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Ballon d'Or 2021 mit Messi, Ronaldo, Lewandowski, Salah, Jorginho, Kanté - gibt es die Wachablösung?

Wachablösung beim Ballon d‘Or 2021?

Die Abstimmungszeit für den Ballon d‘Or ist abgelaufen. Wer darf sich berechtigte Hoffnungen machen und wer nicht? SPORT1 macht den Favoriten-Check.
Robert Lewandowski darf auf den Ballon D´Or hoffen. Der Pole wurde 2020 bereits von der FIFA zum Weltfußballer gekrönt.
Die Abstimmungszeit für den Ballon d‘Or ist abgelaufen. Wer darf sich berechtigte Hoffnungen machen und wer nicht? SPORT1 macht den Favoriten-Check.

Die Stimmen sind abgegeben, in genau einem Monat haben auch die Spekulationen ein Ende. Wenn am 29. November im Théâtre du Chatelet in Paris der Ballon d‘Or vergeben wird, sind vermeintlich vorab geleakte Ergebnislisten nur noch Makulatur.

Nachdem die Auszeichnung der französischen Sportzeitschrift France Football im letzten Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht vergeben wurde, dürfen sich in diesem Jahr die größten Sportler der Szene wieder Hoffnung auf den Titel machen, den zuletzt Lionel Messi 2019 gewann.

30 Namen stehen noch auf der Shortlist.

SPORT1 macht einen Monat vor der Bekanntgabe der Entscheidung den Check und nimmt die Favoriten unter die Lupe.

Robert Lewandowski (FC Bayern München)

Der Weltfußballer von 2020 zählt in diesem Jahr einmal mehr zu den aussichtsreichen Kandidaten.

Auch im vergangenen Jahr sammelte der Bayern-Stürmer fleißig Argumente für den Gewinn der begehrten Trophäe. Wettbewerbsübergreifend 45 Tore in 36 Spielen sprechen eine klare Sprache. Dazu kommt der Titel in der Bundesliga und im deutschen Supercup.

Aber damit nicht genug: Der Pole übertraf zudem den Uralt-Torrekord von Gerd Müller, der einst 40 Tore in einer Bundesliga-Saison schoss, mit 41 Toren und krönte sich erneut zum Torschützenkönig in der Bundesliga. Außerdem sicherte sich der 33-Jährige im internationalen Vergleich den Goldenen Schuh als bester Torschütze Europas. Im Pokal und in der Champions League war für Lewandowski und die Bayern nichts zu holen.

Für die Nationalmannschaft traf Lewandowski in zwölf Einsätzen neunmal. Bei der Europameisterschaft musste der Angreifer mit Polen nach der Gruppenphase mit einem enttäuschenden Platz vier die Heimreise antreten.

Durch die EM und „nur“ einen Landestitel fehlen Lewandowski womöglich die entscheidenden Argumente in diesem Jahr. Dennoch zählt er zu den Top-Favoriten auf den Titel, da er über das gesamte Jahr konstant gute Leistungen brachte.

Jorginho (FC Chelsea)

Der italienische Mittelfeld-Star spielt wahrscheinlich das beste Jahr seiner Karriere. Neben starken Leistungen für den FC Chelsea, sowohl national als auch international, überzeugte Jorginho auch mit der Nationalmannschaft.

Der 29-Jährige fällt weniger durch seine hohe Torquote auf. Die Schlüsselelemente in seinem Spiel sind Zweikämpfe im Mittelfeld und strategische Ideen im Spiel nach vorne. Dazu ist Jorginho ein exzellenter Elfmeterschütze, was er nicht zuletzt auch bei der EM unter Beweis stellte - außer im Finale.

Unter Thomas Tuchel gewann Jorginho in diesem Jahr die Champions League, während die Blues in der Premier League Vierter wurden. Dazu triumphierte er im UEFA Supercup gegen Europa-League-Sieger Villarreal. Mit der italienischen Nationalmannschaft gewann Jorginho außerdem die Europameisterschaft.

Ein weiterer Trumpf: Jorginho wurde bereits von der UEFA zum Spieler des Jahres in Europa gekürt.

Was Trophäen angeht, ist er ohne Frage bestens ausgestattet. Daher darf er sich berechtigte Hoffnungen auf den Ballon d‘Or machen.

Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain)

Der Weltmeister von 2018 hat für seine Verhältnisse ein mäßiges Jahr vorzuweisen. Mit 37 Toren in 53 Spielen liegt er etwa deutlich hinter Lewandowski.

