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Boris Beckers Aus: Jetzt spricht Holger Runes Mutter

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Boris Beckers Aus: Jetzt spricht Holger Runes Mutter

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Becker-Aus: Das sagt Runes Mutter

Bereits nach vier Monaten trennen sich die Wege von Boris Becker und Tennis-Shootingstar Holger Rune wieder - auch wegen der Verpflichtungen der deutschen Ikone. War die Zusammenarbeit von Anfang an zum Scheitern verurteilt? Das sagt Runes Mutter zum Ende der Zusammenarbeit.
Boris Becker ist als Trainer des Tennis-Youngsters Holger Rune zurückgetreten. Das erklärte die deutsche Tennis-Legende auf X.
dschunko
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Es hätte die große Erfolgsgeschichte werden können: Die Legende hilft dem aufstrebenden Jung-Star auf den Tennis-Thron, es folgen viele Grand-Slam-Titel und die Spitze der Weltrangliste.

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Doch so kam es nicht.

Die Nachricht von Boris Beckers Aus als Head Coach von Holger Rune nach nur vier gemeinsamen Monaten kam plötzlich, ohne sich vorher anzukündigen. Doch viele Beobachterinnen und Beobachter dürfte das Ende der Zusammenarbeit dennoch nicht überraschen.

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Becker und Rune: „Die Chemie zwischen ihnen war großartig“

Schließlich schienen die Voraussetzungen für das Trainer-Spieler-Gespann von Anfang an mindestens kompliziert.

Aneke Rune, Mutter und gleichzeitig eine Art Managerin des Dänen, äußerte sich jetzt auf SPORT1-Anfrage zum Ende der Zusammenarbeit. „Die Chemie zwischen ihnen war großartig“, sagt sie über das Verhältnis zwischen Becker und Rune, „und deshalb haben sie überhaupt angefangen.“

Doch besonders aus einem Grund gehen sie nun wieder getrennte Wege: „Aber Boris hat nur begrenzte Wochen und Holger braucht ständig jemanden“, teilt sie SPORT1 mit.

War von Anfang an also alles nur ein riesiges Missverständnis? Einiges spricht dafür.

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Am Anfang funktionierte die Zusammenarbeit gut

Rückblick in den Oktober 2023: Becker und Rune verkündeten, dass sie künftig zusammenarbeiten. Der sechsmalige Grand-Slam-Champion und ehemalige Weltranglistenerste übernahm die Position als Cheftrainer des 20 Jahre alten Dänen.

Eine Zeit lang schien alles perfekt zusammenzupassen. Rune, der auf dem Platz für sein impulsives Verhalten bekannt ist und deshalb schon häufiger in die Kritik geriet, schien in Becker genau den richtigen Trainer gefunden zu haben. Im Eurosport-Podcast „Das Gelbe vom Ball“ sagte Becker damals: „Holger ist ein Rohdiamant, der Schliff braucht. Mir gefallen seine emotionalen Ausbrüche.“

Und auch der aktuelle Weltranglisten-Siebte hatte nur gute Worte für Becker übrig als er mit dessen Hilfe sein Formtief Ende des vergangenen Jahres kurzzeitig überwunden hatte. „Er kümmert sich um mich und beschützt mich vor allem“, schwärmte Rune in der dänischen Zeitung Ekstra Bladet von Becker. Es sei schön, ihn an seiner Seite zu haben, wenn er Dinge abseits des Platzes mache.

Boris Becker (links) coachte Holger Rune seit Oktober 2023
Boris Becker (links) coachte Holger Rune seit Oktober 2023

Australian Open: Boris Becker konnte nicht mitreisen

Runes Mutter Aneke bestätigte noch im November, dass man auch für das Jahr 2024 gemeinsam mit Becker plane. Der frühere Tennis-Star John McEnroe schwärmte: „Die beiden sind aus meiner Sicht die perfekte Kombination.“

Doch die Probleme offenbarten sich schon ein paar Tage später. Rune schied überraschend schon in der zweiten Runde der Australian Open aus. Boris Becker war nicht einmal vor Ort. Er kommentierte das Spiel seines Schützlings als TV-Experte aus der Ferne - wohl deshalb, weil Becker trotz Trainer- und Expertenrolle nicht nach Australien einreisen durfte. Grund ist seine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe in England.

Stattdessen betreute Roger Federers Ex-Trainer Severin Lüthi den Dänen. Der Schweizer war noch im Dezember als zweiter Coach von Rune zum Team gestoßen. Doch nach dem Australien-Aus trennte sich Rune von ihm.

