Hinten machte er Harry Kane das Leben schwer, vorne traf er zum 2:2: HSV-Innenverteidiger Luka Vuskovic zeigte gegen den FC Bayern München erneut seine Klasse. Im Stil eines Stürmers stieg er in der 53. Minute hoch, gewann das Luftduell gegen Alphonso Davies und köpfte den Ball unhaltbar ins Netz.
Bundesliga: Lothar Matthäus sieht in ihm einen Superstar der Zukunft!
Er lässt die Fußball-Szene staunen
„Er macht das sensationell. Das ist eine unfassbare Qualität, die er da hat – er weiß seine Physis einzusetzen“, sagte sein Mitspieler Daniel Elfadli bei SPORT1 und lobte auch dessen Führungsqualität: „Er überzeugt mit seiner Leistung, ist von der Persönlichkeit schon sehr reif und hilft uns weiter.“
Vuskovic ist für Matthäus „Spieler des Spiels“
Selbst einige Fußball-Ikonen sind voller Respekt.
„Für mich ist er der Spieler des Spiels. Was er heute geleistet hat in der Abwehr, wie clever er gespielt hat, wie er in die Zweikämpfe geht“, lobte Sky-Experte Lothar Matthäus und geriet regelrecht ins Schwärmen. „Diese Persönlichkeit, die er schon ausstrahlt. Ich glaube, dass da was ganz, ganz Großes noch kommen kann.“
Der frühere Weltfußballer verglich sich selber mit dem HSV-Verteidiger und stellte fest, er habe selbst mit 30 Jahren „nicht gesehen, was er mit 18 sieht.“ Vuskovic sei „einer, der eine Abwehr organisieren und dirigieren kann. Das findest du selten.“
Hamann fällt kein vergleichbarer Spieler ein
In der vergangenen Woche äußerte sich Didi Hamann ähnlich positiv. „Er ist erst 18, aber er sieht aus wie ein Mann und spielt wie ein Mann. Der HSV ist momentan der perfekte Verein für ihn – die Fans lieben ihn und er liebt es, in Hamburg zu sein. Er hat wahnsinnig gute Anlagen, kann sogar Tore machen. Das ist beeindruckend.“
Hamann hob hervor, dass junge Talente es auf dieser Position eigentlich besonders schwer hätten. „Ein Offensivspieler wie Lennart Karl beim FC Bayern kann etwas probieren – wenn es funktioniert, ist das gut, wenn nicht, probiert man es noch einmal. Aber als Verteidiger hast du eine Verantwortung. Wenn du Fehler machst, ist das in der Bundesliga meist ein Tor“, sagte der frühere Bayern-Spieler.
„Dort so stabil zu sein und eine Abwehr zu führen mit erfahrenen Spielern wie (Jordan) Torunarigha - ich wüsste gar nicht, mit wem man ihn vergleichen könnte. Ich wüsste wirklich nicht, ob es in den letzten zehn oder zwölf Jahren einen vergleichbaren Spieler in seinem Alter gegeben hat.“
HSV-Ikone Olić lobt: „Ein Führungsspieler“
Der frühere HSV- und Bayern-Spieler Ivica Olić kennt Vuskovic besonders gut, weil er sein Trainer bei der kroatischen U21-Nationalmannschaft ist. Er lernte den jungen Verteidiger kennen, als dieser 16 Jahre alt war.
„In meiner Mannschaft damals gab es schon einige Spieler, die drei oder vier Jahre älter waren und körperlich reifer. Anfangs war er deshalb kein Stammspieler. Aber im Training hat man gesehen, was er kann – er hat sich sofort hervorgetan. Schon damals war klar: Er ist ein Führungsspieler“, so der frühere Stürmer.
