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Darts-WM: Machtdemonstration! Littler erster WM-Millionär

Littler stürmt zur Titel-Million

Luke Littler triumphiert zum zweiten Mal in Serie bei der Darts-WM. Der Überflieger aus England dominiert das jüngste Finale der Geschichte nach Belieben. Allmählich gehen die Superlative aus.
Luke Littler krönt sich im Ally Pally auch 2026 zum Weltmeister und schlägt Gian van Veen in beeindruckender Art und Weise. Littler verteidigt damit seinen Titel.
Luke Littler triumphiert zum zweiten Mal in Serie bei der Darts-WM. Der Überflieger aus England dominiert das jüngste Finale der Geschichte nach Belieben. Allmählich gehen die Superlative aus.

Dieser Junge ist einfach unglaublich! Das 18 Jahre alte Wunderkind Luke Littler hat es schon wieder getan und seinen Titel bei der Darts-WM verteidigt.

Im jüngsten WM-Finale der Geschichte setzte sich Littler mit 7:1 in Sätzen gegen den 23 Jahre alten Gian van Veen aus den Niederlanden durch. Littler, der bereits sein drittes WM-Finale in Folge spielte und damit den geteilten Rekord von Phil Taylor (14-maliger PDC-Weltmeister), Dennis Priestley und Gary Anderson (zweimaliger PDC-Weltmeister) einstellte, war einfach nicht zu stoppen und holte zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere die Sid-Waddell-Trophy.

Pure Erleichterung bei Luke Littler

Nach Taylor, Adrian Lewis und Anderson ist Littler erst der vierte Spieler, der den WM-Titel erfolgreich verteidigte und zugleich der jüngste, dem dies gelang. Im vergangenen Jahr war „The Nuke“ im Alter von 17 Jahren bereits zum jüngsten Weltmeister aufgestiegen. Mit dem Gewinn des Millionen-Jackpots, des ersten in der WM-Geschichte, wird Littler die PDC Order of Merit für eine lange Zeit anführen.

„Ich bin total erleichtert, dass ich mich durchgesetzt habe. Ich kann es kaum erwarten, heute Abend zu feiern“, sagte Littler im Interview bei SPORT1.

Junioren-Weltmeister van Veen verpasste es hingegen, zum ersten Spieler aufzusteigen, der sich gleichzeitig Junioren- und Erwachsenen-Weltmeister nennen darf. Durch seine Finalteilnahme steigt van Veen am Montag immerhin zur neuen niederländischen Nummer eins auf. Drei der letzten vier Duelle zwischen den beiden Youngstern hatte „The Giant“ noch gewonnen, aber am Samstagabend war gegen Littler kein Kraut gewachsen.

Darts-WM: Nervöser Beginn - Littler patzt

Van Veen erwischte den besseren Start und startete mit einem 116er Highfinish in die Partie. Der Niederländer sicherte sich den Satz im Decider, in dem beide Spieler einige Darts auf die Doppel ausließen.

Littler patzte zudem bei 81 Punkten Rest und warf den ersten Dart in die Single-3. Nachdem der zweite Dart in der Single-18 gelandet war, war kein Finish mehr möglich. „Der erste Dart war richtig, richtig schlecht“, sagte SPORT1-Experte Robert Marijanovic.

Leicht frustriert ging Littler in der ersten Pause von der Bühne. „Das ist auch für ihn kein gewöhnliches Spiel. Back-to-back World Champion. Das ist vielleicht das erste Mal, dass er hier richtig Druck verspürt“, fügte Marijanovic hinzu.

„Ich glaube, ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, diesen Satz zu gewinnen. Jeder weiß, dass ich den ersten Satz gewinnen und einen guten Start hinlegen will, aber es sollte nicht sein“, erklärte Littler bei SPORT1.

Auch in den zweiten Satz startete van Veen mit einem Highlight. Über Triple-20, Triple-19 und Doppel-14 checkte er 145 Punkte. Mit einem 127er Highfinish im zweiten Leg ließ der Niederländer prompt das nächste starke Checkout folgen. Doch Littler gewann die nächsten drei Legs in Folge und damit auch den Satz. Als der Engländer zum 2:2 in Legs ausglich, zuckte er noch mit den Schultern, im Decider spielte auch er dann sein erstes Highfinish (116 Punkte).

„Es hätte 2:0 für Gian stehen können, aber er hat die Doppel-8 verfehlt. Das hätte das Spiel wirklich grundlegend verändern können“, meinte Littler.

