WM 2026>

Jürgen Klopp will Bundestrainer werden

Klopp will Bundestrainer werden

Jürgen Klopp spricht über ein mögliches Engagement als Bundestrainer. Mit dem DFB hat es bereits einen Austausch gegeben. Auch mit seinem Arbeitgeber RB stehen wegweisende Gespräche an.
Jürgen Klopps mögliche Beschäftigung als Bundestrainer könnte vor allem aus der Sicht von RB Leipzig einen bitteren Beigeschmack haben.
Jürgen Klopp spricht über ein mögliches Engagement als Bundestrainer. Mit dem DFB hat es bereits einen Austausch gegeben. Auch mit seinem Arbeitgeber RB stehen wegweisende Gespräche an.

Jürgen Klopp hat sich nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann zu Wort gemeldet und bestätigt, dass er Interesse am Posten des Bundestrainers hat und der DFB sogar bereits mit ihm in Kontakt getreten ist.

Ob er die Gespräche bestätigen kann? „Ja, die kann ich bestätigen“, sagte Klopp am späten Freitagabend bei MagentaTV, fügte aber hinzu, dass er „weiter ausholen“ müsse.

Klopp: „Der DFB ist auf mich zugekommen“

Er wisse durchaus, wie nah Wohl und Weh im Fußball zusammenliegen. „Wenn wir (Jonathan Tah; Anm. d. Red.) den Elfmeter verwandelt hätten und Paraguay nicht, dann würden wir hier heute nicht stehen. Aber die Dinge sind, wie sie sind. Julian ist zurückgetreten und der DFB kümmert sich um eine Nachfolgeregelung und ist im Zuge dieser Gedanken, die sie sich gemacht haben, auf mich zugekommen“, sagte Klopp.

Der ehemalige Liverpool-Trainer kündigte „intensive Gespräche“ mit dem DFB an und verwies auf seinen Posten bei Red Bull als Global Head of Soccer. Zur Einigung fehle demnach lediglich „Zeit“, auch wenn er seinen aktuellen Job „gerne mache“. Sein Vertrag bei RB läuft noch bis zum 31. Dezember 2029.

Klopp fuhr fort: „Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil es natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen. Julian ist ein außergewöhnlicher Trainer, das wird er in seinem Trainerleben noch ganz oft beweisen dürfen. Deshalb muss man einfach mal die Gespräche auch in gewisser Weise abwarten.“

Klopp kündigt Gespräche mit Mintzlaff an

Natürlich müsse er auch Gespräche mit seinem Arbeitgeber führen, mit RBs Aufsichtsratsvorsitzendem Oliver Mintzlaff: „Ich weiß, dass ihm der deutsche Fußball auch am Herzen liegt und er dementsprechend sehr offen ist für diese Gespräche. Aber geführt werden müssen sie ja trotzdem.“

Es sei schwierig, Gesprächen vorzugreifen. „Im Idealfall, gibt es am Ende nur Gewinner nach so einer Geschichte. Dass man einfach sagt, okay, der Red Bull muss sauber aus der Nummer rauskommen können. Ich bin da bereits 19 Monate dabei, die Öffentlichkeit möglicherweise fragt sich bis heute, was macht er da eigentlich ganz genau“, sagte Klopp.

In seiner Zeit bei RB habe er „unendlich viel gelernt, ganz viel Erfahrung gesammelt und viele Dinge verändert“. Es sei nicht so einfach, „da einfach auszusteigen“. Vorher müsse geklärt werden, dass es auch weitergehen kann.

Timing? „Jetzt ist es nicht perfekt“

Moderator Johannes B. Kerner fragte daraufhin, ob das Timing für Klopp gut sei, um Bundestrainer zu werden? „Auch jetzt ist es nicht perfekt. Weil ich nun mal bei Red Bull unter Vertrag stehe. Aber es ist trotzdem besser, als es jemals war.“

Nachdem er im Sommer 2024 nach knapp neun Jahren als Liverpool-Coach aufgehört habe, fehlte ihm zunächst die Energie für eine weitere Aufgabe oder für ein weiteres Jahr mit Liverpool.

„Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt. Also ich bin bereit. Aber nochmal, es ist ein bisschen zu viel. Ich wollte nur auch heute das mal nutzen, um zu sagen, da draußen wird relativ viel geschrieben und da kann man auch mal was dazu sagen“, stellte Klopp klar.

Nagelsmann tritt nach WM-Desaster zurück

Nagelsmann war nach dem enttäuschenden WM-Aus gegen Paraguay (4:5 n.E.) am Freitagmittag zurückgetreten, obwohl er zunächst angekündigt hatte, weitermachen zu wollen.

Klopp wurde schon seit geraumer Zeit als Nagelsmanns potenzieller Nachfolger gehandelt. Vor dem WM-Eröffnungsspiel hatte Klopp mit Blick auf die Aufstellungswünsche von Thomas Müller für das DFB-Team gesagt: „Völlig überraschend hält Thomas Müller nicht mit seiner Meinung hinterm Berg. Und zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch, noch.

Von einigen Experten waren diese Aussagen als respektlos gewertet worden. Klopp zeigte später Reue und erklärte sich Nagelsmann live im TV. Klopps Aussagen wirken im Nachgang beinahe wie eine prophetische Spitze.