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Nordische Ski-WM: Mit 17 Jahren Deutschlands WM-Hoffnung! Die deutschen Gesichter in Planica

Erst 17! Deutschlands neues Supertalent

Läuft Nathalie Armbruster zur WM-Medaille? Aber nicht nur das Mega-Talent kann für deutsche Glücksgefühle bei der Nordischen Ski-WM sorgen. Die deutschen Gesichter der Nordischen Ski-WM.
Im „SKI & BERGE: Das DSV Magazin“ auf SPORT1 begrüßt Ruth Hofmann Olympiasiegerin & Weltmeisterin Evi Sachenbacher-Stehle. Die ehemalige Skilangläuferin und Biathletin gibt Wintersport-Fans wertvolle Tipps rund um das Thema Langlaufen.
Läuft Nathalie Armbruster zur WM-Medaille? Aber nicht nur das Mega-Talent kann für deutsche Glücksgefühle bei der Nordischen Ski-WM sorgen. Die deutschen Gesichter der Nordischen Ski-WM.

Wer eine ganze Nation bei einer Weltmeisterschaft als Fahnenträgerin anführt, muss einiges erreicht haben!

Außergewöhnliche sportliche Erfolge, eine reife Persönlichkeit abseits der Wettkämpfe oder besonderes soziales Engagement taugen, um die Flagge der Bundesrepublik bei der Eröffnungsfeier schwenken zu dürfen. Oder man ist 17 Jahre und geht zur Schule.

Der Nordischen Kombiniererin Nathalie Armbruster wird diese Ehre bei der Nordischen Ski-WM zuteil - doch nicht nur sie soll bei der Weltmeisterschaft im slowenischen Planica (23. Februar bis 05. März) für Medaillen sorgen. Ein Überblick.

Nathalie Armbruster

Sie geht noch in die 11. Klasse des Freudenstädter Gymnasiums - das aber meist nur noch montags und dienstags. Denn ansonsten ist die 17-jährige Armbruster (Jahrgang 2006) in der Weltspitze der Nordischen Kombination unterwegs.

Sie belegt im Gesamtweltcup den zweiten Platz und zeigt Woche um Woche herausragende Leistungen. Armbruster stand in neun Saisonrennen siebenmal auf dem Podest, ihr „schlechtestes“ Ergebnis war Rang vier. Auch bei der Junioren-WM in Kanada strahlte sie vom Treppchen herab - exzellente Vorzeichen für eine erfolgreiche WM?

Trotz ihres zarten Alters zählt die Schülerin unweigerlich zu den größten deutschen Medaillenhoffnungen. Patzt die norwegische Seriensiegerin Gyda Westvold Hansen überraschenderweise, liegt sogar Gold im Bereich des Möglichen. Übrigens: Hansen ist selbst erst 20 Jahre alt.

Katharina Hennig

Nach dem ersten deutschen Weltcupsieg im Langlauf seit 14 Jahren ist Hennig unbestritten das deutsche Gesicht der Sportart. Mit exzellenten Leistungen bei der Tour de Ski machte sie zudem auf sich aufmerksam.

Zuletzt äußerte die Sportsoldatin im SPORT1-Interview Zweifel an der Zukunftsträchtigkeit ihrer Sportart - das soll im slowenischen Planica aber vorerst in den Hintergrund geraten.

Viel zu sehr strebt die 26-Jährige nach einer WM-Medaille. Insbesondere im Team zusammen mit Olympia-Kollegin Victoria Carl und Co. ist eine Medaille definitiv greifbar. Und wer würde nicht gerne erneut den legendären Kommentar „Ja, hast denn du die Pfanne heiß“ hören?

Katharina Althaus

Sechs Saisonsiege und Platz zwei im Gesamtweltcup - das ist noch besser als Nathalie Armbruster in der Nordischen Kombination.

Dabei ist Althaus bei den Spezialspringerinnen deutlich erfahrener: Olympia-Medaillen und WM-Medaillen darf die Oberstdorferin bereits ihr Eigen nennen.

Und doch strebt sie diesmal nach Höherem, denn noch nie war es die goldene Medaille. Weder bei Olympia, noch bei einer WM. Nachdem die Überfliegerin der vergangenen Jahre, Sara Takanashi, schwächelt, ist der oberste Platz auf dem Treppchen noch nicht belegt.