In der heimischen Ligue 1 krönte sich der 22-Jährige zum Torschützenkönig. Mit PSG holte Mbappé den französischen Supercup und den Pokal, wo er im Finale den 2:0-Siegtreffer gegen AS Monaco erzielte.

Für die Nationalmannschaft avancierte Mbappé bei der Europameisterschaft zum tragischen Helden, als er im Achtelfinale gegen die Schweiz im Elfmeterschießen den entscheidenden Schuss vergab und somit das frühzeitige Ausscheiden der Équipe Tricolore besiegelte.

Dafür sicherte er sich mit seinem Team den Nations-League-Titel. Dort traf Mbappé sowohl im Halbfinale gegen Belgien zum zwischenzeitlichen Ausgleich als auch im Finale zum entscheidenden 2:1 und wurde Torschützenkönig des Wettbewerbs.

Mbappé hatte keine schlechte Saison. Allzu viele Hoffnungen auf den Ballon d‘Or sollte sich der Stürmer jedoch nicht machen.

Erling Haaland (Borussia Dortmund)

Erling Haalands Statistiken in seinem zweiten Jahr bei Borussia Dortmund lesen sich für einen 21-Jährigen überragend. 44 Tore und 13 Vorlagen erzielte der Norweger in 46 Spielen.

Individuell wurde Haaland in der Bundesliga zum besten Spieler der Saison gewählt. In der Champions League wurde er als bester Stürmer des Turniers ausgezeichnet. Außerdem holte der Stürmer mit dem BVB den DFB-Pokal und krönte sich in der Champions League mit zehn Toren zum Torschützenkönig.

Bei der Europameisterschaft war Haaland mit Norwegen in diesem Jahr nicht vertreten.

Aufgrund seiner mageren Titelausbeute und dem eher durchschnittlichen Abschneiden in der Champions League dürfte es für Haaland in diesem Jahr nicht reichen. Trifft der Norweger aber so weiter, ist davon auszugehen, dass er den Titel über kurz oder lang nach Hause bringen wird.

N‘Golo Kanté (FC Chelsea)

Wenn es nach den Fans ginge, würde wohl N‘Golo Kanté den Ballon d‘Or verliehen bekommen. Er ist aufgrund seiner bodenständigen Art bei den Zuschauern sehr beliebt.

Aber nicht nur neben dem Platz macht der Weltmeister von 2018 eine gute Figur. Mit starken Leistungen für den FC Chelsea und in der französischen Nationalmannschaft überzeugt der 30-Jährige immer wieder aufs Neue.

Dem Champions-League-Finale gegen Manchester City drückte er mit seiner Zweikampfstärke und dem strategischen Geschick seinen Stempel auf, folgerichtig wurde er zum Spieler des Spiels gewählt. Außerdem erhielt er beim Triumph seines FC Chelsea die Auszeichnung „Mittelfeldspieler des Turniers“. Dazu triumphierte Kanté im UEFA Supercup gegen Europa-League-Sieger Villarreal.

Mit der Équipe Tricolore spielte Kanté eine enttäuschende EM, die ihr vorzeitiges Ende im Achtelfinale fand. Beim Gewinn der Nations League konnte Kanté aufgrund einer Verletzung nicht aktiv mitwirken.

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Auch Kanté darf sich wie sein Mittelfeldkollege bei Chelsea, Jorginho, berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen - hat allerdings den Nachteil der schlechteren EM.

Cristiano Ronaldo (Manchester United)

Cristiano Ronaldo darf auf dieser Liste natürlich nicht fehlen. Der Portugiese kommt auf 42 Torbeteiligungen in 52 Spielen in diesem Kalenderjahr. Dabei wechselte Ronaldo im Sommer den Verein und ging von Juventus Turin zurück zu Manchester United.

In der italienischen Serie A krönte sich der Stürmer ebenso zum Torschützenkönig wie bei der EM in diesem Sommer. Den einzigen Mannschaftstitel für den 36-Jährigen gab es in Form des italienischen Pokals.

In der Champions League und in der Liga hinkte er mit Juventus den Erwartungen weit hinterher. Im internationalen Vergleich im Rennen um den Goldenen Schuh belegte Ronaldo mit 58 Punkten Platz drei hinter Lewandowski und Lionel Messi.

Ronaldos Chancen auf die Auszeichnung könnten sich durch seinen Wechsel in die Premier League gesteigert haben. Dennoch geht er nur als Außenseiter ins Rennen.