Littler mit dem Big Fish - Fans im Ally Pally begeistert

Im Londoner Alexandra Palace war es in den ersten Sätzen auffällig ruhig, auch den Fans war die Anspannung anzumerken. Doch als Littler im dritten Satz den Big Fish - das mit 170 Punkten größtmögliche Finish im Darts - zum Satzgewinn (3:1) spielte, tobte die Menge. Littler machte die Angelgeste und im Publikum wurden „There‘s only one Luke Littler“-Gesänge angestimmt. „Spätestens jetzt ist er voll da“, sagte SPORT1-Kommentator Basti Schwele.

Littler gewann auch die nächsten beiden Legs. „Da muss Gian van Veen jetzt aufpassen. Das ist jetzt ein böser Streak von Luke Littler“, mahnte Schwele. Doch „The Nuke“ schnappte sich auch das sechste Leg in Folge und damit den vierten Satz. „Es ist schon unglaublich, wie er hier spielt. Leichte Probleme am Anfang. Aber da war schon einiges an Feuer drin“, bilanzierte Marijanovic.

Ally-Pally-Wespe stört Littler - van Veen blutet

Van Veen stoppte den Lauf mit einem weiteren Highfinish. Über Triple-19, Doppel-20, Doppel-20 checkte er 137 Punkte und feuerte sich lautstark an. Im zweiten Leg des fünften Satzes tauchte dann plötzlich die Ally-Pally-Wespe wieder auf. Lange Zeit schwirrte sie um Littler herum, der immer wieder auswich und den Kopf schüttelte. Die Wespe stattete auch Caller George Noble, der nach der WM seine Karriere beendet, noch einen Besuch ab. Littler gewann trotzdem das Leg und schließlich auch den Satz.

„Ich glaube, jemand hat einfach eine Wespe dort hineingesetzt. Es ist Winter. Jemand bringt definitiv eine Wespe mit“, behauptete Littler im Nachgang.

Im sechsten Satz blutete van Veen plötzlich am kleinen Finger der linken Hand und verschmierte damit das Darts-Board.

Littler, völlig unbeeindruckt, holte sich den Durchgang (3:0). „Er überrennt ihn hier”, wurde Marijanovic deutlich. Nach dem Satz wurde das Board schließlich ausgetauscht.

Zum Abschluss lässt es Littler nochmal richtig krachen

„Littler dartet einfach in einer anderen Matrix“, sagte Schwele zu Beginn des siebten Satzes. Auch diesen Durchgang holte sich der Engländer ohne große Probleme (3:0). „Das ist eine Machtdemonstration von Luke Littler, der wirklich zeigt, warum er die Nummer eins ist“, fügte Marijanovic hinzu.

Auch das erste Leg im achten Satz ging an Littler. Damit hatte der 18-Jährige ganze zehn Legs in Serie für sich entschieden. „Das ist einfach unglaublich“, sagte Schwele. Van Veen beendete den Run schließlich und checkte auf der Doppel-20 zum 1:1 in Legs.

Doch Littler gewann die nächsten beiden Legs und damit auch das Match. Das Wunderkind checkte 147 Punkte (!) zum Matchgewinn. Der erste Matchdart landete direkt mitten in der Doppel-15, dann brach die Freude aus Littler heraus. Neben der Bühne weinten seine Freundin und seine Mutter vor Freude.

Darts-WM: Littler gewinnt eine Million Pfund

„The Nuke“ spielte letztlich 106,02 Punkte im Drei-Dart-Average und traf 46 Prozent seiner Würfe auf die Doppel. In der dritten Runde hatte Littler gegen Mensur Suljovic noch einen persönlichen WM-Rekord aufgestellt (107,09 Punkte). Dafür reichte es am Samstagabend nicht ganz.

„The Giant“ kam auf 99,94 Punkte im Average und war auf die Doppel zu 38,1 Prozent erfolgreich.

Im Finale warf Littler 16-mal die 180 und sicherte sich damit auch den Ballon d‘Art. Über den gesamten Turnierverlauf scorte der 18-Jährige ganze 73-mal das Maximum. Damit verteidigt Littler auch diesen Titel. Im Vorjahr waren es sogar 76 180er.

Littler darf sich über das Rekordpreisgeld in Höhe von einer Million Pfund freuen. Van Veen nimmt 400.000 Pfund mit nach Hause.