vergrößernverkleinern
Germany - Training & Press Conference
Roman Weidenfeller (M., mit Torwarttrainer Andreas Köpke und Ron-Robert Zieler) feierte sein Nationalteam-Debüt im November 2013 im Wembley-Stadion © getty

Faro - Das EM-Qualifikationsspiel in Gibraltar ist für Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller das erste Pflichtspiel unter Bundestrainer Joachim Löw. Es dürfte sein letztes großer Auftritt sein.

Beim Abschlusstraining am Freitagabend im Estadio do Algarve ließ sich Roman Weidenfeller von Andreas Köpke ein paar Bälle aufs Tor schießen. Weidenfeller erledigte seine Arbeit konzentriert und routiniert, genauso wie er es auch am Abend gegen Gibraltar (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) machen wird.

Das EM-Qualifikationsspiel gegen den krassen Außenseiter ist Weidenfellers erstes Pflichtspiel unter Joachim Löw - gut möglich, dass es zugleich sein letztes Länderspiel sein wird.

Lob klingt wie ein Abgesang

Denn was der Bundestrainer in Faro über Weidenfeller sagte, klang wie ein Abgesang auf den 34-Jährigen.

"Die Zukunft gehört den jungen Torhütern", sagte Löw. Weidenfeller sei "die letzten eineinhalb Jahre ein wahnsinnig wichtiger Spieler" gewesen, ergänzte er, und stellte die Qualitäten des Dortmunders heraus: "Er konnte die jungen Spieler führen, hat eine positive Ausstrahlung. Er hat bei der WM immer einen sehr guten Eindruck gemacht, sehr gut trainiert, obwohl er wusste, dass er wahrscheinlich nicht zum Einsatz kommen wird."

Ähnlich wie Oliver Kahn während der WM 2006 war Weidenfeller 2014 in Brasilien ein Vollprofi auf jeder Ebene. Kahn arbeitet mittlerweile als Experte für das Fernsehen, und auch Weidenfellers Karriere neigt sich dem Ende entgegen.

Germany - Training & Press Conference
Roman Weidenfeller (M., mit Andreas Köpke, l., und Ron-Robert Zieler) hat bei Borussia Dortmund einen Vertrag bis 2016 © getty

Dortmund vor Bürki-Transfer

In Dortmund saß er zuletzt oft auf der Bank, weil Jürgen Klopp dem acht Jahre jüngeren Mitch Langerak den Vorzug gab. Weidenfellers Vertrag beim BVB läuft noch ein Jahr, doch ein neuer Keeper steht bereits auf dem Sprung zur Borussia.

Während Löw am Freitagmittag über die Torhütersituation sprach, vermeldete die Badische Zeitung, dass FreiburgsRoman Bürki kurz vor der Einigung mit den Dortmundern stehe. Bürki ist sogar noch zwei Jahre jünger als Langerak und fast zehn Jahre jünger als Weidenfeller, dessen Abgang beim BVB die Folge sein könnte.

Wechsel nach Italien?

"Wir müssen jetzt auch mal gucken, wohin sein Weg führt. Er hat ja noch keine Entscheidung getroffen", meinte Löw. Italien könnte ein Ziel sein, Weidenfeller wurde bereits mit dem AC Florenz in Verbindung gebracht. Ein Wechsel zum FC Bayern als Backup für Manuel Neuer ist hingegen unwahrscheinlich, schließlich will Weidenfeller spielen.

In der Nationalelf heißen die Top-Kandidaten für den zweiten und dritten Platz hinter Neuer Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno.

Die beiden 23-Jährigen haben sich bereits auf internationalem Spitzenniveau bewiesen, ter Stegen gewann mit Barcelona die Champions League, Leno überzeugte ebenfalls in der Königsklasse. Ab der kommenden Woche kämpfen sie mit der deutschen U 21 in Tschechien um den EM-Titel.

Auch Zieler muss um seinen Platz bangen

"Wir haben zwei, drei hervorragende junge Torhüter, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Die wollen wir schon heranführen", erklärte der Bundestrainer.

Der dritte Mann ist Kevin Trapp. Den 24-Jährigen hätte der Bundestrainer für das Gibraltar-Spiel als möglichen Nachrücker für den Fall nominiert, dass sich Weidenfeller oder Ron-Robert Zieler beim Training verletzt hätten. Der Hannoveraner steht bei Löw zwar hoch im Kurs, doch ihm könnte das gleiche Schicksal wie Weidenfeller drohen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel