Es waren durchaus spannende Sätze, die Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß kurz vor dem DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart über Sportvorstand Max Eberl verlauten ließ.
FC Bayern: Positive Entwicklung um Eberl
Eberl sammelt Pluspunkte
„60 zu 40“ stünden die Chancen, dass Eberl über den Sommer 2027 hinaus beim FC Bayern bleiben wird, sagte Hoeneß in einem Gespräch mit dem Spiegel und bejahte die Frage, ob es im Aufsichtsrat noch Zweifel am 52-Jährigen gebe.
Spätestens an diesem Tag wurde Eberl klar, dass er um seine Zukunft in München kämpfen muss.
Bayern-Aufsichtsrat tagt Ende August
Ende August findet die Aufsichtsratssitzung des FC Bayern statt, bei der entschieden wird, ob der Klub Eberl ein neues Arbeitspapier über den 30. Juni 2027 hinaus anbieten wird. Der 52-Jährige betonte, dass er für einen neuen Vertrag kämpfen will.
In der Vergangenheit wurde Eberl immer wieder angekreidet, dass er Transfers im Alleingang durchboxen wollte und darauf verzichtete, sich Einschätzungen und Expertise bei den Klub-Ikonen Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge einzuholen.
Auch Vertragsverlängerungen, wie die von Dayot Upamecano oder Alphonso Davies, sollen Eberl zu teuer und kostspielig geraten sein.
Eberl sammelt Pluspunkte mit Transfers
Wie SPORT1 weiß, konnte Eberl in den vergangenen Wochen jedoch für seine gute Arbeit auf dem Transfermarkt Pluspunkte sammeln.
Der FC Bayern verpflichtete den marokkanischen Offensivspieler Ismael Saibari und den deutschen Nationalspieler Nathaniel Brown und zahlte für das Duo rund 100 Millionen Euro Ablöse.
Bei beiden Spielern war Eberl in den Verhandlungen früh dran, beide Transfers gingen problem- und geräuschlos über die Bühne.
„Solche Transfers entstehen nicht aus dem Moment heraus, sondern aus vorausschauender Arbeit: Entscheidend war, dass wir uns früh bei ihm positioniert haben“, hatte Eberl in einer Pressemitteilung über die Verpflichtung von Saibari gesagt.
Bayern plant keine weiteren Transfers
Eberls frühzeitiger Einsatz für beide Transfers wird im bayerischen Aufsichtsrat positiv angesehen.
Klar ist aber auch, dass das Münchner Budget für weitere Einkäufe nahezu ausgereizt ist. Der Aufsichtsrat erwartet von Eberl, dass Verkäufe getätigt werden, um einen großen Teil der investierten 100 Millionen Euro wieder einzuholen.
Entscheidende Wochen stehen für den 52-Jährigen an, dessen Ziel es sein muss, den Kader auszudünnen, Ablöse zu generieren und Spieler von der Gehaltsliste zu bekommen.
Wer zählt zu den Verkaufskandidaten?
Mit Daniel Peretz (8 Millionen Euro Ablöse), Alexander Nübel (rund 6,5 Millionen Euro Ablöse) und Jonah Kusi-Asare (6 Millionen Euro Ablöse) hat der FC Bayern schon erste Transfererlöse generiert.
Jonathan Asp Jensen soll zudem vor einem Wechsel nach Spanien zu Deportivo La Coruna stehen und dem Klub sechs Millionen Euro Ablöse einbringen. Nach SPORT1-Informationen wechselt zudem Noel Aseko für eine Ablöse zwischen zehn und zwölf Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt.
Ebenfalls ganz oben auf der Verkaufsliste des FC Bayern stehen Sacha Boey, Joao Palhinha und Bryan Zaragoza. Für das Trio liegt jedoch noch kein lukratives und konkretes Angebot vor, ein zeitnaher Verkauf ist noch nicht in Sicht.
Auch Hiroki Ito und Minjae Kim zählen zu den Verkaufskandidaten, die dem FC Bayern gutes Geld einbringen könnten.
Auch Davies ist nicht mehr unantastbar
Durch die Verpflichtung von Nathaniel Brown ist sogar Alphonso Davies in Zukunft nicht mehr unantastbar.
Der Kanadier ist für die anstehende Saison im Team um Cheftrainer Vincent Kompany zwar aktuell fest eingeplant, im Sommer 2027 könnte ein Abgang jedoch Thema werden, wie SPORT1 bereits Mitte April berichtete.
Für Max Eberl und den FC Bayern stehen spannende Wochen an. Bis zur Aufsichtsratssitzung Ende August muss der 52-Jährige dem Gremium positive Zahlen vorlegen.
Dann dürfte aus „60 zu 40“ auch eine hundertprozentige Chance werden, dass Eberl vom Aufsichtsrat grünes Licht für eine Vertragsverlängerung erhält.