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Darts-WM verpasst: Steht Suljovic vor dem Abgang?

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Darts-WM verpasst: Steht Suljovic vor dem Abgang?

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Darts-Größe vor dem Abgang?

Bei der anstehenden Darts-WM wird mit Mensur Suljovic einer der großen Namen des Sports fehlen. Der Österreicher befindet sich in der größten sportlichen Krise seiner Karriere.
Mensur Suljovic muss sich trotz bockstarker Vorstellung Michael van Gerwen geschlagen geben. Die besondere Klasse des Niederländers trotz schwerer Momente ärgert "The Gentle".
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Wenn Mitte Dezember im Alexandra Palace die Darts-Star um den begehrten WM-Pokal (alle Spiele live bei SPORT1) kämpfen, wird ein Mann fehlen, der eigentlich zum festen Inventar gehört.

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Mensur Suljovic wird erstmals seit 2012 nicht nach London reisen, sondern muss das Turnier in diesem Jahr von der Couch aus verfolgen. Seine letzte Chance beim Tour Card Holder Qualifier ließ er ungenutzt.

Der Österreicher verlor in der zweiten Runde mit 4:6 gegen seinen Landsmann Rusty-Jake Rodriguez, der sich eins der vier begehrten WM-Tickets sichern konnte. Dabei spielte „The Gentle“ nur einen Drei-Dart-Average von 89,86 Punkten.

Suljovic auf absteigendem Ast

Damit ist Suljovic nun am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen, die so viele Glanzleistungen wie eine Teilnahme an der Premier League aufweist.

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Schon länger befindet er sich auf dem absteigenden Ast. „Meine beste Zeit liegt drei Jahre und weiter zurück. Der Druck auf mich hat zugenommen“, meinte er bereits im vergangenen Jahr zur Welt.

Den bislang letzten seiner insgesamt sieben Turniersiege feierte er 2019, als er die 26. Players Championship in Barnsley für sich entscheiden konnte. Mit Platz sechs in der Premier League, dem Viertelfinaleinzug beim World Cup of Darts und dem knappen Verpassen des Endspiels bei den World Series of Darts Finals setzte er in jenem Kalenderjahr weitere Ausrufezeichen.

Doch nach den engen Endspielniederlagen beim World Cup of Darts und der Gibraltar Darts Trophy 2021 hängt der gebürtige Serbe immer mehr durch. Nur vereinzelt konnte er in der Folge noch Siege auf der Tour sammeln. Der Einzug in die dritte Runde bei der vergangenen WM war für viele Experten damals eine große Überraschung.

„Ich werde im nächsten Jahr so viel spielen wie noch nie, keinen Urlaub machen, die Ferien fallen aus. Ich werde jedes Turnier spielen, alles mitnehmen. Die Top 16 noch einmal zu erreichen, wird zwar unglaublich schwierig, aber die Top 32 sind mein Ziel“, kündigte er vor seiner Niederlage gegen Michael van Gerwen bei der vergangenen WM an.

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Enttäuschende Saison für Suljovic

Diesen großen Worten ließ der 51-Jährige allerdings keine Taten folgen. Bei den Players Championship Events schied er bei 28 Auftritten insgesamt 18-mal in der ersten Runde aus und verpasste somit auch die Finals. „Ich bin mit meinem Score immer zufrieden gewesen, aber es gab immer irgendeinen Spieler, der halt besser war“, schilderte er jüngst dem Kurier.

Diese Niederlagenserie wurde ihm im doppelten Sinne zum Verhängnis. Er rutschte in der Weltrangliste ab und war so für viele Turniere auf der European Tour nicht qualifiziert. Lediglich in seiner österreichischen Heimat durfte er dank einer Wildcard an den Start gehen - und schaffte es prompt bis ins Viertelfinale, wo er knapp mit 4:6 an Josh Rock scheiterte.

Statt der großen Turniere spielte er daher vermehrt in Österreich - und ließ sich auch in der Darts-Bundesliga blicken. Dort spielt er für den Karlsruher SC, bei dem auch andere Top-Spieler wie Dragutin Horvat oder Rowby-John Rodriguez spielen. Am ersten Spieltag konnte Suljovic dabei seine beiden Duelle gewinnen.

International findet sich Suljovic mittlerweile auf Position 50 der Order of Merit wieder. Zum Vergleich: Vor genau einem Jahr stand er noch auf Platz 30 und hatte daher zunächst ein Freilos bei der WM. Doch nun ist er erstmals seit eineinhalb Jahrzehnten nicht mehr der beste Österreicher in der Weltrangliste, ebenjener Rodriguez hat ihn mittlerweile überholt.

Wegen Corona-Impfung: Suljovic mit bösem Verdacht

Einen Grund für die Schwäche in den vergangenen Jahren hat die einstige Nummer fünf der Welt bereits ausgemacht. „Meine Corona-Impfung hat mir in den vergangenen eineinhalb Jahren die Karriere zerstört“, meinte er im Dezember 2022.

So habe er nicht mehr in dem Maße trainieren können wie sonst. Statt stundenlanger Trainingseinheiten stand er teilweise nur wenige Minuten am Board. Sein Körper schmerzte, selbst das Aufstehen aus dem Bett fiel ihm schwer.

Bereits damals plagte er sich mit Rücktrittsgedanken, denn auch nach der zweiten und dritten Impfung „ist es nicht besser geworden“. Dementsprechend „hatte ich meiner Frau sogar schon gesagt, dass ich es tun werde“.

Letztendlich entschied er sich aber doch dagegen, denn er hat in seiner Karriere bereits bewiesen, dass er mit körperlichen Problemen umgehen kann. So überstand er eine komplizierte Dartitis-Erkrankung - normalerweise ein Todesurteil für die sportliche Laufbahn.

Dabei ist es noch nicht so lange her, dass Suljovic wieder „Angst vor Dartitis“ hatte. Bei seinem WM-Auftritt gegen Gary Anderson im Dezember 2020 wackelte er enorm bei seiner Wurfbewegung. „Das war so ein schlechtes Spiel“, meinte er damals, als er seine Angst offenbarte. Der Verdacht erhärtete sich bei ihm nicht, wenngleich er in Folge nicht mehr an seine Top-Form herankam.

Beendet Suljovic seine Karriere?

Nach der verpassten WM-Qualifikation wird er sich nun wohl mit der Frage beschäftigen, wie es für ihn weitergeht. Mit seinen 50 Jahren befindet er sich bereits im Herbst seiner Karriere.

Zudem hat sich der Wahl-Österreicher, der seine Social-Media-Aktivitäten mittlerweile komplett heruntergefahren hat, mit seiner Kneipe „The Gentle“ in Wien bereits ein zweites Standbein aufgebaut - vielleicht Grund genug, um die Karriere bald endgültig zu beenden.