Immer wieder Jude Bellingham!
Die Akte Bellingham - Wie das BVB-Juwel polarisiert
Warum Bellingham so polarisiert
Der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund stand am Wochenende einmal mehr im Mittelpunkt. Diesmal wegen eines (unabsichtlichen) Trittes kurz vor der Pause gegen Alphonso Davies. Die Bayern-Fans kochten, machten nach dem Last-Minute-2:2 den englischen Nationalspieler zum Sündenbock.
Aufgrund dieser Szene kam es später sogar zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Schiedsrichter Deniz Aytekin, der sich gegen einen Platzverweis entschied, und Bayern-Boss Oliver Kahn.
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Reizfigur Bellingham! Der Jung-Star, der aufgrund seiner Führungsqualitäten vor der Saison von BVB-Coach Edin Terzic zum dritten Kapitän befördert wurde, geht mit überragenden Leistungen voran (schon vier Tore und zwei Assists), polarisiert aufgrund seiner impulsiven Art aber auch.
SPORT1 zeigt die Akte Bellingham. Mit diesen Aktionen hat der frühere Birmingham-Profi seit seinem Wechsel im Sommer 2020 zum BVB schon für Wirbel gesorgt:
Wut auf Felix Zwayer
Nach einer 2:3-Niederlage gegen Bayern im Dezember vergangenen Jahres wütete Bellingham über die Leistung von Felix Zwayer. „Du gibst einem Schiedsrichter, der früher wegen Spielmanipulation verurteilt worden ist, das größte Spiel in Deutschland. Was will man erwarten?“, schimpfte der BVB-Star damals. (BERICHT: Bellingham macht brisante Zwayer-Aussage)
Mit seinen Aussagen löste das Top-Talent, das vom DFB eine Geldstrafe bekam, einen Streit zwischen Zwayer und den BVB-Bossen aus. Die Folge: Der Schiri darf und will bis heute keine Dortmund-Spiele mehr pfeifen.
Zoff mit Nico Schulz
Im Februar flog der BVB unter Ex-Coach Marco Rose in Glasgow (2:4/2:2) aus der Europa League. Auf dem Platz zoffte sich Bellingham mit dem mittlerweile degradierten Nico Schulz. Nach einem Fehlpass schrie der Engländer in Richtung des Ex-Nationalspielers: „Du kannst keinen verdammten Pass spielen, du bist verdammte Scheiße! Jedes verdammte Mal“.
Die Aussagen blieben unbestraft. Rose damals: „Das war kein Thema bei den Jungs in der Kabine. Jude will jedes Spiel gewinnen. Wir brauchen mehr davon.“ (Bellingham-Ausraster: Das sagt Rose)
Streit mit Axel Witsel
Drei Tage nach dem Glasgow-Aus geriet Bellingham in Augsburg (1:1) mit Axel Witsel aneinander. In der Halbzeitpause wollte der Routinier, damals Teil des Mannschaftsrates, dem 14 Jahre jüngeren (!) Bellingham die richtigen Laufwege für das Pressing erklären, doch das Mega-Talent winkte respektlos ab und schimpfte. SPORT1 enthüllte damals den Kabinen-Zoff, der vor allem im Kreise der Führungsspieler Thema war. Die Alt-Stars wünschten sich vom jungen Kicker mehr Respekt. (Bericht: Dieser BVB-Star spaltet die Kabine)
Ärger wegen Modeste-Jubel
Vorige Woche verlor der BVB mit 2:3 in Köln. Nach dem zwischenzeitlichen 1:0 durch Julian Brandt brachte Interimskapitän Bellingham die FC-Fans auf die Palme. Grund: Der Vorlagengeber jubelte provokant vor der Südkurve in Anthony-Modeste-Manier, formte wie sonst der Ex-Kölner beiden Händen zu einer Brille. Der Jubel fiel Bellingham hinterher auf die Füße. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Foul an Alphonso Davies
Am Wochenende sah Bellingham im Klassiker nach einem Foul an Jamal Musiala schon früh Gelb (14.). Kurz vor der Pause hätte er wie eingangs beschrieben nach einem Tritt gegen Davies eigentlich vom Platz fliegen müssen (44.) – doch Aytekin beließ es bei einer Ermahnung. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
„Es war keine Absicht“, entschuldigte sich Bellingham nach dem Spiel sofort. „Ich wollte ihn nicht verletzen und wünsche ihm gute Besserung.“ Er habe sich sogar Davies‘ Nummer besorgt, „und ich will ihm eine Nachricht schicken, um mich zu entschuldigen.“ Die Bayern-Fans tobten trotzdem.
„Big Boss“ Bellingham! Kein Spieler in diesem Alter polarisiert so sehr. Das Mittelfeld-Juwel kommt aus der rauen Arbeiterstadt Birmingham und hat einen eher direkten Umgangston. Mit seiner gesunden Arroganz, seinem großen Siegeswillen und seiner kämpferischen Spielweise hat sich der 90-Millionen-Mann (so hoch ist sein Marktwert) längst auf die Liste zahlreicher Top-Klubs gespielt.
Teamkollege Niklas Süle schwärmt: „Jude ist ein außergewöhnliches Talent. Bei ihm habe ich das Gefühl, er könnte schon drei Kinder daheim haben. Er geht vorweg. Das ist sehr beeindruckend. Manchmal will er ein bisschen zu viel. Es ist aber sehr beeindruckend, wie er vorweggeht.“
Terzic weiß ebenfalls um die großen Qualitäten des Engländers, bremst ihn aber auch: „Es ist wichtig, dass er seine Emotionen im Griff behält. Und ich meine nicht, dass er über den Schiri meckert, sondern, dass er anfängt, sein eigenes Spiel zu spielen. Er braucht ein bisschen mehr Balance und Kontrolle, hat aber schon einen großen Schritt nach vorne gemacht.“