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Der tiefe Fall eines früheren Darts-Supertalents

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Der tiefe Fall eines früheren Darts-Supertalents

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Der tiefe Fall eines Mega-Talents

Er galt als die Zukunft des Darts. Mittlerweile ist die einstige Hoffnung jedoch in Vergessenheit geraten. Ein Skandal folgt dem nächsten - die Zukunft ist völlig ungewiss.
Am zweiten Spieltag der Premier League of Darts in Berlin verzaubern die ehemaligen Weltmeister Gerwyn Price und Michael Smith die Fans mit dem Big Fish.
Julius Schamburg
Julius Schamburg

Corey Cadby galt als eine der größten Hoffnungen, die der Darts-Sport je zu bieten hatte. Er sollte die immer mehr an Popularität gewinnende Sportart prägen, doch stattdessen überschlugen sich die Skandale und der „King“, so sein Beiname, gerät allmählich in Vergessenheit.

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Dabei begann die Karriere des mittlerweile 28 Jahre alten Australiers fast so vielversprechend wie die von Wunderkind Luke Littler. In jüngster Zeit aber reiht sich bei Cadby ein Skandal an den nächsten. Ein Comeback auf die große Bühne des Dart-Sports scheint in weiter Ferne zu liegen.

Im Januar nahm ihm die PDC die Tour Card für dieses Jahr weg, weil er 2023 nicht ein einziges Turnier gespielt hatte. Dafür änderte der Verband sogar sein eigenes Reglement. Die Konsequenz: Cadby wird 2024 kein einziges Turnier der am Montag beginnenden Pro Tour spielen.

Cadby düpiert Taylor

Rückblick: Als Cadby am 18. August 2016 im Rahmen des Sydney Darts Masters erstmals im Rampenlicht stand, war er keinem Geringeren als Legende Phil Taylor unterlegen (Endstand 3:6). Doch es sollte nicht lange dauern, bis Cadby das erste Ausrufezeichen seiner turbulenten Karriere setze. Es war der Beginn einer unbeschreiblichen Achterbahnfahrt.

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Nur eine Woche später stand er Taylor schon wieder gegenüber - dieses Mal in Perth. Taylor agierte gewohnt stark und spielte einen Drei-Dart-Average von 111,65 Punkten, aber der 16-malige Weltmeister zog tatsächlich den Kürzeren und musste sich Cadby letzten Endes mit 2:6 geschlagen geben. „King Cadby“ unterlag zwar in der nächsten Runde Peter Wright (Endstand 2:10), wusste mit einem Average von 109,57 Punkten jedoch erneut zu überzeugen.

Im November gewann er die Junioren-WM und wurde damit Nachfolger des Deutschen Max Hopp.

Es folgten die ersten Sponsorenverträge und der Wechsel nach Europa, auf die hoch prämierte PDC-Tour. Weitere Erfolge ließen nicht lange auf sich warten und Cadby bezwang Darts-Größen wie den aktuellen Weltmeister Luke Humphries. Auch Martin Schindler bekam Cadbys Darts-Power zu spüren.

Der Einzug ins Finale der UK Open im Jahr 2018 war aber der vorerst letzte Lichtblick des ehemals hoch gehandelten Cadby. Der zweite Platz war gleichbedeutend mit einer Tour-Card und sollte den Australier zurück in die Spur führen, aber es kam alles ganz anders.

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Ein abgelaufenes Touristen-Visum machte dem mittlerweile vorbestraften Cadby einen Strich durch die Rechnung, die Arbeitserlaubnis blieb verweigert und infolgedessen war auch die Tour Card futsch.

Cadby und seine unzähligen Skandale

Der steile Aufstieg war jäh gestoppt. Stattdessen schrieb Cadby negative Schlagzeilen. Eine Reihe von Verkehrsdelikten sammelte sich an. Gegen ihn lag sogar ein Haftbefehl der Polizei in der australischen Region Wyndham vor, weil er wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung nicht vor Gericht erschienen war. Dazu kamen Depressionen und Selbstmordgedanken.

Als Cadby erstmals Stellung bezog, machte er die Scheidung von seiner Frau - und die folgenden Depressionen - für seine Misere verantwortlich. „Ich war eigentlich jeden Tag deprimiert. Ich wollte nicht mehr aufwachen, und um ehrlich zu sein, hatte ich sogar Selbstmordgedanken“, gab er im Jahr 2020 in einem Interview mit Darts-Experte Phill Barrs Einblicke in sein Seelenleben.

Dabei hatte er noch im Jahr davor selbstbewusst angekündigt, auf die Tour zurückzukehren und „innerhalb von drei Wochen“ ein Turnier zu gewinnen oder einen Neun-Darter zu werfen, wie er damals sagte.

Cadby konnte zwar ein Turnier der Development Tour gewinnen und spielte noch zwei Events der World Series. An seine Topform konnte er aber nicht mehr anknüpfen, ehe er - auch wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie - in den folgenden Jahren komplett von der Bildfläche verschwand.

Corey Cadby galt einst als kommender Superstar
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Cadby taucht wieder auf

Erst im Januar 2023 tauchte er wieder auf - und erspielte sich eine Tour Card. Die damit verbundenen Hoffnungen, er könne auf der Tour wieder Fuß fassen, erfüllten sich jedoch nicht. Ein komplettes Jahr lang ließ er die Tour Card ungenutzt.

Ob aus dem Skandal-Cadby in Zukunft noch einmal ein King Cadby werden kann, ist unsicherer denn je.

Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.