Neymar Jr. (Paris Saint-Germain)

Neymars Leistungen im letzten Kalenderjahr waren eher überschaubar als überragend. Geplagt von vielen Verletzungen kommt der Brasilianer auf 17 Tore und 16 Vorlagen in 32 Spielen. An der Seite von Teamkollege Mbappé gewann er mit Paris Saint-Germain den Pokal und den Supercup in Frankreich.

Bei der Copa América verpasste er im Finale gegen Argentinien nur knapp die Titelverteidigung. Seine Chancen stehen aufgrund seiner verletzungsbedingten Ausfälle nicht wirklich gut.

Mohamed Salah (FC Liverpool)

In der aktuellen Saison gibt es nicht wenige, die Mohamed Salah für den besten Spieler der Welt halten. Und in der Tat ist die Statistik des Ägypters in dieser Saison beeindruckend.

Auch Trainer Jürgen Klopp ist begeistert vom Ägypter: „Er ist spitze. Wer ist besser als er? Wir müssen nicht darüber reden, was Messi und Ronaldo für den Weltfußball getan haben und über deren Dominanz. Aber gerade ist er der Beste.“

30 Tore in 39 Spielen erzielte Salah in diesem Kalenderjahr bisher. Doch was Titel angeht, war es eine Saison zum Vergessen. Kein einziger Triumph war für den FC Liverpool drin. Salah selbst war zwar noch einer der Lichtblicke im Team von Jürgen Klopp, allerdings ging er auch individuell titellos aus.

Wenn es um die aktuelle Saison gehen würde, wäre Salah einer der heißesten Anwärter auf den Ballon d‘Or. Aber auf das Jahr gesehen gehört er zu den Außenseitern im Rennen um die Trophäe.

Karim Benzema (Real Madrid)

Karim Benzema steht zurzeit bei den Fans hoch im Kurs. Der französische Nationalspieler ist dafür bekannt, dass er in seiner Karriere gerne mal unterschätzt wird oder kaum Erwähnung findet.

Seit Ronaldo Real Madrid verlassen hat, ist Benzema das Aushängeschild der Madrilenen und hat den Königlichen im abgelaufenen Jahr mit wichtigen Toren viele Punkte gerettet. In diesem Kalenderjahr kommt Benzema auf 30 Tore bei 46 Einätzen. Er ist der Mann für die wichtigen Tore.

Das stellte der 33-Jährige auch beim jüngsten Gewinn der Nations League mit seiner Nationalmannschaft eindrucksvoll unter Beweis. Es ist allerdings der einzige Titel, den der Franzose vorzeigen kann. Er selbst beschrieb den Gewinn des Ballon d‘Or als „einen absoluten Kindheitstraum“.

Aus Sicht seines Klubs kann es in Folge der starken Eindrücke aus der Nations League nur einen logischen Weltfußballer geben: „Herzlichen Glückwunsch an die französische Nationalmannschaft für diesen außergewöhnlichen Erfolg bei der Nations League und besonderen Glückwunsch an unseren außergewöhnlichen Spieler Karim Benzema. Ballon d‘Or“, hieß es in in einem Post auf Twitter.

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Auch wenn der Franzose gute Argumente auf seiner Seite hat, dürfte es schwer werden, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Lionel Messi (Paris Saint-Germain)

Lionel Messi hat den Ballon d‘Or schon sechsmal gewonnen und gilt bei den Buchmachern auch in diesem Jahr als Top-Favorit. Nach seinem Wechsel im Sommer vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain kommt der Argentinier allerdings noch nicht so richtig in Fahrt.

54 Torbeteiligungen in 46 Einsätzen für Klub und Nation stehen zu Buche. Hinzu kommt der Titel des Torschützenkönigs in La Liga und der Gewinn des spanischen Pokals. An Messi lag die sportliche Misere des FC Barcelona gewiss nicht.

Im Sommer klappte es auch endlich mit dem langersehnten Titel mit der Nationalmannschaft. Mit neun Torbeteiligungen in sieben Spielen führte der 34-Jährige Argentinien zum ersten Copa-América-Titel seit 1993.

Doch seit Messi in Paris spielt, scheint ein wenig der Wurm drin zu sein.

Viele Fußball-Größen würde ein Gewinn Messis nicht gefallen. So erklärte Patrice Evra, dass er es satt habe, Messi an der Spitze zu sehen. Ex-Nationalstürmer Sandro Wagner sieht keine Argumente auf der Seite des Argentiniers. Er geht sogar soweit, dass Messi den Titel zu „null Prozent“ verdient habe.

Dennoch würde es nicht komplett überraschen, wenn Messi seinen siebten Ballon d‘Or entgegennehmen dürfte. Vielleicht gibt es aber auch eine Wachablösung.