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Éder Carbonera (Nr. 16) und die BR Volleys wollen auch diese Saison wieder ihre Ausnahmestellung beweisen
Eder Carbonera (Nr. 16) und die BR Volleys wollen auch diese Saison wieder ihre Ausnahmestellung beweisen © Imago
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München - Nach den Frauen starten auch die Männer die neue Saison. Wie sind nach der Coronapause die Kräfteverhältnisse im Volleyball? SPORT1-Experte Dirk Berscheidt schätzt ein.

Die Volleyball-Bundesliga steht in den Startlöchern!

Nach den Frauen starten nun auch die Männer in die neue Spielzeit. Am Samstag stehen direkt vier Spiele mit großen Namen auf dem Programm. (Spielplan und Ergebnisse der Volleyball-Bundesliga der Männer)

Fans und Vereine sind nach der wegen Corona abgebrochenen Saison 2019/20 und einer monatelangen Pause gespannt, wie die Kräfteverhältnisse in diesem Jahr aussehen.

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Die letzten Jahre standen ganz im Zeichen des Duells zwischen den BR Volleys und dem VfB Friedrichshafen. Seit der Saison 2012/13 spielten diese beiden Teams jeweils im Finale. Aber lediglich 2015 konnte das Team vom Bodensee den Hauptstädtern Paroli bieten und den Titel einheimsen.

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In den restlichen Jahren ging die Meisterschaft stets nach Berlin, wo man 2016 mit dem Pokalsieg sogar das erste und einzige Double holen konnte, mit dem Triumph im CEV-Pokal wurde es sogar das Triple.

Marschiert der zehnmalige Meister auch in dieser Saison wieder durch oder kann ein anderes Team vielleicht doch zum Favoritenschreck werden? (Tabelle der Volleyball-Bundesliga der Männer 2020/21)

SPORT1-Kommentator Dirk Berscheidt schätzt die Chancen der einzelnen Klubs ein.

BERLIN RECYCLING Volleys

Die BR Volleys sind DER Verein in Deutschland, an dem sich alle messen lassen müssen. Nicht nur die beeindruckende Titelsammlung der letzten Jahre (sieben Meistertitel seit 2012) hieven den Hauptstadtklub an die nationale Spitze. Auch das Personal und die Infrastruktur befinden sich auf einem eigenen Level.

Der Kader steht dieser Ausnahmestellung in nichts hinterher. Mit Benjamin Patch haben sie einen überragenden Spieler auf der Diagonalposition. Besonders überraschend, der US-Amerikaner und Sergey Grankin, Olympiasieger von 2012, bleiben für eine dritte Spielzeit in Berlin. Selbst ohne Corona wäre das eine außergewöhnliche Tatsache.

Eder Carbonera ist brasilianischer Nationalspieler
Eder Carbonera ist brasilianischer Nationalspieler © Imago

Aber der Serienmeister der vergangenen Jahre hat seinen Luxus-Kader nicht nur zusammengehalten, sondern sogar noch verstärkt. Mit Eder Carbonera konnte man einen weiteren Olympiasieger (2016) verpflichten. Dazu kommt auch Top-Talent Anton Brehme an die Spree.

VfB Friedrichshafen

Natürlich ist auch der VfB Friedrichshafen wieder ganz vorne mit dabei, wenn es um den Einzug in das Finale geht. Allerdings hat der Rekordmeister (13 Titel) mit seiner Hallen-Problematik eine große Hypothek, die er mit in die Saison nimmt.

Wegen Sicherheitsbedenken wurde die ZF Arena, Heim- und Trainingsstätte des Klubs, für immer geschlossen. "Auch wenn keine akute Einsturzgefahr besteht, können die Experten ein latentes Risiko, insbesondere bei Schneelast, nicht ausschließen", hieß es in der Mitteilung. Grund für die folgenschwere Maßnahme ist Korrosion an den Stahlseilen der Dachkonstruktion. Noch ist keine dauerhafte Ersatzlösung gefunden.

