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Formel 1: Peréz? Red Bull gehen langsam die Argumente aus

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Formel 1: Peréz? Red Bull gehen langsam die Argumente aus

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Verliert Red Bull die Geduld?

Bei Red Bull sorgen die Leistungen von Sergio Peréz für Sorgenfalten im sonst so erfolgsverwöhnten Red-Bull-Kosmos. Die Zukunft des Mexikaners ist ungewiss.
Fahren bei Red Bull auf höchst unterschiedlichem Niveau: Max Verstappen und Sergio Perez
Fahren bei Red Bull auf höchst unterschiedlichem Niveau: Max Verstappen und Sergio Perez
© IMAGO/HochZwei
Ralf Bach
Ralf Bach

Es ist eine unendliche Geschichte, die vermutlich kein Happy End finden wird. Denn die meisten Experten sind überzeugt, dass die Zeit des Mexikaners Sergio Peréz (33) bei Red Bull als Teamkollege vom seit vergangenen Samstag Dreifach-Weltmeister Max Verstappen (26) bald vorbei sein wird.

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Grund: Chronische Formschwäche. Während der Niederländer Verstappen in der Formel 1 von Sieg zu und Rekord zu Rekord rast, schafft es Peréz nun schon seit Monaten nicht mehr, auch nur annähernd mitzuhalten.

In der Tat: Die Bilanz von Peréz im gleichen Auto, das Verstappen nahezu jedes Rennwochenende zum Fliegen bringt, liest sich wie ein Armutszeugnis. Im Qualifying in Katar, das Verstappen gewann, schaffte es Peréz zum wiederholten Mal nicht, unter die Top Ten zu fahren. Im Sprint am Samstag sah er die Zielflagge nach einem (unverschuldeten) Unfall im Mittelfeld nicht. Beim Hauptrennen am Sonntag, das (wer sonst?) Verstappen gewann, wurde er Zehnter, nachdem er gleich drei Strafen für das Überfahren der Tracklimits kassiert hatte – insgesamt also 15 Strafsekunden.

Peréz gefährdet den großen RB-Triumph

„Peréz hat ein schockierendes Rennen hinter sich,“ waren dementsprechend auch die fast schon ratlosen Worte von Teamchef Christian Horner. „Es war eine verpasste Gelegenheit, den zweiten Platz in der WM wirklich zu festigen“, ärgerte sich sein Teamchef.

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Denn Red Bull, das den Fahrer -und Konstrukteurstitel schon vorzeitig gewonnen hat, will den totalen Triumph. Dafür müsste Peréz Vizeweltmeister werden. Noch hat er 30 Punkte Vorsprung auf Mercedes-Superstar Lewis Hamilton, der am Sonntag nach einer Kollision mit seinem Teamkollegen George Russell kurz nach dem Start zum Glück für den Mexikaner punktlos blieb. Doch der Trend ist für Horner das Entscheidende. In den vergangen drei Rennen in Singapur, Japan und Katar holte Peréz lediglich fünf Punkte. Zum Vergleich: Verstappen sackte im gleichen Zeitraum 69 WM-Zähler ein.

Red Bull steckt mit Peréz spätestens nach dem Rennen in Katar in der Sackgasse.

Selbst Marko gehen die Argumente aus

Deshalb zählt Horner, dessen Geduld mit seinem Problem-Piloten langsam zu Ende gehen zu scheint, den Mexikaner öffentlich ans: „Sergio muss dringend die Form zurückgewinnen, die er zu Beginn der Saison gezeigt hat.“

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Horners Worte erinnern derweil an die verzweifelten Sätze aus früheren McLaren-Mercedes-Tagen, als deren Teamchefs besonders der deutschen Presse schlechte Ergebnisse schönreden wollten: „Aber wir hatten die schnellsten Boxenstopps.“

Allein: Red-Bull-Chefberater Dr. Helmut Marko hält (noch) zum Mexikaner. „Ich wiederhole mich zwar“, so der 80-Jährige zu SPORT1, „aber Peréz hat einen Vertrag, den wir respektieren wollen. Wir tun alles, um ihn zurück in die Spur zu bringen.“ Doch, so ehrlich ist Marko: „Uns fehlen die Alternativen. Sonst hätte er womöglich ein Problem.“

Peréz-Ersatz? Es fehlen die Alternativen

Was der Österreicher meint: Wären die beiden McLaren-Jungspunde Lando Norris und Oscar Piastri auf dem Markt, würde Peréz seinen Sitz für nächstes Jahr trotz Vertrag mit Sicherheit verlieren. Doch sowohl der Brite Norris als auch der Australier Piastri sind langfristig an den Traditionsrennstall gebunden. Und selbst bei den beiden Supertalenten bestehen Zweifel.

Red-Bull-Schwester AlphaTauri verkündet sein Fahrerduo für 2024, das Personaltableau des Red-Bull-Universums ist damit offiziell geklärt. Helmut Marko macht aber trotzdem gleich klar, dass sich Sergio Pérez nicht in Sicherheit wiegen darf.
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Formel 1: Neue Personal-Enthüllung für 2024 - mit pikanter Fußnote

Grund, so Marko: „Ich sehe im Moment nur einen, der annähernd mit Max mithalten könnte: Fernando Alonso.“ Doch, das weiß man bei Red Bull auch, Alonso, mit 42 schon in die Jahre gekommen, wird seine letzte Mission bei Aston Martin beenden.

Könnte Verstappen also als Aufbautrainer für seinen Teamkollegen die Lösung sein? Das Image des Holländers steigt jedenfalls in ungeahnte Höhen. Dafür hat Ex-Weltmeister Nico Rosberg gesorgt. „Vielleicht ist es ja Max, der den Unterschied macht und gar nicht nur das Auto. Denn man sieht ja, wo Peréz mit dem Red Bull herumfährt“, vermutete Rosberg in Katar in seiner Situationsanalyse bei Sky.

Peréz? Verstappen wird zu Mr. Gnadenlos

„Nein. Max wird ihm nicht helfen“, schiebt Marko bei SPORT1 indes allen Peréz-Fans kurz und knapp den Riegel vor, die Hoffnung haben, der siegende Holländer könnte seinen Teamkollegen unterstützen. Auf die Gründe will er nicht eingehen.

Die erfuhr SPORT1 aus dem Verstappen-Lager. Der Niederländer, der besonders in seiner Heimat Superstar-Status genießt und sich dennoch immer noch Zeit nimmt für Gespräche mit besonders jungen Fans oder Zeitgenossen, die er jenseits aller Wichtigkeit einfach nur nett findet, wird bei Peréz zu Mister Gnadenlos. Hintergrund: Verstappen hasst die Politik, die der Peréz-Clan – angeführt vom Vater des Mexikaners und seinem großen Förderer und Landsmann, Milliardär Carlos Slim – hinter den Red-Bull-Kulissen auch und besonders gegen Marko macht.

Das geht sogar so weit, dass er sich regelmäßig nach den Abständen zu seinem Teamkollegen erkundigt. Sind die zu gering, legt er nochmal eine Schippe Tempo drauf, um Peréz endgültig zu zermürben. Mit Erfolg.

Ex-Formel-Star Ralf Schumacher sieht auch deshalb nur eine Lösung für Red Bull. Bei SPORT1 erklärt er das für ihn sinnvollste Szenario: „Es spricht für Marko und Red Bull, dass sie den Vertrag von Peréz respektieren. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass sie ihn schon am Anfang nächster Saison gegen Daniel Ricciardo auswechseln werden, wenn er so weiter fährt. Und leider glaube ich das.“