Luke Littler krönt sich mit einem 7:1 im Finale gegen Gian van Veen im Alter von nur 18 Jahren zum zweiten Mal zum Darts-Weltmeister. Er ist der erste Spieler der Geschichte, der eine Million Pfund Preisgeld bei einem einzelnen Turnier gewinnt.
Luke Littler ist Segen und Problem zugleich - SPORT1-Kommentar
Littler: Segen und Problem zugleich
Das Erschreckende bei seiner Titelverteidigung ist aber: Littler wirkte währenddessen phasenweise geradezu gelangweilt. Denn Siegen ist kaum mehr genug, er setzt andere Maßstäbe.
Darts-WM: Bricht Luke Littler alle Rekorde?
Am Ende steht die höchste Doppelquote, die ein Weltmeister jemals über den gesamten Turnierverlauf hinweg spielte. Nur vier verlorene Sätze in sieben Spielen. Und der Ballon d’Art für die meisten 180er wandert selbstverständlich mit 73 Stück auch in Littlers Hände.
Nicht einmal das Kollektiv aus der spielerischen Stärke seiner Gegner und dem überbordenden Erwartungsdruck scheint dem Wunderjungen gewachsen. Littler könnte bis zum 4. Oktober nicht ein Spiel mehr absolvieren – und wäre trotzdem noch die Nummer eins der Welt. Es ist eine schier unglaubliche Dominanz.
Selbst Luke Humphries stand nachts nach seinem verlorenen Viertelfinale vor dem Spielerhotel im Londoner Stadtteil Islington und sagte mir: „Jetzt ist es vorbei. Ihn schlägt keiner.“
Auch van Veen konnte nur noch Respekt zollen. Das sind wohlgemerkt die Nummer zwei und nun drei der Welt.
Und genau hier liegt das Problem: Littler ist ein Segen für den Sport. Und gleichwohl ein Problem.
Littler hebt den Dartsport in neue Sphären
Denn klar: Littler lässt den Sport in unermessliche Höhen schießen.
Im Februar unterzeichneten SkyUK und die PDC einen neuen TV-Vertrag für sechs Major-Turniere über fünf Jahre hinweg, das Finanzvolumen liegt bei wohl rund 125 Millionen Pfund. PDC-Urgestein Barry Hearn will dem Weltmeister in zehn Jahren zehn Millionen Pfund zahlen können.
Und auch SPORT1 verzeichnet konstant Rekord-Einschaltquoten. Ohne Littler wäre all das wohl nicht vorstellbar.
Er verschiebt die Sportart in den Mainstream und ist nicht mehr nur als Dartspieler bekannt. Auch nicht nur als Sportler. Sondern vielmehr als Person.
Littler legt sich mit den Fans im Ally Pally an
Doch hier liegt auch der Knackpunkt. Wie soll ein 18-Jähriger mit diesem Ruhm umgehen? Anflüge von Arroganz sind nicht weit.
Littler ließ Medienvertreter auf den Pressekonferenzen teils warten, um sein Handyspiel noch zu beenden. Es ist nicht immer die feine englische Art.
Vater Anthony, Mutter Lisa und Freundin Faith versuchen zwar unentwegt, ihn zu erden. Den immensen strahlenden Lichtkegel auf ihn zu dimmen. Doch manchmal ist das eben nicht mehr möglich.
Luke Littler ist ein Weltstar. Deshalb gilt nur noch der Appell: Bitte macht diese Ausnahmeerscheinung nicht kaputt!