Die deutsche Handball Nationalmannschaft steigt bei der Handball-EM in die Hauptrunde ein. Nachdem die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason Spanien mit 34:32 bezwingen konnte, geht es in der sogenannten Todesgruppe ums Ganze. Am heutigen Nachmittag steigt das erste Duell gegen Portugal (ab 15:30 Uhr im LIVETICKER).
Handball-EM heute live: Deutschland - Portugal im Free-TV, Livestream & Ticker - Gislason überrascht mit Kader
Gislason überrascht mit Kader
Der Bundestrainer überrascht mit seinem Kaderaufgebot, denn er streicht jeweils zum ersten Mal im Turnier Kreisläufer Jannik Kohlbacher sowie Rechtsaußen Mathis Häseler. Kohlbacher wurde noch im Dezember zum besten Bundesliga-Spieler des Monats gewählt, kam allerdings wie Häseler im bisherigen Turnier nicht allzu viel zum Zug.
Diese Kader-Entscheidung von Gislason bedeutet zugleich, dass Lukas Zerbe, Lukas Mertens und Rune Dahmke allesamt wieder fit sind. Sie waren zuletzt angeschlagen - Dahmke fehlte verletzungsbedingt beim Vorrunden-Finale gegen Spanien am vergangenen Montag.
Handball-EM heute im TV: So verfolgen Sie Deutschland gegen Portugal LIVE im Free-TV
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Auf dem Papier sind die Portugiesen einer der etwas einfacheren Hauptrunden-Gegner der deutschen Nationalmannschaft. Der Schein könnte aber trügen, zumal die Portugiesen in der Gruppenphase gegen Gold-Favorit Dänemark einen Überraschungs-Sieg (31:29) feiern konnten.
„Das ist die absolute Sensation. In Herning gegen Dänemark zu gewinnen, hätte ich für unmöglich gehalten für Portugal“, zeigte sich auch Experte Pascal Hens bei Dyn vollkommen überrascht.
DHB-Sportdirektor Benjamin Chatton zeigte sich ebenfalls beeindruckt. „Das macht unsere Hauptrunden-Gruppe nicht nur zur schwersten seit vielen Jahren, sondern auch zur absoluten Todesgruppe und verspricht Hitchcock-Klassiker im Zwei-Tagesrhythmus“, kommentierte er den Sieg der Portugiesen gegen Mathias Gidsel und Co.
Portugal-Star Iturriza nach Rüpel-Aktion gesperrt
Das deutsche Team muss insbesondere auf die beiden Brüder Francisco und Martim Costa achten, die gegen Dänemark je neun Treffer erzielen konnten.
Sicherlich kein Nachteil ist für das DHB-Team hingegen, dass Victor Iturriza gesperrt fehlen wird. Der Kreisläufer hatte Welthandballer Mathias Gidsel mit ausgestrecktem Arm geblockt.
Nach zwei Zeitstrafen im Vorfeld sah Iturriza für die unfaire Rüpel-Aktion glatt Rot. Eine harte und robuste Herangehensweise können - wie man gegen Dänemark gesehen hat - aber auch seine Kollegen an den Tag legen.
Deutschland will sich für WM-Aus revanchieren
Für die deutsche Mannschaft ist das Duell mit den Portugiesen auch die Chance auf eine Revanche. Erst vor einem Jahr war das DHB-Team im WM-Viertelfinale mit 30:31 nach Verlängerung an den Portugiesen gescheitert. Der besagte Iturriza hatte den Deutschen sieben Tore eingeschenkt.
„Wir freuen uns auf die Portugiesen. Das wird ein sehr, sehr interessantes Spiel für uns“, erklärte DHB-Coach Gislason. Chatton kündigte „einen heißen Tanz“ an.
Nach dem Spanien-Spiel geht Deutschland immerhin mit ordentlichem Rückenwind ins Spiel. „Wir haben alle Extreme, die im Sport passieren können, kennengelernt. Lagen am Boden und sind aufgestanden mit der besten Leistung in einem Pflichtspiel seit Olympia“, gab Sportvorstand Ingo Meckes auf der Pressekonferenz zu verstehen.
Deutschland mit Respekt vor Portugal: „Schlagen hinten auf alles, was sich bewegt“
Spätestens nach dem Dänemark-Spiel wissen die Deutschen aber auch, was sie am Donnerstagnachmittag erwartet. „Rune (Dahmke) hat es gestern für das Dänemark-Spiel so zusammengefasst: Es wirkte, als ob sie gesagt hätten: Wir schlagen hinten auf alles, was sich bewegt, ein. Und vorne haben wir die beiden Costa-Brüder, die dafür sorgen, dass wir Tore werfen“, zitierte Andreas Wolff im Rahmen der Pressekonferenz seinen Teamkollegen.
Er schob hinterher: „Sie sind Weltstars, trotz ihres jungen Alters. Absolute Maschinen. Legen genau den Spirit an den Tag, den wir an den Tag legen wollen“, machte er deutlich.
Insbesondere auf die deutsche Offensive wartet ein Härtetest. „Da wurde wirklich alles zu Kleinholz verarbeitet, was den Neunmeteraum betreten hat“, bescheinigte Dahmke den Portugiesen eine „phänomenale Abwehr“.
Im Anschluss an das Portugal-Spiel geht es für Deutschland noch gegen Norwegen, Dänemark und Frankreich. Ein heftiges Programm, weshalb es von Vorteil ist, dass durch den Sieg gegen Spanien schon mal zwei Punkte mit in die Hauptrunde genommen werden. Nur die beiden besten Teams aus den Hauptrunden-Gruppen ziehen ins Halbfinale ein.