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"The Dynamite Kid" Tom Billington gilt als einer der besten Wrestler aller Zeiten
"The Dynamite Kid" Tom Billington gilt als einer der besten Wrestler aller Zeiten © WWE
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München - Wrestling-Legende Dynamite Kid ist an seinem 60. Geburtstag verstorben. Er war einer der Besten aller Zeiten, ein Vorbild für viele - aber nicht nur ein gutes.

Die Wrestling-Welt trauert um einen Pionier, der den Showsport auf eine neue Ebene gehoben hat - und seinen Körper dafür kaputt machte.

Der frühere WWE-Star Thomas Billington, besser bekannt als The Dynamite Kid, ist am Morgen seines 60. Geburtstags am Mittwoch verstorben. Dies wurde am Mittag unter anderem von Harry ("DH") Smith bestätigt, dem Sohn von Billingtons 2002 verstorbenen Cousin "The British Bulldog" Davey Boy Smith.

Billington bildete mit Davey Boy Smith in der früheren WWF einst das legendäre Tag Team "The British Bulldogs". Als noch größeres Vermächtnis jedoch wird sein Werk in Japan betrachtet. Vor allem seine Kampfserie gegen Tiger Mask (Satoru Sayama) war wegweisend für das athletische und technische Niveau, das im heutigen Wrestling als Standard empfunden wird.

Sein Weggefährte Bret Hart bezeichnete Dynamite Kid als "besten Wrestler, der je gelebt hat, pound for pound". Als Folge seines sehr körperlichen Stils im Ring und seines Lebenswandels außerhalb litt Billington jedoch seit vielen Jahren an schweren gesundheitlichen Problemen und saß seit über 20 Jahren im Rollstuhl.

Davey Boy Smith und Dynamite Kid bildeten bei WWE die British Bulldogs
Davey Boy Smith und Dynamite Kid bildeten bei WWE die British Bulldogs © WWE

Weggefährte von Bret Hart, Revolutionär in Japan

Billington war der Sohn eines Minenarbeiters aus dem britischen Golborne und tat sich in den siebziger Jahren als großes Talent in seiner Heimat hervor. 1978 entdeckte ihn die kanadische Promotion STAMPEDE von Brets Vater Stu Hart, die ihn auch zu der mit ihr (und zeitweise auch mit WWE) kooperierenden Liga NJPW in Japan vermittelte.

Billington blieb dort vor allem für seine Matches gegen Tiger Mask in Erinnerung, sie galten damals als das Beste, was das Wrestling weltweit zu bieten hatte. Sie etablierten die in Japan bis heute in Ehren gehaltene Junior Heavyweight Division und inspirierten zahlreiche spätere Stars.

Tiger Mask und Dynamite Kid lieferten sich eine legendäre Matchserie
Tiger Mask und Dynamite Kid lieferten sich eine legendäre Matchserie © WWE

In der WWF war Billington von 1984 bis 1988 und blieb dort eher unter seinen Möglichkeiten, zumindest für die Tag-Team-Szene waren die Duelle der Bulldogs mit der ursprünglichen Hart Foundation (Bret Hart und Jim Neidhart) prägend.

1988 verließen die Bulldogs die WWF, anders als Billington kehrte Smith kurz darauf zurück und legte ebenso eine erfolgreiche Solo-Karriere hin wie Hart. Auch Neidhart ist in diesem Jahr verstorben, Bret Hart ist das einzige noch lebende Mitglied der zweiten Hart Foundation aus Neidhart, Owen Hart, Brian Pillman und Smith.

Drogen beförderten den gesundheitlichen Verfall

Dynamite Kid blieb ein gefragter Star in Japan, aber sein körperlicher Verfall begann schon während der aktiven Karriere, vor allem sein Rücken und seine Beine machten ihm zu schaffen.

Bei seinem letzten Match 1996 war er nur noch ein Schatten seiner selbst und musste am Tag darauf nach einem Kollaps ins Krankenhaus. Ab dem Jahr darauf war er wegen einer Lähmung seines linken Beins auf den Rollstuhl angewiesen. Im November 2013 erlitt er einen Schlaganfall. 2015 schloss Billington sich einer erfolglosen Sammelklage an, die WWE vorwarf, ihre Performer nicht ausreichend vor Kopfverletzungen geschützt zu haben.

Billingtons gesundheitliche Probleme wurden durch Drogenkonsum befördert, er gestand stetigen Missbrauch von Steroiden, Amphetaminen, Kokain und LSD. In seiner unverblümten Autobiografie "Pure Dynamite" beschrieb er mehrere drogenbedingte Nahtoderlebnisse - und sogar muskelsteigernde Experimente mit Pferdesteroiden.

Auch der frühe Tod von Ex-Partner Smith, der mit nur 39 Jahren einem Herzinfarkt erlag, wurde durch Drogen- und Steroidmissbrauch sowie Schmerzmittelabhängigkeit begünstigt. Bei beiden Bulldogs fällt beim Vergleich früherer und späterer Matches auf, wie sich im Lauf der Jahre von recht schmächtigen Durchschnittstypen zu Muskelbergen entwickelt haben. Dopingtests gab es zu Dynamites Zeiten bei WWE noch nicht, erst nach einem größeren Steroidskandal Anfang der neunziger Jahre.

Dynamite Kid hinterlässt zwiespältiges Erbe

Dynamites Ringstil erwies sich ebenfalls als Raubbau am eigenen Körper: Als großer Fehler gilt im Nachhinein etwa sein berühmtestes Manöver, der Flying Headbutt, ein eingesprungener Kopfstoß vom obersten Seil gegen den Oberkörper des Gegners.

Harley Race, der diese Aktion erfunden hat, hielt später fest, dass er seine Innovation bereut. Sie begünstigt sowohl Gehirnerschütterungen als auch Rückenprobleme. Zu beobachten war das nicht nur bei Dynamite Kid, sondern auch am späteren WWE-Star Chris Benoit, den Dynamite Kid stark beeinflusst hat. 2007 tötete Benoit - bei dem posthum die degenerative Krankheit CTE festgestellt wurde - seine Ehefrau, sein Kind und sich selbst.

WWE-Star Chris Benoit tötete 2007 seine Frau, seine Kinder und sich selbst
WWE-Star Chris Benoit wurde stark von Dynamite Kid beeinflusst © Imago

Auch der aktuelle WWE-Champion Daniel Bryan ist stark von Dynamite Kid geprägt, zeigt den Diving Headbutt ebenfalls von Zeit zu Zeit.

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