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WM 2022: Das Senegal-Wunder - WM-Held Koulibaly über verstorbenen Papa Bouba Diop

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WM 2022: Das Senegal-Wunder - WM-Held Koulibaly über verstorbenen Papa Bouba Diop

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Senegals emotionales WM-Märchen

Senegals Fußball-Legende Papa Bouba Diop starb vor zwei Jahren. Vor dem WM-Spiel gegen Ecuador haben Spieler, Trainer und Fans ihm auf bewegende Weise gedacht.
Senegal hat sich mit einem 2:1-Sieg über Ecuador auch ohne Sadio Mané für das WM-Achtelfinale qualifiziert
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Senegal steht zum zweiten Mal nach 2002 wieder in einem WM-Achtelfinale- und das ohne Bayerns verletzten Welt-Star Sadio Mané!

Der 2:1-Sieg gegen Ecuador war zudem ein sehr emotionaler Sieg für die „Löwen von Teranga“, denn für den Afrikameister war der 29. November ein ganz besonderer Tag. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Exakt vor zwei Jahren verstarb Senegals Fußball-Legende Papa Bouba Diop im Alter von nur 42 Jahren nach langer Krankheit. Vor dem entscheidenden Spiel der Gruppe A ehrten deshalb Spieler, Trainer und Fans ihren Nationalhelden auf bewegende Weise.

Der senegalesische Kapitän Kalidou Koulibaly zeigte auf der Ehrenrunde im Chalifa International Stadion immer wieder auf seine Armbinde mit der Nummer 19 und Torhüter Edouard Mendy schnappte sich ein Plakat mit der Aufschrift „Wahre Löwen sterben nie“.

Senegal-Kapitän: „Hat mich als Junge träumen lassen - mich inspiriert“

Eine Gruppe von sieben Anhängern bemalte ihre Körper, Arme und Gesichter als Teil einer Hommage an den WM-Helden und kleidete sich in den traditionellen Farben des Landes: Gelb, Grün und Rot.

Auf der Vorderseite ihres Oberkörpers hatte jeder Fan einen Buchstaben, der „Senegal“ bedeutet, während auf dem Rücken die Nummer 19 zu Ehren von Diops Nummer im Kader seines Landes gemalt war.

Auf den Tribünen waren auch zahlreiche Anhänger mit Diop-Trikots und Spruchbändern zu sehen, auf denen neben einem Bild des Mittelfeldspielers zu lesen war: „Ein wahrer Löwe stirbt nie“. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Senegals Fußball-Legende Papa Bouba Diop starb vor zwei Jahren. Vor dem WM-Spiel gegen Ecuador haben Spieler, Trainer und Fans ihm auf bewegende Weise gedacht
Senegals Fußball-Legende Papa Bouba Diop starb vor zwei Jahren. Vor dem WM-Spiel gegen Ecuador haben Spieler, Trainer und Fans ihm auf bewegende Weise gedacht.

Die afrikanische Mannschaft zog dank der Tore von Ismaila Sarr und Koulibaly erst zum zweiten Mal nach 2002 in die K.o.-Runde ein und trifft im WM-Achtelfinale nun auf England. Daheim in Dakar strömten nach dem geschichtsträchtigen Erfolg tausende Menschen auf die Straßen und feierten den WM-Coup ausschweifend.

Chelsea-Star Koulibaly zollte Diop seinen eigenen und besonderen Tribut, indem er die Nummer 19 auf seiner Armbinde trug und ihm nach dem Spiel den Sieg widmete: „Das war für Senegal ein besonderer Tag. Unser erstes Tor war für Diop. Heute ist der Jahrestag seines Todes. Wir wollten ihn stolz machen und ehren.“

Und wurde danach bei beIN Sports sehr emotional: „Er war unsere Kindheit, er war alles für den senegalesischen Fußball. Er hat mich als Junge träumen lassen, er hat mich inspiriert. Er war ein großer Verlust für uns. Der heutige Tag ist für ihn. Wir wollten unser Land und Papas Familie stolz machen.“ (NEWS: Schlägt Afrikas Stunde bei dieser WM?)

