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München - Bei WWE SmackDown Live ist eine Richtungsänderung spürbar. Kofi Kingston und Kevin Owens lassen Erinnerungen an die Attitude Era wach werden.

Der frühere ECW-Boss Paul Heyman hat bei WWE Monday Night RAW erste Spuren hinterlassen, nun begann auch bei der Dienstagsshow SmackDown Live eine neue Ära.

In der Nacht zum Mittwoch lief die erste Ausgabe der TV-Sendung unter der offiziellen Leitung des neuen Exekutivdirektors, Heymans früherem Erzfeind Eric Bischoff. Obwohl sich später herausstellte, dass Bischoff selbst noch nichts mit der Show zu tun hatte: Erste Weichen für neue Storys und Konstellationen wurden gestellt.

Auffällig: An zwei entscheidenden Stellen klang die legendäre Attitude-Ära an, mit der WWE Bischoffs WCW einst besiegte. Es gab Anleihen beim legendären Publikumsliebling "Stone Cold" Steve Austin - und dabei einen größeren Charakter-Neustart.

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SPORT1 fasst zusammen.

- Zu Beginn der Show begrüßte Kevin Owens Shane McMahon und Drew McIntyre in der "Kevin Owens Show". Anders als zu erwarten war, war es kein harmonisches Aufeinandertreffen, denn Owens erlaubte sich, die beiden Rivalen von Roman Reigns und dem Undertaker mit Sticheleien zu reizen. Er erinnerte an die WrestleMania-Niederlage von Shane McMahon gegen den Taker 2016 und hob McMahons unfairen Sieg gegen Reigns bei Super ShowDown nur als ironische Farce hervor.

Als McIntyre genug hatte und Owens bedrohte, unterbrach Dolph Ziggler und forderte eine erneute Titelchance gegen WWE-Champion Kofi Kingston - wofür er auch verbale Hiebe von Owens bekam: Ziggler solle dochmal drüber hinwegkommen, dass Kingston und nicht er sein WrestleMania-Märchen geschrieben hätte, sein "It should have been me" hätte sich totgelaufen. McMahon setzte darauf ein unter den Umständen pikantes Hauptmatch für SmackDown an: Ziggler und Owens sollten sich zusammentun. Der Sieger ihres Kampfes gegen Heavy Machinery werde dem SmackDown-Tag-Team-Titelmatch bei Extreme Rules hinzugefügt.

- Im ersten Match trafen zwei Vertreter der Teams aufeinander, die schon in dem besagten Tag-Titelmatch standen: Daniel Bryan besiegte mit Partner Rowan an seiner Seite Big E vom Herausforderer-Duo The New Day mit einem Running Knee.

- In der Talkshow "A Moment of Bliss" wurde Alexa Bliss diesmal von ihrer Freundin Nikki Cross vertreten, mit Damenchampion Bayley als Gast. Die nutzte die Gelegenheit, Cross' Freundschaft zu Bliss zu hinterfragen, versuchte ihr zu vermitteln, dass Bliss sie nur ausnutze - und konfrontierte sie mit dem Gedanken, dass eigentlich sie sich ein Titelmatch für Extreme Rules eigentlich für sich hätte verdienen sollen, nicht für Bliss.

Cross forderte Bayley darauf zu einem Match - das Bayley klar mit dem Bayley-to-Belly gewann.

- Die zweite Hälfte der Show wurde von einem giftigen Rededuell zwischen WWE-Champion Kofi Kingston und Samoa Joe eröffnet. Joe wollte verbale Tiefschläge gegen Kingston setzen, etwa dass seine Karriere nichts ohne The New Day wäre. Kingston hielt dagegen und brachte eigene Giftpfeile an, etwa, dass Joes Hintern zu dick wäre, um Versteckspiele mit ihm zu spielen. Als Joe Kingston letztlich - mutmaßlich, um ihn in eine Falle zu locken - einen Handschlag anbot, folgte das erste große Austin-Zitat des Abends: Der sonst so fröhliche Kingston zeigte Joe verächtlich den Stinkefinger und verpasste ihm den Trouble-in-Paradise-Kick.

- Der Hauptkampf zwischen Owens und Ziggler sowie Heavy Machinery wurde zunächst von einer Prügelei zwischen Bryan und Rowan sowie The New Day unterbrochen (noch immer gilt Vince McMahons Verordnung: keine Werbepausen mehr während laufender Matches). Nachdem die vier schließlich des Rings verwiesen waren, profitierten Heavy Machinery von einem Missverständnis zwischen Ziggler und Owens, dem Ziggler versehentlich einen Superkick verpasste.

Es folgte der bei den Vorzeichen zu erwartende Höhepunkt der Show: Owens rächte sich an Ziggler, mit dem von ihm schon länger von Stone Cold Steve Austin übernommenen Finisher, dem Stunner. Die erste entscheidende Weiche, die unter Bischoff gestellt wurde, ist also offensichtlich ein "Face Turn" von Owens, der jetzt als Publikumsliebling agiert. Bischoff holt damit einen Plan aus der Schublade, den WWE eigentlich schon vor WrestleMania umsetzen wollte: Damals war ursprünglich Owens als Herausforderer für den damaligen Champion Daniel Bryan vorgesehen. Der von den Fans entfesselte Hype um Kingston kam dazwischen, Owens musste zur Seite treten und wurde schließlich doch wieder zum bösen "Heel", indem er sich nach WrestleMania gegen Kingston wandte. Seine Fehde gegen Kingston fand aber ein schnelles Ende, auch wegen Owens' realer, moralisch begründeter Weigerung, in Saudi-Arabien für WWE anzutreten, wo stattdessen Ziggler gegen Kingston zum Zug gekommen war. Nun kann der Kanadier zeigen, ob er als Guter annähernd so begeistern kann wie einst Austin.

Die Ergebnisse von WWE SmackDown Live:

Daniel Bryan besiegt Big E
Non Title Match: Bayley besiegt Nikki Cross
Andrade besiegt Apollo Crews
Ember Moon besiegt Mandy Rose
Heavy Machinery besiegen Dolph Ziggler & Kevin Owens

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