„Was er heute mit 18 in der Bundesliga zeigt, hat er schon mit 16 auf U21-Niveau gezeigt. Ich bin wirklich froh, dass er in Hamburg gelandet ist. Er hat sich trotz des späten Transfers – er kam ja erst kurz vor Ende der Transferperiode – sofort durchgesetzt und spielt sensationell gut.“
Sogar Bayern-Trainer Vincent Kompany – der ebenfalls einst als junger Verteidiger nach Hamburg kam – lobte Vuskovic: „Er ist ein großes Talent. Die Bundesliga ist für einen jungen Innenverteidiger eine schwierige Liga, da muss man körperlich stark sein. In einer wichtigen Funktion beim HSV zu sein, ist optimal.“
Top-Arbeitseinstellung: Bereits am frühen Morgen im Kraftraum
Der Grund für die starke Entwicklung von Vuskovic ist nicht zuletzt die Mentalität.
„Wir alle wissen, dass Luka ein extremes Talent hat. Aber was mich noch mehr beeindruckt als die eine oder andere gute Aktion auf dem Platz, ist, mit welcher Arbeitseinstellung er das macht“, sagte HSV-Trainer Merlin Polzin kürzlich.
„Wenn ich morgens sehr, sehr früh im Büro bin, ist er entweder kurz nach mir oder kurz vor mir da und arbeitet im Kraftraum. Das sind die Dinge, die am Ende auch ein Grund dafür sind, dass er gute Leistungen bringt. Er hat zwar auch noch viele Dinge, an denen er arbeiten muss. Aber das weiß er auch, denn er ist sehr selbstkritisch.“
40 Millionen Euro Marktwert – und Kandidat für FC Bayern?
Vuskovic ist überall auf dem Feld ein Unterschiedsspieler. Vier Bundesliga-Tore hat er für den HSV bereits erzielt – niemand in der Mannschaft traf häufiger.
Defensiv bringt er nahezu jeden Stürmer zur Verzweiflung, denn mit einer Zweikampfquote von 69,42 Prozent gehört er zu den Top-3 der Bundesliga. Zum Vergleich: Bayern-Verteidiger Jonathan Tah gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe.
Der Marktwert des HSV-Verteidigers wird von transfermarkt.de mittlerweile auf 40 Millionen Euro geschätzt. Seine Ausleihe von Tottenham gilt lediglich bis zum Ende der Saison. In London steht er bis Sommer 2030 unter Vertrag.
Längst sollen mehrere Top-Vereine Interesse an Vuskovic haben – unter anderem der FC Bayern wird mit ihm in Verbindung gebracht. SPORT1-Experte Stefan Effenberg riet den Münchnern im Doppelpass auch zu Vuskovic, falls Dayot Upamecano nicht bald seinen Vertrag verlängert.
„Der Verein sollte eine klare Ansage machen – und wenn er (Upamecano) sich bis dahin nicht für den Verein entscheidet, sollen sie den Vuskovic holen. Das ist ein junger Spieler, der es in der Bundesliga unter Druck beweist. Du hättest einen Trainer mit Vincent Kompany, der ein Weltklasse-Innenverteidiger war. Was glaubst du, wie schnell der (Vuskovic) in seiner Entwicklung nach vorne käme?"
In Hamburg bald zusammen mit seinem Bruder auf dem Platz?
Vuskovic möchte sich mit solchen Themen aktuell nicht beschäftigen. „Ich genieße es jede Sekunde, für den HSV zu spielen“, sagte er bei Sky.
Sein älterer Bruder Mario Vuskovic steht ebenfalls beim HSV unter Vertrag, darf aufgrund seiner (umstrittenen) Doping-Sperre allerdings erst ab dem 15. November 2026 wieder eingesetzt werden.
Möchte er mit seinem Bruder zusammen auf dem Fußballplatz stehen, wäre eine erneute Ausleihe erforderlich. „Im Fußball weiß man nie, was passiert. Der Fokus liegt jetzt auf dem HSV. Nach der WM schauen wir, wie es weitergeht“, sagte er.
Sicher ist nur eines: Diesem jungen Verteidiger stehen alle Möglichkeiten offen!