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WWE-Skandal um Vince McMahon: Neue Enthüllungen, neue Folgen - großer Netflix-Deal hinfällig?

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WWE-Skandal um Vince McMahon: Neue Enthüllungen, neue Folgen - großer Netflix-Deal hinfällig?

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WWE-Skandal: Großer Deal hinfällig?

WWE-Skandal: Großer Deal hinfällig?

Das Wall Street Journal enthüllt neue, weit schwerere Vorwürfe gegen WWE-Mogul Vince McMahon. Erste Erschütterungen sind schon spürbar.
Vince McMahon gerät im WWE-Skandal durch neue Enthüllungen weiter unter Druck
Vince McMahon gerät im WWE-Skandal durch neue Enthüllungen weiter unter Druck
© Imago
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann

Der Sex- und Schweigegeld-Skandal um den als WWE-Boss vorübergehend zurückgetretenen Wrestling-Patriarchen Vince McMahon erreicht die nächste Stufe - und sorgt für neue Erschütterungen rund um das Milliarden-Unternehmen.

Das Wall Street Journal hat am Freitag mit einem zweiten Enthüllungs-Report über die Millionen-Zahlungen und ihre Hintergründe nachgelegt. Demnach geht es inzwischen um weit größere Summen, einen längeren Zeitraum und weit schwerere Vorwürfe als bisher bekannt. (NEWS: Alle Neuigkeiten zu WWE)

Während es bei dem Schweige-Pakt, der den Stein ins Rollen gebracht hatte, um eine verheimlichte Affäre des 76-Jährigen mit einer Ex-Angestellten ging, heißt es nun, dass McMahon angeblich auch einen sexuellen Übergriff gegen eine frühere Wrestlerin vertuscht haben soll - womit nun auch McMahons Umtriebe im Umgang mit seinen weiblichen Stars stärker in den Blickpunkt geraten.

Insgesamt geht es dem Bericht zufolge inzwischen um ein Volumen von 12 Millionen Dollar und vier verschiedene Fälle in den vergangenen 16 Jahren.

Rund um die Veröffentlichung gibt es diverse Vorgänge, die aufhorchen lassen - unter anderem den Abgang eines hochrangigen, in die internen Ermittlungen involvierten Firmenlenkers. Und anscheinend auch die Beerdigung eines Filmprojekts über McMahon durch den Medienriesen Netflix.

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Vince McMahon soll Wrestlerin „zu Oralsex genötigt“ haben

Der im Mittelpunkt stehende neue „Scoop“ des Wall Street Journal: McMahon hätte 7,5 Millionen Dollar an eine Ex-Wrestlerin zahlen lassen, die behaupte, dass McMahon sie „zu Oralsex genötigt, sie dann degradiert und schließlich 2005 abgelehnt hätte, ihren Vertrag zu verlängern, nachdem sie weiteren Geschlechtsverkehr abgelehnt hätte“ - so die Schilderung von „Leuten, die mit der Situation vertraut sind“.

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Die Zahlung sei Jahre danach vereinbart worden, als das mutmaßliche Opfer und ihre Anwälte schließlich an McMahon herangetreten seien - 2018, dem Jahr nach der Enthüllung des Harvey-Weinstein-Skandals in Hollywood und der Entstehung der #MeToo-Bewegung.

In zwei weiteren, bislang unbekannten Fällen, sollen je an die 1 Million Dollar geflossen sein: 2006 an eine „frühere Managerin“, mit der er eine Affäre gehabt hätte und 2008 von einer nicht näher eingegrenzten „Vertragsnehmerin“, die ihm sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorgeworfen hätte - unter anderem durch die Versendung von Nacktfotos gegen ihren Willen. Die hätte sie der Firma damals auch präsentiert.

Die 7,5-Millionen-Zahlung sei inzwischen Gegenstand der internen Untersuchung des Firmendirektoriums gegen Vince McMahon, ob dies auch für die beiden 1-Millionen-Vereinbarungen gelte, sei noch unbekannt, so das WSJ.

Neue Enthüllungen zeigen bekanntes Muster

Unabhängig von dem aktuellen Skandal hatte zuletzt auch Ex-WWE-Ringrichterin Rita Chatterton ihren Vorwurf erneuert, dass McMahon sie 1986 in einer Limousine vergewaltigt hätte, auch sie warf McMahon Nötigung zu Oralsex vor.

