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München und Hamburg - Julius Thole und Clemens Wickler brauchen noch einen Sieg, um Beachvolleyball-Weltmeister zu werden. SPORT1 erklärt, warum der Sensations-Coup möglich ist.

"Unglaublich, was hier passiert", stammelte Clemens Wickler ins SPORT1-Mikrofon. Sein Partner Julius Thole hatte gar "keine Ahnung, was hier passiert."

Die beiden WM-Finalisten rangen nach ihrem Coup im Halbfinale der Beachvolleyball-WM nach Worten. Wenige Minuten zuvor hatten sie die an Nummer 1 gesetzten Anders Mol und Christian Sorum im Tiebreak mit 2:1 Sätzen niedergerungen.

Am Sonntag könnten die beiden Deutschen ihre unglaubliche Wunder-Woche krönen, im Endspiel am Hamburger Rothenbaum treffen Thole/Wickler auf das russische Duo Viacheslav Krasilnikov und Oleg Stoyanovskiy. Oder in Zahlen formuliert: die Nummer 13 der Weltrangliste aus Deutschland misst sich mit der Nummer drei.

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(SPORT1 zeigt die Partie um Platz drei am Sonntag um 12.30 Uhr LIVE im TV und im LIVESTREAM. SPORT1 begleitet das Finale ab 14 Uhr LIVETICKER, die Highlights gibt es ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1 und im Livestream)

Thole/Wickler: "Ziel ist es, zu gewinnen"

"Die beiden sind Wahnsinnsspieler, können gut aufschlagen, gut blocken. Jetzt im Finale kann man nicht erwarten, dass die kein Volleyball spielen können", erklärte Wickler dazu in der Bild.

Schon der Einzug ins Finale ist für die beiden Deutschen, die neben ihrer Sportkarriere Jura (Thole) und BWL (Wickler) studieren, nicht weniger als eine Sensation. Die beiden spielen erst seit Herbst 2017 zusammen, im vergangenen Jahr schafften sie - ebenfalls in Hamburg - mit Platz vier im World Tour Finale ihren internationalen Durchbruch.

2019 war ein zweiter Platz in Den Haag das beste Ergebnis für das Duo des Eimsbütteler TV.

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Am Sonntag können sich die beiden Senkrechtstarter zum Weltmeister küren - und sie sind bereit dazu.

"Vor so einer Kulisse ein Finale spielen zu dürfen, ist der Wahnsinn. Das Ziel ist es, morgen zu gewinnen", jubelte Wickler bei SPORT1. "Wir machen uns jetzt gar keinen Druck mehr. Wir haben mehr erreicht, als wir uns vorher ausgerechnet haben." (SERVICE: Spielplan der Beachvolleyball-WM im SPORT1-Datencenter)

Hamburger Publikum sorgt für Extra-Kick

Beim Finalcoup soll wieder das heißblütige Hamburger Publikum helfen. "13000 Fans hinter dir zu haben, macht dich einfach so viel stärker. Wenn du dich da umguckst, kannst du nicht aufgeben", sagte Thole. Für Wickler wäre die Reise der beiden ohne das Publikum gar schon längst beendet.

Auch am Samstag sangen die Zuschauer "Oh, wie ist das schön", die Laola-Welle schwappte durch das ausverkaufte Stadion. "Dass wir zuhause spielen, könnte ausschlaggebend sein. Diese Massen schreien uns nach vorne", schwärmte Thole.

Ganz klar: Auch darum können die deutschen Beach-Helden nun tatsächlich WM-Gold holen.

Thole (22) und Wickler (24) sind längst in den Herzen der deutschen Fans angekommen. Sowohl Sportdirektor Niclas Hildebrand ("Weltklasseleistung") als auch Viertelfinal-Gegner Phil Dahlhausser ("Sie sind sehr weit für ihr Alter") zeigten sich begeistert von den Leistungen der beiden Youngster.

Ludwig und Co. glauben an Thole/Wickler

Ex-Weltmeisterin Laura Ludwig ist ohnehin überzeugt, dass die beiden auch den letzten Schritt erfolgreich gestalten und dem Deutschen Beachvolleyball-Bund den ersten Weltmeister-Titel der Männer seit 2009 bescheren.

Damals hatte Jonas Reckermann gemeinsam mit Julius Brink triumphiert - und letzterer ist der große Mentor der neuen Beachvolleyball-Helden. Brink traute dem Duo den Durchbruch zu, konnte sich eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2020 vorstellen - dass die Beiden so schnell in die Weltspitze aufstiegen, macht aber auch ihn sprachlos.

Sowohl taktisch als auch psychologisch zeigten sich die beiden Youngster stets gewappnet für die Situationen auf dem Platz. Die jüngste Erfolgsserie ist deshalb eng mit dem Namen Jürgen Wagner verbunden.

Der Trainer machte bereits Ludwig und Kira Walkenhorst (2016) sowie Brink/Reckermann (2012) zu Olympiasiegern. Jetzt ist er bei den deutschen Hoffnungsträgern für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio für die Gesamtsteuerung verantwortlich. Auch Psychologin Anett Szigeti und Bundestrainer Martin Olejnak seien für die Qualität der Leistung eminent wichtig.

Eine Medaille haben Thole/Wickler schon jetzt sicher. Der WM-Titel wäre auch die Summe einer überragenden Teamleistung.

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