Becker blieb zunächst zwar Trainer, aber das Problem blieb: Wegen seiner Einsätze als TV-Kommentator ist Becker bei größeren ATP-Turnieren und Grand Slams zeitlich stark eingebunden. Noch dazu wurde klar: Mit der nicht erlaubten Einreise nach Australien, könnte die ehemalige Nummer eins der Welt seinen Schützling nur bei einem einzigen der Grand Slams vor Ort betreuen. Denn auch Wimbledon in England (hier wurde Becker abgeschoben und darf für die Zeit seiner Haftstrafe nicht mehr einreisen) als auch die US Open in New York, wo er ebenfalls nicht einreisen darf, verpasst Becker. Somit könnte er Rune nur zu den French Open in Paris begleiten.

Rune: „Brauche Leute, die immer da sein können“

Am Dienstag dann schließlich die Entscheidung: Becker und Rune gehen getrennte Wege.

In einem Statement, das die Agentur IMG veröffentlichte, die Rune betreut, wird der Däne mit den Worten zitiert: „Wie Sie wissen, habe ich in den letzten zwölf Monaten viele Coaching-Konstellationen ausprobiert. Es war nicht einfach, auf Anhieb den perfekten Partner zu finden, da ich 15 Jahre – mein gesamtes Tennis-Leben – mit demselben Trainer zusammengearbeitet habe.“

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Außerdem sagte er zu der Trainer-Entscheidung: „Ich brauche Leute, die mich kennen – die immer da sein können. Das gibt mir Frieden und Freude in einer Welt, die sich jede Woche verändert.“ Da Becker beide Kriterien nicht erfüllte - weder ist er ein längerer Weggefährte Runes, noch konnte er häufig an seiner Seite sein - scheint der 56-Jährige von Anfang an eine Fehlbesetzung für die Bedürfnisse von Rune gewesen zu sein.

Auch das Statement von Becker am Dienstag lässt einen ähnlichen Schluss zu. Darin schrieb er unter anderem, er habe im Laufe der Zeit erkannt, „dass ich für Holger viel mehr zur Verfügung stehen muss, als ich kann, um erfolgreich zu sein“. Aufgrund beruflicher und privater Verpflichtungen könne er Rune „jetzt nicht das geben, was er braucht.“

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Runes Mutter erklärte nach der Trennung bereits im The Craig Shapiro Tennis Podcast, Becker habe wegen seiner Verpflichtungen nicht alle Wochen des ATP-Kalenders abdecken können. Dabei betonte sie auch, wie wichtig ihrem Sohn ein lange aufgebautes Vertrauensverhältnis sei - und gab zu, dass sich die Trainersuche nach 15 Jahren mit dem gleichen Coach als sehr schwierig gestalte.

Aneke Rune: „Notwendige Veränderung“

Dennoch glaube sie, „dass wir eine notwendige Veränderung durchmachen“, so Aneke Rune. Für seine Entwicklung sei der Schritt hin zu anderen Trainern wichtig gewesen.

Bislang wurde Rune seit seiner Kindheit von Lars Christensen trainiert, ab Ende 2022 von Serena Williams‘ Ex-Coach Patrick Mouratoglou. Mitte des Jahres 2022 wurde Christensen zwischenzeitlich als zweiter Trainer zurückgeholt. Da es offenbar Probleme zwischen Mouratoglou und Christensen gegeben haben soll, hielt die Konstellation nicht lange.

Nach Angaben von Runes Mutter, wird nach Beckers Aus vorerst der ehemalige dänische Tennisspieler Kenneth Carlsen das Training übernehmen, der bereits zuvor zu Runes Team gehörte.

Eine Trainerlösung solle „sehr bald“ verkündet werden, ließ Rune in seinem Statement die Öffentlichkeit wissen. Nach seinem Ausscheiden in Australien, verletzte sich Rune bei den Montpellier Open auch noch leicht und pausierte zuletzt. Zudem wird sich in seinem persönlichen Umfeld noch mehr ändern: Seine Mutter teilte am Mittwoch mit, dass sie als Presse-Managerin ihres Sohnes aufhöre. Welchen Einfluss das auf Holger hat und welche Rolle sie künftig einnehmen wird, bleibt abzuwarten.

Für Becker war die Arbeit mit dem Dänen der erste Trainerjob seit seiner Haftentlassung vor über einem Jahr. Zuletzt hatte er 2016 den Serben Novak Djokovic gecoacht, der in dieser Zeit einige Grand-Slam-Titel sammeln konnte.