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Owen Hart besiegte bei WrestleMania X im Jahr 1994 seinen Bruder Bret Hart
Owen Hart besiegte bei WrestleMania X im Jahr 1994 seinen Bruder Bret Hart © WWE
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München - Bei einem missglückten Einmarsch-Stunt stürzte WWE-Star Owen Hart vor 20 Jahren zu Tode. Um sein Vermächtnis tobt ein bis heute andauernder Konflikt.

Es war der schlimmste Anblick, den WWE-Fans je erleben mussten. Und der Gedanke daran schmerzt auch noch 20 Jahre danach.

Am 23. Mai 1999 stürzte Owen Hart vor den Augen von über 16.000 Zuschauern zu Tode. Ein missglückter Einlauf-Stunt bei der live übertragenen Veranstaltung "Over the Edge" kostete den jüngeren Bruder von Bret "The Hitman" Hart im Alter von 34 Jahren das Leben.

Die Wrestling-Welt verlor an diesem Tag einen ihrer Besten, als Performer und als Mensch.

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Und auch die Folgen der Tragödie waren bitter. Um das Vermächtnis des "King of Harts" entbrannte ein hässlicher Streit, der seine Hinterbliebenen bis heute spaltet.

Durchbruch dank Fehde mit Bret Hart

Owen Hart hatte fünf Jahre zuvor in der damaligen WWF seinen Durchbruch gefeiert, indem er sich in einer groß angelegten Story gegen seinen älteren Bruder wandte und ihn um dessen World Title herausforderte.

Owen durfte diesen damals und auch später nicht gewinnen, dennoch entfaltete der Kanadier sich als verhasster und charismatischer Schurke auf eine Art und Weise, die ihm vorher kaum jemand zugetraut hätte.

Sein späterer Zusammenschluss mit dem dann ebenfalls böse gewordenen Bret in der zweiten Auflage der Hart Foundation 1997 und die gemeinsame Fehde gegen den aufstrebenden "Stone Cold" Steve Austin war ein weiterer Schlüsselmoment der Promotion, der damals ein Grundstein der enorm erfolgreichen Attitude Era war.

Ende 1997 wechselte Bret zur Konkurrenzliga WCW, mit einem großen Knall: WWF-Boss Vince McMahon brach die Absprache, dass Bret sein letztes Match gegen Shawn Michaels bei den Survivor Series 1997 nicht verlieren sollte - der berühmte "Montreal Screwjob".

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Letzter Auftritt als "Blue Blazer"

Infolge des Krachs verließen auch Bret und Owens ebenfalls früh verstorbene Schwäger Jim Neidhart und Davey Boy Smith die WWF Richtung WCW, Owen war der einzige, der blieb. McMahon pochte einerseits auf dessen Vertrag, andererseits hatte Owen nach Brets Angaben ohnehin Sorge, ob die Konkurrenzliga etwas mit ihm hätte anfangen können.

Owens weitere Karriere bei der WWF mündete 1999 in der Rückkehr seines ursprünglichen Charakters als maskierter "Blue Blazer". Die Rolle, die Ende der Achtziger die Verwandtschaft Owens zu Bret verbergen sollte, war diesmal als Parodie auf die Wrestler der Achtziger angelegt. Owen porträtierte einen verbitterten Superhelden, der mit den neuen Zeiten nichts anzufangen wusste.

In Anlehnung an den frühen Hulk Hogan mahnte der Blazer die Fans, "ihre Gebete zu sprechen und ihre Vitamine zu essen".

Owen Hart stürzte zu Tode - WWE setzte Show fort

Bei Over the Edge sollte Owen als Blazer gegen den Godfather (Charles Wright, einst auch bekannt als Papa Shango) antreten und dessen Intercontinental Title gewinnen.

Vor dem Kampf sollte Owen sich von der Hallendecke abseilen, geplant war eine inszenierte Panne, bei der sich Owen komödiantisch in der Seilkonstruktion verfangen und dann beim Versuch sich zu befreien in den Ring plumpsen sollte.

Genau diese Idee wurde zu Owens tödlichem Verhängnis: Der Schnelllöse-Mechanismus, der dazu nötig war, wurde von Owen versehentlich zu früh betätigt, eine weitere Absicherung gab es nicht. Er fiel 24 Meter tief in den Ring, landete mit der Brust auf dem Ringseil. Todesursache waren die inneren Blutungen, die der Aufprall auslöste.

Das TV-Publikum sah den Sturz nicht, in dem Moment lief ein voraufgezeichneter Clip. Der erschütterte Kommentator Jim Ross klärte die Zuschauer auf, dass der Sturz kein Teil der Show war und verkündete schließlich Owens Ableben. Trotz der tragischen Ereignisse ließ die WWF den Event weiterlaufen.

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Owens Andenken spaltet auch seine Familie

Owens Familie verklagte WWE und den Hersteller des Gurtgeschirrs, warf ihnen fahrlässige Konstruktion und Durchführung vor. Im Herbst 2000 endete der Rechtsstreit mit einer außergerichtlichen Einigung, WWE zahlte 18 Millionen Dollar an Harts Familie. Witwe Martha, die mit Owen zwei Kinder hatte, finanzierte damit unter anderem eine Stiftung mit Owens Namen.

Zehn Jahre später folgte eine weitere Klage Marthas, unter anderem wegen der Verwendung von Owens Namen und Fotos für eine DVD über die Hart-Familie. Martha Hart hat mehrfach klargestellt, dass sie nicht möchte, dass WWE "Owens Andenken zu kommerziellen Zwecken ausbeutet" - was auch der Grund ist, warum Owen bis heute nicht in der Hall of Fame der Liga ist.

Auch innerhalb der Familie hat Owens Tod Risse ausgelöst und vertieft. Martha klagte auch gegen ein Buch von Owens Schwester Diana, das sie als verleumderisch betrachtete. Im vergangenen Jahr gab es sogar einen hässlichen öffentlichen Streit zwischen Martha und Owens Bruder Bret.

Bret Hart wurde 2006 in die Hall of Fame der WWE aufgenommen
Bret "The Hitman" Hart kehrte 2009 nach 12 Jahren zu WWE zurück © Getty Images

Der heute 61-Jährige war wegen Owens Tod lange selbst mit WWE über Kreuz (mittlerweile hat sich das Verhältnis gebessert). Im vergangenen Jahr kritisierte er aber Martha dafür, dass sie "mehr getan hat, um die Erinnerung an meinen Bruder auszulöschen, als sie je getan hat, um an ihn zu erinnern" - was Martha als "respektlos und grausam" zurückwies.

Kevin Owens hält sein Idol in Ehren

Völlig ungetrübt ist trotz allem die Erinnerung von Owens Kollegen: Er blieb ihnen nicht nur für seine herausragenden Leistungen im Ring im Gedächtnis, sondern auch als skandalfreier, herzensguter und lustiger Zeitgenosse, berühmt auch für die Streiche, die er hinter den Kulissen spielte.

"Owen war der einzige von uns, über den man eine Zwei-Stunden-Sendung machen konnte, ohne dass irgendwem ein böses Wort über ihn einfiel", hielt Shawn Michaels Jahre später fest.

Auch Owens Erben halten ihn in Ehren: Kevin Owens, der seinen Landsmann verehrte, benannte nicht nur seinen WWE-Charakter nach ihm, sondern auch seinen Sohn.

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