Die ZF Arena in Friedrichshafen wurde geschlossen
Die ZF Arena in Friedrichshafen wurde geschlossen © Imago

Dazu haben die Friedrichshafener im letzten Jahr einen großen Umbruch eingeleitet. "Es war klar, dass es schwierig sein wird. Wir hatten zu Beginn gute Spiele und dann eine Schwächephase über den Jahreswechsel. Dann haben wir uns rausgekämpft und waren auf einem guten Weg bis zur Pause", beschrieb Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt die Situation im SPORT1 Volleytalk.

Gelingt es Trainer Michael Warm in seinem zweiten Jahr beim Bodensee-Klub, diese Probleme zu managen, kann es für den VfB auch in dieser Saison wieder weit gehen.

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United Volleys Frankfurt

Die Frankfurter haben mal wieder ein spannendes Projekt am Start. In ihrem Kader haben sie viele junge deutsche Spieler, die von einigen Routiniers geführt werden sollen.

Wohin der Weg führen kann, haben sie bereits im Supercup angedeutet. Zwar hört sich die 0:3-Niederlage nach einer klaren Geschichte an, schaut man allerdings in die Sätze, ergibt sich ein anderes Bild. Keinen Satz haben die Hessen mit mehr als drei Punkten Rückstand verloren. Im ersten Satz zwangen sie den Serienmeister sogar in die Verlängerung, ehe sich die Berliner mit 29:27 durchsetzen konnten.

Die United Volleys haben also eine mehr als beachtliche Leistung gegen den absoluten Topfavoriten auf den Titel abgeliefert. Schaffen es die Verantwortlichen, aus dieser Truppe eine stabile Mannschaft zu formen, die diese Leistung über eine komplette Saison aufs Parkett zaubern kann, muss das Halbfinale kein Wunschdenken sein.

TSV Herrsching

Die Oberbayern haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und gehören mittlerweile zu den Top-Klubs in Deutschland.

Der selbstgewählte Beinamen "Geilster Club der Welt" bezieht sich also nicht mehr nur auf die Stimmung, sondern hat auch eine sportliche Basis. Allerdings muss man auch realistisch sein. Für einen Titelanspruch reicht es für das Team vom Ammersee noch nicht. Allerdings sollten sie selbst auch den Anspruch an sich stellen, das Halbfinale zu erreichen.

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SWD powervolleys Düren

Die Stärke Dürens liegt in der Erfahrung. Der Kader aus dem Vorjahr konnte größtenteils zusammengehalten werden und wurde mit dem kanadischen Nationalspieler Lucas Van Berkel auf der Mittelblockerposition nochmal verstärkt.

Lucas Van Berkel (r.) ist kanadischer Nationalspieler
Lucas Van Berkel (r.) ist kanadischer Nationalspieler © Imago

Natürlich ist die Mannschaft nicht mehr die jüngste, gehört aber lange noch nicht zum alten Eisen. Wenn die Spieler also ihre PS nochmal auf die Straße bringen, muss man dieses Team in den Playoffs auf jeden Fall auf dem Zettel haben.

SVG Lüneburg

Auch die SVG Lüneburg darf man nicht außer Acht lassen. Die Niedersachsen haben immer wieder bewiesen, dass sie die Fähigkeit haben, sich im Laufe einer Saison zu steigern. Dieses Ass wollen sie auch in der diesjährigen Spielzeit wieder ausspielen.

Dazu haben sie mit Stefan Hübner einen absoluten Volleyball-Experten auf der Trainerbank. In seiner aktiven Zeit war er der vielleicht weltbeste Mittelblocker. In Italien haben sie ihm deswegen den Spitznamen "Il Muro" (Die Mauer) verliehen. Von diesem Wissen gibt er viel an seine Spieler weiter. Dazu gelingt es ihm, mit seiner unaufgeregten Art die Spieler ständig weiterzuentwickeln.

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