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München und Sakhir - Für Sebastian Vettel beginnt die Saison denkbar schlecht. Der Deutsche spricht über das Chaos, was zu seinem Quali-Aus führt - und nimmt einen Schuldigen in Schutz.

Aus in Q1. Platz 18. Der schlechteste Startplatz seit dem Deutschland-Grand-Prix 2019, als er aufgrund eines technischen Defekts überhaupt keine Zeit fahren konnte.

Nein, viel schlechter hätte die Formel-1-Saison für Sebastian Vettel nach dem Seuchenjahr 2020 bei Ferrari wirklich nicht beginnen können. (Formel 1: Rennen in Bahrain am Sonntag ab 17 Uhr im LIVETICKER)

Ausgerechnet bei seinem ersten Renn-Wochenende für Aston Martin in Bahrain fing nun alles noch schlimmer an. Zumal sein Teamkollege Lance Stroll, der nicht gerade als größtes Talent im Fahrerfeld gilt, auf Rang 10 landete.

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Vettel war wegen des missratenen Starts, der Punkte im Rennen wohl extrem schwierig machen wird, "natürlich wütend" und sah eine Teilschuld auch bei sich und dem Team: "Wir hätten besser aufpassen müssen vielleicht und uns besser positionieren sollen." (Die Stimmen zum Qualifying)

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Vettel: "War nicht unser Fehler"

Dass ihm das Ergebnis trotzdem nicht zu sehr die Laune verhagelte, lag vor allem daran, dass nicht der fehlende Speed des Autos oder ein Fehler des 33-Jährigen zum Aus führte. "Es war nicht unser Fehler, und so etwas muss man wegstecken", sagte Vettel nach dem Qualifying.

Tatsächlich lag der viermalige Weltmeister noch auf Rang 13, bevor alle Teams ihre entscheidenden letzten Versuche in Q1 angingen. Und Vettel sah nach einem Fehler im ersten Run noch "eine Menge Luft" - doch jegliche Chancen auf eine Steigerung wurden ihm schnell genommen. (Alle News zur Formel 1)

Formel-1-Debütant Nikita Mazepin hatte sich bereits zum zweiten Mal in Q1 auf einer fliegenden Runde gedreht. Beim ersten Mal hatte er noch seinem Teamkollegen Mick Schumacher die Runde verhagelt, beim zweiten Mal bekam deshalb unter anderem Vettel Gelbe Flaggen.

Im Netz verglichen User den Russen, der spätestens seit seinem Sexismus-Skandal als unbeliebtester Fahrer der Formel 1 gilt und sich sogar Petitionen für seinen Rauswurf gegenüber sah, daraufhin mit dem Container-Schiff "Ever Given". Das blockiert bekanntlich aktuell den Suezkanal. Mazepin würde auf ähnliche Art Fahrer auf ihrer schnellen Runde blockieren.

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Ferrari-Pilot löst Gelbe Flaggen aus

Jegliche Hoffnungen trotzdem noch eine gute Zeit zu fahren, lösten sich für Vettel in Kurve 8 in Luft auf, als er erneut Gelbe Flaggen gezeigt bekam. Für diese hatte ausgerechnet sein Ferrari-Nachfolger Carlos Sainz gesorgt. So fehlten dem Aston-Martin-Piloten am Ende vier Zehntelsekunden für den Sprung ins Q2.

"Es war Chaos auf dem Weg zur Ziellinie. Ich konnte gerade so die Runde starten und war dann zu nah am Auto vor mir dran. Dann gab es auch noch zwei gelbe Flaggen", haderte Vettel mit der Situation auf seiner schnellen Runde. (SERVICE: Fahrerwertung)

Wie üblich hatten die Piloten zuvor durch langsames Fahren auf der Einführungsrunde versucht, so spät wie möglich über die Ziellinie zu fahren, wodurch sich ein kleiner Stau bildete. Mazepin hatte darauf keine Lust und überholte ungeachtet des Gentleman-Agreements einige Fahrer.

Eine Aktion, die sich nicht auszahlen sollte, denn der 22-Jährige drehte sich bereits in der ersten Kurve und löste damit die Gelben Flaggen aus. "An der Stelle überholt man normalerweise nicht, aber vielleicht wusste er das nicht", kommentierte Vettel die Aktion von Mazepin.

Vettel nimmt Mazepin in Schutz

Auch sonst nahm Vettel den umstrittenen Haas-Piloten in Schutz: "Wir waren so nah am Zeitlimit, vielleicht hat ihm auch das Team gesagt, dass er Gas geben soll. Ich muss fairerweise sagen, dass ich auch Perez überholt habe. Ich hätte ihn nicht überholen sollen, aber sonst hätte ich die Runde nicht starten können."

Vettel war offenbar so in Eile, dass er auch nach dem Dreher und den folgenden Gelben Flaggen nicht ausreichend vom Gas gegangen war. Die Rennkommissare sahen zumindest Hinweise dafür und strengten eine Untersuchung an. Am Sonntagmittag soll er mit seinem Team Stellung beziehen, eine weitere Rückversetzung in der Startaufstellung wäre möglich.

Laut Haas-Teamchef Günther Steiner konnte Mazepin den zweiten Dreher dabei kaum verhindern. "Beim Starten des Motors hat sich nicht alles resettet. Deshalb ist bei der ersten Bremsung die ganze Bremskraft nach hinten gegangen. Dann hat er sich gedreht, nehmen wir an", sagte Steiner bei Sky.

Der Südtiroler erklärte, dass Mazepin in Q1 zuvor den Pflichtbesuch bei der Waage antreten hatte müssen: "Wenn man danach den Motor anlässt, muss man ein Prozedere durchgehen. Da muss etwas falsch gelaufen sein."

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Vettel: "Die Lernkurve ist noch steil"

Vettel vermutet, dass er ohne die Gelben Flaggen "eine Sekunde schneller vielleicht" gewesen wäre. Damit hätte er wie sein Teamkollege Lance Stroll noch ins Q3 rutschen können.

Für das Rennen rechnet er sich zwar wenig Chancen aus, da man "weit weg von den Punkten" sei - doch für den restlichen Saisonverlauf hat ihm das verkorkste Qualifying Mut gemacht: "Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen - aber wir machen jedes Mal Fortschritte. Die Lernkurve ist noch steil."

Im nächsten Qualifying wird Vettel zudem bestimmt darauf achten, dass er nicht in unmittelbarer Nähe zu Mazepin auf seine letzte schnelle Runde einbiegt.

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