Als Luis Díaz am Sonntagabend um 19:27 Uhr den Kabinengang der Münchner Arena verließ, war er voll bepackt. Neben einem teuren Kulturbeutel und einer Papiertüte mit Snacks trug er auch den Spielball mit sich herum. Der natürlich von all seinen Mitspielern unterschrieben war – schließlich hatte er beim 5:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim gleich dreimal getroffen.
FC Bayern: Was Luis Díaz seinen Vorgängern Sané und Co. voraus hat
Was Díaz seinen Vorgängern voraus hat
Für die anwesenden Reporter hatte der Kolumbianer allerdings nur ein freundliches Lächeln und die Daumen-hoch-Geste parat. Es bleibt dabei: Außerhalb des Platzes tritt Díaz lieber zurückhaltend auf.
FC Bayern: Díaz trifft erstmals dreifach
Dafür wirbelt er auf dem Feld umso mehr. Erstmals seit er in den Top-5-Ligen Europas unterwegs ist, erzielte Díaz einen Dreierpack – und das in seinem erst 20. Spiel für den FC Bayern. In Liverpool gelang ihm das in 103 Einsätzen gar nicht.
„Luis war heute der Spieler, der den Unterschied ausgemacht hat. Er war der Spieler, der heute für uns der Schlüsselspieler war. Klar, wir haben als Gruppe gewonnen, aber er hatte großen Anteil daran“, sagte Max Eberl nach der Partie.
Für den Sportvorstand dürfte es ein weiterer kleiner Triumph sein. Denn der Wechsel von „Lucho“ nach München im Sommer war nicht unumstritten und wurde auch kritisiert.
Eberl schwärmt von Díaz
Einen damals 28-Jährigen an die Isar zu holen, wirkte nicht gerade zukunftsweisend. Zudem galt Díaz nicht zu Unrecht als C-Lösung, nachdem man weder Florian Wirtz noch Nick Woltemade an die Säbener Straße locken konnte. Schließlich fiel die Wahl auf den Kolumbianer, den Eberl dann trotzdem als „Wunschtransfer“ bezeichnete.
Jetzt erklärt der Sportvorstand, warum Díaz kein Glücksfall, sondern ein kalkulierter Erfolgsfall ist: „Wir haben genau hingeschaut. Luis hat in Liverpool einen riesigen Unterschied gemacht und setzt es hier fort. Er ist ein Spieler, der mit unglaublich viel Herz, Herzblut und Bereitschaft spielt.“
Das unterscheidet Díaz von Coman, Sané und Co.
Eberl spricht damit einen Punkt an, der die eigentliche Stärke seines Schützlings ausmacht und Díaz von seinen Vorgängern auf den bayerischen Flügeln unterscheidet: Die Mentalität und Körpersprache – sie sind seine wahren Trümpfe.
Zwar verfügten Kingsley Coman und Leroy Sané ebenfalls über enorme Fähigkeiten, doch sah man beiden schnell eine gewisse Frustration an. Auch Serge Gnabry, mit dem die Bayern jüngst bis 2028 verlängerten, musste sich in der Vergangenheit diesen Vorwurf immer wieder gefallen lassen.
Bei Díaz ist das völlig anders. Beim Kolumbianer hat man nie den Eindruck, als sei er genervt – höchstens von allzu aufdringlichen Gegenspielern. Vielmehr gibt er keinen Ball verloren, kämpft und macht auch ungewöhnliche Dinge.
„Er hat diese Chaos-Kreativität“, erklärte Trainer Vincent Kompany. Diese Mischung macht Díaz derzeit so wertvoll für die Münchner.