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München - Timo Werner steht vor einem Transfer von RB Leipzig zum FC Chelsea. Er trifft dort auf ein Team im Neuaufbau - in dem er eine große Lücke füllen soll.

FC Bayern? FC Liverpool? FC Chelsea!

Timo Werner, der derzeit beste deutsche Stürmer, steht unmittelbar vor einem Wechsel von RB Leipzig in die englische Premier League, soll an der Stamford Bridge die Mannschaft von Frank Lampard verstärken und Teamkollege von DFB-Kollege Antonio Rüdiger werden.

Die Blues wollen die rund 60 Millionen Euro Ablöse zahlen, die in Werners Ausstiegsklausel steht.

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Der 24 Jahre alte Werner würde auf den Spuren von Michael Ballack wandeln, der von 2006 bis 2010 für den Klub aus London spielte, damals wie heute finanziert vom russischen Milliardär Roman Abramowitsch.

Wie steht Chelsea zehn Jahre später da? Wie soll Werner sich einfügen? SPORT1 ordnet ein.

- Lage und Ambitionen des FC Chelsea:

Chelsea war zuletzt 2017 englischer Meister, in den vergangenen, von Pep Guardiolas Manchester City dominierten Saisons, fiel der Klub deutlich ab, sowohl unter Meistercoach Antonio Conte als auch Nachfolger Maurizio Sarri.

Klublegende Lampard übernahm im Sommer und übertraf die Erwartungen. Chelsea liegt in der Tabelle der am 17. Juni neu startenden Premier League Tabelle auf Platz 4, obwohl Chelsea sich im Sommer wegen einer Transfersperre nicht verstärken konnte und deswegen ein Übergangsjahr einkalkulieren musste.

Lampard begriff das Problem als Chance, setzte auf junge Spieler, die sich gut behaupteten, nun soll durch die Verpflichtung ins Konzept passender Stars eine passende Mischung gefunden werden, um weiter oben anzugreifen.

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- Auf diese Kollegen und Rivalen trifft Timo Werner:

Im Angriffsbereich sind die Blues aktuell schon durchaus prominent besetzt: Im Zentrum stürmt Top-Torjäger Tammy Abraham (15 Treffer in 35 Ligaspielen), als Backups hat Lampard aktuell Routinier Olivier Giroud (der eben erst verlängert hat) und den früheren Dortmunder Michy Batshuayi (der im Sommer gehen könnte).

Für die rechte Seite kommt im Sommer Hakim Ziyech für 40 Millionen Euro von Ajax Amsterdam, die aktuell dort agierenden Willian und Pedro werden Chelsea wohl beide verlassen.

Auf der linken Seite trifft Werner derweil auf namhafte Rivalen: Derzeit konkurrieren dort der frühere Dortmunder Christian Pulisic (28 Spiele, 6 Tore) und FC-Bayern-Flirt Callum Hudson-Odoi (26/3) um Spielzeit.

Christian Pulisic (l.) und Callum Hudson-Odoi spielen beim FC Chelsea links
Christian Pulisic (l.) und Callum Hudson-Odoi spielen beim FC Chelsea links © Getty Images

Keiner der beiden agiert dort jedoch so prägend wie vor ihnen der 2019 zu Real Madrid gewechselte Eden Hazard. Dass Tormaschine Werner (26 Treffer in 32 Liga-Spielen dieser Saison) diese Lücke nachträglich füllt, ist die Vision hinter dem Transfer.

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- Die Taktik:

Lampard agiert meistens im 4-3-3-System, Werner würde in diesem wohl die meiste Zeit mit Abraham und Ziyech das Angriffstrio bilden. Alternativ kann Werner wie meistens in Leipzig auch das Zentrum besetzen, angesichts dessen, dass er dort den stärksten Positionskonkurrenten hat, wird das aber nur Option B sein.

Tammy Abraham spielt beim FC Chelsea im Sturmzentrum
Tammy Abraham spielt beim FC Chelsea im Sturmzentrum © Getty Images

Auch in den Varianten 4-2-3-1 und 3-4-3 wäre Werner erste Wahl für die linke Offensivseite, dort etwas hinter Abraham agierend. Sein Tempo käme Werner in allen Varianten zugute, ebenso seine Weiterentwicklung unter Julian Nagelsmann, bei dem Werner etwas tiefer agierte als zuvor unter Ralf Rangnick, mehr ins Passspiel eingebunden wurde.

Partner Werners auf der linken Seite wäre wohl der spanische Kapitän César Azpilicueta, der aktuell meist als Linksverteidiger agiert.

- Persönliche Entwicklung:

Auf den ersten Blick sind die Blues in seiner momentanen Lage für Werner kein so großer Entwicklungsschritt wie es ein Transfer zu Tabellenführer Liverpool und Jürgen Klopp gewesen wäre.

Auf den zweiten Blick jedoch hat das Projekt Chelsea seine Vorzüge. In Liverpool wäre er auf das fest etablierte Offensivtrio Sadio Mané - Mohamed Salah - Roberto Firmino getroffen, das er erstmal hätte sprengen müssen. Bei Chelsea findet er dagegen eine Lücke vor, in die er als potenzieller Königstransfer stoßen kann. Zugleich stimmen die Entwicklungsperspektiven des Klubs - auch wenn es eine harte Nuss sein wird, das Duopol Liverpool / ManCity aufzubrechen.

Dass ein Auslandswechsel generell eine Herausforderung ist, die Werner reizt, hat er immer wieder betont. Meistert er sie, wird er auch für Bundestrainer Joachim Löw und die auf 2021 verschobene EM noch wertvoller sein.

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