Diop war bei Senegals WM-Märchen 2002 ein wichtiger Spieler

Auch Senegals Nationaltrainer Aliou Cissé gedachte Diop - und vergaß auch nicht einen wichtigen Trainer im senegalesischen Fußball: „Ich widme diesen Sieg Papa Bouba Diop und Bruno Metsu. Aber auch einem Mann, der viel für das Land gegeben hat, aber leider nicht hier ist: Sadio Mané.“

Cissé stand beim WM-Märchen 2002 noch als Kapitän selbst auf dem Platz, als sein Mitspieler Diop mit seinem 1:0-Siegtreffer im Eröffnungsspiel gegen den damaligen Weltmeister Frankreich den wundersamen Lauf eingeleitet hatte, der erst im Viertelfinale gestoppt wurde.

Vor zwei Jahren starb der defensive Mittelfeldspieler jedoch im Alter von nur 42 Jahren an der Nervenkrankheit ALS, der damalige Erfolgscoach Metsu war bereits 2013 gestorben. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Diop bestritt 63 Länderspiele für die „Löwen von Teranga“ und erzielte dabei 11 Tore.

Der 1,94 m große Senegalese, der wegen seiner Physis und Robustheit sowie wegen seiner unermüdlichen Spielweise und seines Einsatzes „Kleiderschrank“ genannt wurde, spielte über Jahre hinweg sehr erfolgreich in der Premier League.

Diop spielte für West Ham United, den FC Fulham und war Teil der Mannschaft des FC Portsmouth, die 2008 sensationell den FA-Cup gewann. 2013 verlängerte Birmingham City seinen Vertrag nicht mehr, sodass Senegals Fußball-Legende mit 35 Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel hing.

Senegal träumt vom WM-Titel

Der Afrikameister hat nach dem historischen Achtelfinaleinzug aber noch lange nicht genug.

Die Cissé-Truppe „will mehr, und das ist möglich. Wir wollen Weltmeister werden“, unterstrich Ismail Jakobs, der mit der deutschen Nationalmannschaft U21-Europameister wurde und nun für den Senegal spielt, die Ambitionen der „Löwen von Teranga“.

Dass der verletzte Superstar Mané nicht dabei ist, schmerzt zwar weiterhin, aber auch das soll den Senegal auf dem Weg zum Endspiel am 18. Dezember nicht aufhalten. Auch nicht, dass für afrikanische Teams bei bisherigen Weltmeisterschaften spätestens im Viertelfinale Schluss war. (NEWS: FIFA ermittelt auch gegen Senegal)

Dass jetzt die „Three Lions“ warten? Na und! „Es gibt keinen Lieblingsgegner. Es sind alle stark. Wenn wir ins Finale kommen wollen, müssen wir jeden schlagen“, betonte auch Koulibaly. Und überhaupt: Der Gegner müsse „Respekt vor uns haben“.

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Dabei hätten nach der Verletzung des Münchners Mané „die meisten geglaubt, dass wir nicht weiterkommen“, führte der Spielführer weiter aus: „Er ist unser Star, das Symbol unseres Fußballs, aber wir sind noch enger zusammengerückt.“ (NEWS: Mané reagiert auf WM-Coup9

Erst dreimal - Kamerun 1990 (2:3 gegen England), Senegal 2002 (0:1 gegen die Türkei) und Ghana 2010 (2:4 i.E. gegen Uruguay) - stieß eine afrikanische Mannschaft überhaupt ins WM-Viertelfinale vor. (WM-KOLUMNE - Boateng: „Er ist bisher der Spieler des Turniers“)

Nichtsdestotrotz ist Cissé „überzeugt, dass eine afrikanische Mannschaft Weltmeister werden kann“. Vielleicht 2022 - der Senegal? Träumen darf erlaubt sein.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)