann zeigte sich, dass er mit McMahon und dessen Sohn Shane unter einer Decke steckte: Er attackierte Mankind und feierte mit den McMahons. Der selbst erklärte "People's Champion" erwies sich als falsche Schlange, als böser "Corporate Champion" von Gnaden der McMahons wurde er zum Anführer der Schurkengruppierung "The Corporation". Die Show endete damit, dass der zuvor von den McMahons um die Finalteilnahme betrogene Publikumsliebling Steve Austin The Rock attackierte.

Die (schon ein Jahr vorher gestartete) Fehde zwischen Austin und Rock sollte die kommenden WWE-Jahre prägen, die von den beiden angeführte "Attitude Era" war eine goldene Zeit für Wrestling-Fans. The Rock war recht bald auch wieder Publikumsliebling, die Fans liebten ihn mittlerweile viel zu sehr, um ihn noch zu hassen.

Auch Rockys Zusammenspiel mit dem unterlegenen Finalgegner Mankind blieb auf Dauer im Gedächtnis: Die beiden führten erst eine brutale Rivalität, dann verbündeten sie sich zur "Rock and Sock Connection", einem der unterhaltsamsten Teams der Liga-Geschichte.

Hollywood rief - Dwayne Johnson folgte

Bald darauf wurde die Filmbranche auf die Qualitäten des "Most Electrifying Man in Sports Entertainment" aufmerksam, er bekam eine Nebenrolle im Film "Die Mumie" und den Hauptpart in dem Ableger "The Scorpion King".

Der Erfolg war so überwältigend, dass Johnson seine Karriere bei WWE 2004 auf Eis legte und sich nur noch der Schauspielerei widmete, erst 2011 kam er für zwei große WrestleMania-Matches gegen John Cena zurück, der ihn als Topstar von WWE beerbte - und ihm mittlerweile nach Hollywood gefolgt ist.

Ein solches Phänomen wie "The Rock" wird aber wohl weder die Wrestling- noch die Filmbranche je wieder erleben.

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