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© SPORT1-Grafik: Getty Images
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München - Die Warriors drohen erstmals seit drei Jahren die NBA-Finals zu verpassen, LeBron James war sogar 2010 zuletzt nicht dabei. SPORT1 erklärt, warum der historische Doppel-K.o. trotzdem kommen wird.

Golden State Warriors vs. Cleveland Cavaliers - so lautete in den letzten drei Jahren die Paarung in den NBA-Finals. Zweimal setzten sich die Warriors durch, einmal triumphierten LeBron James und die Cavs.

In dieser Saison könnte alles anders werden. In ihren Conference Finals liegen die Vorjahresfinalisten jeweils mit 2:3 zurück. Die Über-Warriors drohen erstmals seit der Saison 2013/14 das Finale zu verpassen - "King James" war 2010 zuletzt nicht in der Endspiel-Serie. (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US)

In der Western Conference mühen sich die Warriors gegen die Houston Rockets ab, im Osten beißen sich die Cavs an den Boston Celtics die Zähne aus. Ist es nach jahrelanger Dominanz wirklich möglich, dass Warriors und Cavs frühzeitig scheitern?

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SPORT1 nennt vier Gründe, warum der historische Doppel-K.o. Wirklichkeit werden könnte:

Warriors mit ungewohnten Schwächen

An ihre Meisterleistungen aus den Vorjahren können die Golden State Warriors in dieser Spielzeit nicht anknüpfen. Bereits in der Regular Season setzte es für den Titelverteidiger ungewöhnlich viele Niederlagen (24 Pleiten, in der Vorsaison waren es nur 15). Dem Titelverteidiger fehlt das Feuer vergangener Tage. (SERVICE: So steht es in den NBA-Playoffs)

Auch mit Verletzten hat Golden State immer wieder zu kämpfen. Nachdem Steph Curry zum Ende der Vorrunde lange gefehlt hat, trifft den Meister aktuell der Ausfall von Andre Iguodala hart. Der 34-jährige Small Forward laboriert an einer Prellung am linken Bein und wurde in den Spielen vier und fünf gegen die Rockets schmerzlich vermisst.

Allerdings muss auch Houston zumindest für Spiel 6 auf Superstar Chris Paul verzichten. Der Point Guard fehlt den Texanern wegen einer Oberschenkelverletzung und soll nach der Partie erneut untersucht werden.

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Besonders in den letzen beiden Partien wurde eine Schwäche der Warriors deutlich: Im letzten Viertel bricht der Meister ein. In Spiel vier gelangen Curry und Co. im letzten Abschnitt nur zwölf Punkte - deutlich zu wenig.

Auch in Spiel fünf trat dieses Problem auf - bei Kevin Durant. Während er in den Vierteln eins bis drei starke 27 Punkte erzielte, ging in den letzten zwölf Minuten nichts mehr. Kein getroffener Wurf aus dem Feld, kein Assist, nur je ein Block und ein Rebound sowie zwei Freiwürfe sprechen eine deutliche Sprache.

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LeBron platt und von allen im Stich gelassen

Nach zwei Heimsiegen sind LeBron und die Cavs in Spiel 5 wieder brutal auf dem harten Boden der Realität gelandet.

Beim 83:96 in Boston zeigte das Team das gleiche schlechte Gesicht wie schon in den Auswärtsspielen zuvor: Defensiv hilflos, überfordert und offensiv nur in Person von Superstar James und mit Abstrichen Kevin Love wirklich playoff-würdig.

Der Rest der Starting Five traf nur zwei von 14 Würfen und kam am Ende auf klägliche neun Punkte.

"King James" muss eines der schwächsten Teams seiner Karriere fast komplett alleine schultern - und diese Last macht sich jetzt bemerkbar. Obwohl er mit 26 Punkten, 10 Rebounds und 5 Assists gute Zahlen auflegte, war deutlich zu sehen, dass der Überathlet platt ist. Vor allem in der Defensive kann James nicht die nötige Energie aufbringen.

Dazu wurde Trainer Ty Lue einmal mehr von seinem Gegenüber Brad Stevens ausgecoacht - und leistete hinterher einen Offenbarungseid. Er habe Scharfschütze Kyle Korver nicht früher bzw. länger aufs Feld geschickt, weil Semi Ojeleye, den man als seinen Gegenpart auf Celtics-Seite auserkoren hatte, nicht eingewechselt wurde.

Eine verheerende Aussage, weil Lue damit zugibt, seine eigene Taktik von einem marginalen Rollenspieler des Gegners abhängig zu machen. Zumal Korver mit seinem Shooting enorme Gefahr ausstrahlt - anders als JR Smith, der in der gesamten Serie gegen Boston desolate 23 Prozent seiner Würfe trifft und defensiv ein ums andere Mal entblößt wurde.

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Rockets-Masterplan geht auf

"Jeder weiß, dass sie ihr Team gebaut haben, um uns zu schlagen", sagte Warriors-Forward Draymond Green kürzlich über die Rockets. Schon vor geraumer Zeit hatte Houston diesen Plan bereits angekündigt. "Es war wie eine Obsession für sie", ist sich Green sicher. Und der Plan könnte aufgehen.

Dem Mega-Lineup der Warriors mit Curry, Thompson, Durant, Iguodala und Green hatte lange Zeit kaum jemand etwas entgegen zu setzen. Mit den langen Verteidigern Tucker, Capela, Mbah a Moute und Ariza haben die Rockets ein wirksames Mittel gefunden. Die Offensive des Meisters kann sich nicht wie gewohnt entfalten und wird mächtig in Schach gehalten.

Neben einer bärenstarken Defense stehen mit James Harden und Chris Paul außerdem zwei echte Superstars im Kader von Houston, die im Kampf gegen die einst Übermächtigen dagegenhalten können.

Celtics: Teambasketball und Coaching Trumpf

Dass die Celtics trotz der Verluste der verletzten All-Stars Kyrie Irving und Gordon Hayward einen Sieg vor den NBA Finals stehen, liegt vor allem an zwei Gründen: Dem herausragenden Team-Basketball von Coach-of-the-Year-Kandidat Brad Stevens und der raketenhaften Entwicklung der Youngster.

Stevens hat offensiv früh die Last auf viele Schultern verteilt und erntet jetzt die Früchte seiner Arbeit. Auch Bostons funktionierender Defensiv-Verbund ist Verdienst des Trainers.

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Taktisch hat der Coach außerdem meist die passende Maßnahme parat, zuletzt mit der Hereinnahme von Center-Kante Aron Baynes in die Starting Five. Mit dem harten Arbeiter haben die Celtics die Cavs nach zwei guten Heimspielen vor allem in Sachen Energie und Einsatz komplett überpowert.

Bostons verbliebener All-Star Al Horford muss im Gegensatz zu James nicht die Last fast alleine tragen, damit sein Team eine Chance hat. Dank ihres enormen Reifeprozesses sind vor allem Jaylen Brown (2. Saison, 25 Punkte in Spiel 4) und Jayson Tatum (1. Saison, 24 Punkte in Spiel 5) echte Erfolgsfaktoren, offensiv wie defensiv.

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