Es könnte sich ein Zweikampf mit der Österreicherin Eva Pinkelnig entwickeln - und auch im Mixed-Team-Wettbewerb dürfte Althaus eine feste Größe sein.

Andreas Wellinger

Der SID titelte: Die Welling-Air fliegt wieder. Und tatsächlich: Der 27-jährige Luftexpress bekam in letzter Zeit wieder ordentlich Aufwind unter seine Tragflächen.

Mit einem Doppelsieg bei der WM-Generalprobe dürfte Wellinger auf einem Zwischenhoch schweben - und der Konkurrenz sein Leistungspotenzial aufgezeigt haben.

Ein Kreuzbandriss schien lange einen Knick in die Karriere des Bayern eingeflößt zu haben, doch Wellinger kämpfte sich aus dem tiefen Tal heraus und kann indes wieder mit der Weltspitze mithalten.

Und: An Weltmeisterschaften hegt die Luftlinie „Welling-Air“ ohnehin gute Erfahrungen. Bei der vorletzten WM in Lahti 2017 bestückte Wellinger sich selbst mit Doppel-Silber.

Karl Geiger

Was lag zwischen der WM in Lahti und der jetzigen? Die Festspiele von Oberhof im vorvergangenen Jahr. Und diese sollten Karl-Geiger-Tage werden: Vier Starts, vier Medaillen, davon zweimal Gold - und das in der Heimat.

Zwei Jahre später sehen die Vorzeichen ein wenig trüber aus: Die Formkurve schwankt enorm, der Automatismus ist abhanden gekommen. „Jetzt braucht er Hilfe von uns, von den Trainern“, hatte Bundestrainer Stefan Horngacher noch im Januar durchklingen lassen.

Kann also das Kollektiv dem 30-Jährigen aus Oberstdorf wieder den nötigen Aufwind verleihen?

Julian Schmid

Eric Frenzel? Johannes Rydzek? Diesmal ist wohl Julian Schmid an der Reihe! Der Dritte des Gesamtweltcups ist in diesem Jahr der beste Deutsche und direkt an den Fersen des Österreichers Lamparter und des Norwegers Oftebro.

Auch Schmid kommt aus Oberstdorf, das eine regelrecht private Medaillensammlung bei der WM abstauben könnte. Mit Olympiasilber darf der der 23-Jährige sich sogar schon einen großen Erfolg auf die Fahne schreiben - neben zwei Goldmedaillen bei Jugend-Weltmeisterschaften.

Schafft Schmid als nun den Coup auch bei den Erwachsenen?

Eric Frenzel

Eric Frenzel könnte aus einem Grund DAS Gesicht der WM werden: Mit 17 Medaillen bei Weltmeisterschaften teilt er sich die Spitzenposition mit dem Norweger Björn Dählie.

Heißt im Umkehrschluss: Holt Frenzel auch nur eine Medaille, wäre er der erfolgreichste Sportler bei nordischen Weltmeisterschaften aller Zeiten.

Drei Olympiasiege und fünf aufeinanderfolgende Gesamtweltcupsiege stehen allesamt in der Vita des 34-Jährigen. Es scheint, als wäre diese eine Medaille das ein letztes großes Ziel in der Karriere des Sachsen.

Denn wie es nach der Saison weitergeht, lässt Frenzel nach wie vor offen. Bei einem Medientermin im November, an dem auch SPORT1, zugegen war, sagte Frenzel lachend: „Das weiß ich noch nicht.“ Er fügte hinzu: „Das ist auch so wie in den letzten Jahren, dass ich das wirklich auch erst kurz vorher entscheiden werde.“

Friedrich Moch

Ja, wir haben auch einen deutschen Langläufer in der Weltspitze. Der „Fri“ holte 2021 Silber bei der Junioren-WM über 15 km, inzwischen stand er auch im Weltcup schon auf dem Podest.

Für eine Einzel-Medaille ist in Planica die Übermacht aus Norwegen schlicht zu stark - aber in der Staffel, wenn alles passt und die Konkurrenz schwächelt, ist Bronze möglich. Weil niemand einen solchen Coup erwartet, könnte die Lockerheit dem jungen Moch Flügel verleihen.

Und immerhin: Klettern steht als Hobby des 1,85 Meter-Mannes ganz oben. Kann er also nun auch in Planica im Team das Treppchen erklimmen?

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)