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Dora Grozer wechselte zur neuen Saison nach Stuttgart
Dora Grozer wechselte zur neuen Saison nach Stuttgart © Imago
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München - Mit gerade einmal 24 Jahren hat Volleyballerin Dora Grozer schon viel erlebt. Bei SPORT1 spricht sie über ihre Erfolge in der Schweiz, Rücktrittsgedanken und Corona.

Der Name Grozer und Volleyball gehören untrennbar zusammen. 

Georg Grozer senior und sein Sohn Georg Grozer junior zählen zu den bekanntesten Volleyballern in Deutschland. Beide spielten beziehungsweise spielen sowohl für die ungarische als auch die deutsche Nationalmannschaft und wurden zu Volleyballern des Jahres gekürt.  

Bereits Grozer senior bekam sein Volleyball-Talent in die Wiege gelegt, denn seine Mutter Judith kam auf über 300 Länderspiele für Ungarn und drei Olympia-Teilnahmen. Fast schon selbstverständlich, dass auch Grozers Frau Timea für die ungarische Nationalmannschaft spielte. 

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Aber nicht nur Georg Grozer junior setzt die Grozer-Volleyball-Dynastie aktuell fort. Auch dessen Geschwister sind im Volleyball erfolgreich. Während Tim zu den United Volleys Frankfurt wechselte, läuft Schwester Dora nun für die Allianz MTV Stuttgart auf. 

Dora Grozer denkt an Karriereende 

Obwohl sie erst 24 Jahre alt ist, kann Dora Grozer bereits auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Denn für sie ist es bereits der zweite Anlauf in der deutschen Volleyball-Bundesliga.  

SPORT1 zeigt die Auftaktpartie des Meisters Allianz MTV Stuttgart gegen Rote Raben Vilsbiburg am So. ab 17.10 Uhr LIVE im TV und im LIVESTREAM.

Mit gerade einmal 15 Jahren zog sie ins Sportinternat nach Münster und gab drei Jahre später bereits ihr Bundesliga-Debüt bei den Ladies in Black Aachen. Im Pokalfinale 2015 unterlag sie damals dabei ihrem jetzigen Verein Stuttgart. 

Nach ihrem Wechsel zum 1. FC Wiesbaden steigt sie zur Nationalspielerin auf, aber aufgrund von Verletzungssorgen und anderer Probleme gerät ihre Karriere ins Stolpern. Grozer denkt zu diesem Zeitpunkt sogar ans Aufhören. 

"Ich war nicht mehr so zufrieden, in Deutschland zu spielen. Es hat nicht mehr so viel Spaß gemacht und ich habe etwas Neues gebraucht. Die Schweiz war eine gute 'Auszeit' für mich", sagt Grozer rückblickend im Gespräch mit SPORT1

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Wechsel in die Schweiz zahlt sich aus 

Die 1,82 Meter große Außenangreiferin wechselt in die Schweiz zu Sm'Aesch Pfeffingen und trifft dort auf Trainer Andreas Vollmer, den sie bereits zu Nationalmannschafts-Zeiten als dortigen Assistenztrainer kennengelernt hatte. 

In der Schweiz findet Grozer neue Motivation und blüht auch dank ihres Trainers wieder auf: "Der Trainer hat mir viel Kraft und eine andere Rolle gegeben. So bekam ich den Spaß am Volleyball zurück."

Sie wird zur Topscorerin und dank ihrer mitreißenden Spielweise sogar zum MVP gewählt, für Grozer eine große Ehre. Da das Fachportal Volley1 sie auch noch zur spektakulärsten Akteurin der Liga kürte, gab die Frankfurter Allgemeine Zeitung ihr den Spitznamen "Miss Swiss".

Noch heute denkt sie gern an die Zeit zurück: "In der Schweiz habe ich viel gelernt, weil ich dort große Verantwortung vom Trainer bekommen habe. Ich war Co-Kapitänin."

Das blieb auch den Verantwortlichen in der deutschen Volleyball-Bundesliga nicht verborgen. "Wir haben sie die letzten zwei Jahre schon beobachtet", verriet Stuttgarts Sportdirektorin Kim Renkema. Sie habe einen großen Sprung gemacht, weshalb es der richtige Zeitpunkt für eine Rückkehr sei. 

Vergleiche mit Bruder und Vater 

Das sieht auch Grozer so: "Wenn man ein Angebot von Stuttgart bekommt, überlegt man nicht lange. Als ich früher in Deutschland spielte, waren wir immer aufgeregt, wenn wir gegen Stuttgart gespielt haben. Die Halle, die Mannschaft - das ist ein richtig guter Verein, für den man gerne spielt." 

Dafür nimmt sie auch gern die in Deutschland vermutlich wieder häufiger aufkommenden Vergleiche mit ihrem Vater und Bruder in Kauf: "Ich bin stolz auf meine Familie.  Daher ist es auch keine Last. Leute dürfen mich gerne vergleichen, aber ich kann meinen Bruder oder Vater nie übertrumpfen. Ich bin auch eine Frau (lacht). Jeder hat andere Stärken und Schwächen."

Grozer fühlt sich in Stuttgart bisher sehr wohl und schwärmt von der Organisation rund um den Verein. Allerdings ist die Konkurrenz auf ihrer Position sehr groß, weshalb sie um einen Stammplatz erst einmal kämpfen muss. 

"Ich muss den Trainer überzeugen, dass ich spielen kann und möchte. Die Saison ist auch lang und man braucht jede Spielerin. Einmal startet man und im nächsten Spiel vielleicht nicht mehr - oder andersherum. Ich glaube, wenn man im Training immer Vollgas gibt, belohnt einen der Trainer irgendwann dafür", sieht Grozer die Situation aber entspannt. 

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Sehr wachsam ist Grozer derweil bei dem Thema, das auch ihre Sportart mehr beschäftigt, als ihr lieb sein kann: der Corona-Pandemie.

"Im Sport muss man sehr vorsichtig sein, da man direkt die ganze Mannschaft ansteckt", sagt Grozer. Für Fans sei das manchmal zwar nicht ganz einfach, wenn die Spielerinnen so sehr auf Abstand gehen - doch für Grozer ist es die einzige Option: "Wenn das ganze Team zwei Wochen Pause machen müsste, wäre das sportlich gesehen tödlich." 

Auch in der Halle merkt sie sofort den Unterschied, wenn sie auf die Tribünen blickt - doch irgendwann würden sich alle daran gewöhnt haben. "Ich hoffe, dass sich die Situation langsam beruhigt und alle vorsichtiger sind, damit alle einfacher leben können", fügt sie hinzu. 

An ihren Zielen mit Stuttgart ändert all dies aber nichts: "Wir wollen wie in den letzten Jahren so viele Titel wie möglich gewinnen."

Für eine echte Grozer gehören Titel im Volleyball schließlich auch irgendwie dazu.

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