Auch der Fall aus dem Jahr 2008 lässt ein ähnliches Muster erkennen wie ein älterer Vorwurf gegen McMahon: 2006 hatte ihn eine damals 22 Jahre alte Sonnenstudio-Mitarbeiterin aus Florida wegen sexueller Belästigung angezeigt. Ihre Anschuldigungen: Er hätte sie gegen ihren Willen berührt, sie zu küssen versucht - und ihm Nacktfotos auf seinem Handy gezeigt. Es kam seinerzeit zu keiner Anklage.

Neue Enthüllungen auch um John Laurinaitis

Neue Details gibt es auch um die Untersuchung gegen den beurlaubten Talentchef John Laurinaitis: Dieser hätte auch schon 2012 eine 1,5-Millionen-Dollar-Vereinbarung mit einer Untergebenen geschlossen.

Diese hätte dem früheren Wrestler (Johnny Ace) vorgeworfen, sie degradiert zu haben, nachdem sie eine Affäre mit ihm beendet hätte. Im selben Jahr hatte Laurinaitis erstmals seinen Job als Talentchef verloren, den er im vergangenen Jahr wieder zurückbekommen hatte.

Vince McMahon hatte nach den ersten Enthüllungen seinen vorübergehenden Rücktritt vom WWE-Chefjob angekündigt, als Interimschefin benannte das Board of Directors seine Tochter Stephanie McMahon. Ihr Vater leitet aber weiter den Kreativbereich der Promotion und zeigte sich seitdem mehrfach offensiv vor der WWE-Kamera - und zuletzt auch gemeinsam mit Stephanie und deren Ehemann und Vorstandskollege „Triple H“ Paul Levesque im Publikum des jüngsten UFC-Pay-Per-Views.

Zuvor hatte es Unstimmigkeiten um Stephanies interne Rolle gegeben, die im Monat vor den Enthüllungen eine familiäre Auszeit von unbestimmter Dauer angekündigt hatte. Auch Ehemann Levesque galt zuletzt als entmachtet - hat nun aber wieder mehr Verantwortung bekommen. (HINTERGRUND: Das Rätsel um die neuen Machtverhältnisse bei WWE)

Abgang in WWE-Führung sorgt für weiteres Aufhrochen

Die interne Untersuchung gegen Vince McMahon führt ein „Spezialkomitee“ des Board of Directors durch, besetzt mit den Mitgliedern, die keine exekutive Verantwortung haben - de facto der Aufsichtsrat der Firma. Außen vor ist neben Vince, Stephanie und Levesque also auch Präsident und Finanzchef Nick Khan. WWE hat auch eine externe New Yorker Kanzlei engagiert, um die Vorgänge und die Firmenkultur von WWE generell zu untersuchen.

Erst am Donnerstag hatte für Aufhorchen gesorgt, dass der frühere ESPN-Manager Connor Schell das WWE-Board verließ - unter Berufung auf seine zunehmende berufliche Belastung, was aber nichts mit den aktuellen Vorgängen zu tun haben soll.

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Eine weitere, vielsagende Neuigkeit: Die Podcasterin Denise Salcedo berichtet, dass Netflix nach Angaben mehrerer Quellen eine zusammen mit WWE geplante Dokuserie über McMahon gestoppt hätte - im Herbst 2020 von WWE als „bahnbrechender Deal“ gepriesen. Die Doku soll eines der teuersten Serienprojekte in der Netflix-Geschichte und bereits weit gediehen gewesen sein.

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McMahons Unternehmen hat generell viele Connections nach Hollywood, auch zu ihrem früheren Star Dwayne „The Rock“ Johnson, dessen Serie „Young Rock“ von WWE mitproduziert ist. Seit 2002 hat WWE eine eigene Filmproduktionsgesellschaft (WWE Studios), die aktuell unter anderem an einer Fiktionalisierung des Steroidprozesses gegen McMahon in den Neunzigern arbeitet - ein Projekt, das nun befremdlicher denn je wirkt.

WWE hat die neuen Enthüllungen nicht konkret kommentiert, das Journal zitiert nur einen Sprecher mit der üblichen Floskel, dass die Firma in vollem Umfang mit der Untersuchung kooperiere. Ein Sprecher des Spezialkomitees hätte einen Kommentar abgelehnt.

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