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München - Die neue WWE-TV-Show NXT startet verheißungsvoll in die Vorbereitung des "Wednesday Night War" mit AEW. Aber die Lage vor dem Quoten-Duell ist komplex.

Noch hat der "Wednesday Night War" mit der neuen Konkurrenzliga AEW nicht begonnen, die zweiwöchige Vorbereitung darauf startete für WWE aber verheißungsvoll.

Die neu ins US-Fernsehen beförderte Show NXT fuhr bei ihrer Premiere am Mittwoch eine gute Einschaltquote ein und dürfte damit die internen Vorgaben erreicht haben.

Ab dem 2. Oktober läuft der WWE-Drittkader in direkter Konkurrenz zu der dann startenden TV-Sendung von All Elite Wrestling, soeben auf den Namen "AEW Dynamite" getauft.

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NXT knackt die Millionen-Marke

Bei der Debütshow von NXT auf dem USA Network sahen 1,179 Millionen Zuschauer zu. Das sind weniger als bei RAW (diese Woche: 2,27) und SmackDown (2,064), aber dass die Millionen-Marke mit einer neuen Show ohne die im Fernsehen etablierten Stars geknackt wurde, ist als Erfolg zu werten.

Die bislang einzige NXT-Show im TV, ein aufgezeichneter Special bei USA, war deutlich unter der Million geblieben.

Diese dauerhaft zu knacken dürfte sowohl für NXT als auch für AEW das Quotenziel sein.

NXT lief in dieser Woche noch einstündig, die zweite Stunde - bei der auch die deutsche Gruppierung "Imperium" mit dem österreichischen Phänomen WALTER, Alexander WolfeMarcel Barthel und Fabian Aichner einen großen Auftritt hatte - gab es auf dem Streaming-Portal WWE Network, wo NXT auch für die deutschen Fans zu sehen ist. In dieser und der kommenden Woche ist der USA-Sendeplatz noch für die Serie "Suits" reserviert, ab dem 2. Oktober läuft NXT zweistündig.

Kann WWE AEW Dynamite schwächen?

Hält NXT das Quoten-Level, hätte WWE in jedem Fall erreicht, was es mit der offensiven Gegenprogrammierung erreichen wollte: eine nicht unwesentliche Zahl an Wrestling-Fans davon abzuhalten, bei AEW einzuschalten.

NXT hat in jedem Fall das Potenzial, AEW wehzutun, denn es hat mit seinem etwas anderen Konzept dieselbe Zielgruppe im Visier: Eingefleischte Wrestling-Fans, die mehr Wert auf herausragende Ring-Action legen als die geskripteten Entertainment-Segmente, die bei RAW und SmackDown mehr im Vordergrund stehen.

Ob das Kalkül von WWE aber wirklich aufgeht, lässt sich nicht seriös vorhersagen - zu massiv sind die Unwägbarkeiten.

Der "novelty effect", die anfängliche Neugier auf die neue Show, wird schnell nachlassen, erst kommende Woche wird erste Aufschlüsse geben, ob WWE die Neugierigen halten kann.

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"Wednesday Night War" unvorhersehbar

Hinzu kommt außerdem: Käufer-Auswertungen der ersten AEW-Show Double or Nothing offenbarten erstaunlich wenig Zuschauer-Überschneidungen von AEW mit WWE und anderen Wrestling-Shows, egal wie diese konzipiert waren.

Die Nachfrage nach AEW - die bislang jede noch so kühne Erwartung weit übertroffen hat - generiert sich also offensichtlich stark aus völlig neu hinzugewonnenen oder sehr lange inaktiven Fans. Womöglich beeinträchtigt NXT AEW also doch nur unwesentlich.

Undenkbar ist kein Szenario, auch nicht das, das die direkte Konkurrenz letztlich beide beflügelt: Im legendären "Monday Night War" zwischen WWE RAW und WCW Monday Nitro wuchsen zwischenzeitlich bei beiden Shows die Quoten in völlig unvorhergesehene Höhen. Bei RAW schalteten an den besten Tagen 10 Millionen TV-Zuschauer ein.

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