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Effenberg: "Die absolut perfekte Lösung für Bayern" | SPORT1-Kolumne

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Effenberg: "Die absolut perfekte Lösung für Bayern" | SPORT1-Kolumne

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Die absolut perfekte Lösung für Bayern

Karl-Heinz Rummenigge kehrt in den Aufsichtsrat des FC Bayern zurück und soll im Verbund mit Thomas Tuchel in der Transferpolitik mitwirken - für SPORT1-Experte Stefan Effenberg die perfekte Lösung. Außerdem benennt er die oberste Priorität, die der Deutsche Meister haben sollte.
Karim Benzema und Real Madrid trennen sich vorzeitig, damit ist einer der erfolgreichsten Stürmer wieder auf dem Markt. Der FC Bayern München sucht weiterhin nach einem echten Neuner.
Stefan Effenberg
Stefan Effenberg

Liebe Fußball-Freunde,

das dramatische Meisterschafts-Finale liegt nun bereits eine Woche hinter uns. Seitdem hat sich vor allem beim FC Bayern viel getan. Der Posten des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn wurde mit Jan-Christian Dreesen besetzt, die Stelle des Sportvorstandes ist seit dem Aus von Hasan Salihamidzic hingegen noch vakant.

Mit Karl-Heinz Rummenigge ist der ehemalige Bayern-CEO wieder in den Aufsichtsrat zurückgekehrt, was für mich die absolut richtige Entscheidung ist. Mit ihm ist es möglich, wieder Ruhe in den Verein zu bringen und sich voll auf die anstehende Transferperiode zu fokussieren, die für den Deutschen Meister von enormer Bedeutung ist.

Das ist Bayerns perfekte Lösung

Diese fehlende Ruhe war auch der Hauptgrund, warum Bayern beinahe die elfte Meisterschaft in Folge verspielt hätte. Vor allem entstand aber auch große Unruhe, weil die Kommunikation im Verein gefehlt hat. Daran hat man gesehen, dass die Führung eben doch nicht so stark ist, diese Thematiken sauber an die Öffentlichkeit heranzubringen. Mit Rummenigge soll sich das jetzt bis zum Winter ändern, dann wird man sehen, wie es weitergeht.

Dass bis dahin Rummenigge gemeinsam mit Thomas Tuchel hauptverantwortlich die Transfergeschicke leitet, entspricht der absolut perfekten Lösung. Mir gefällt ohnehin das Konzept, dass der Trainer ein größeres Mitspracherecht in der Transferpolitik haben soll, so wie es beispielsweise in England der Fall ist. Tuchel kennt das Prinzip aus seiner Zeit beim FC Chelsea.

Dennoch ist das natürlich kein Dauerzustand. Ich glaube, dass sich die Bayern mit der Nachfolge von Salihamidzic noch etwas Zeit lassen werden. Wichtig wird aber sein, dass es nicht zu lange dauert. Die Verantwortlichen sollten schnellstmöglich diese Personalie klären, ansonsten rätseln wir im Winter noch darüber - was wiederum erneut Unruhe erzeugen würde.

RB-Sportchef Max Eberl dementierte zuletzt einen Kontakt zum FC Bayern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Max in Leipzig bleibt. Er wird in der Zusammenarbeit mit Marco Rose seinen Vertrag dort erfüllen. Nicht nur der Pokalsieg der Sachsen zeigt, dass seine Arbeit in Leipzig Früchte trägt. Max war ein enorm wichtiger Transfer für RB, er und Rose sind entscheidend für Leipzigs Zukunft.

Der FC Bayern München sucht weiterhin einen Nachfolger für Hasan Salihamidzic, ein Vorschlag für den Rekordmeister überrascht.
03:09
STAHLWERK Doppelpass: Nachfolger von Hasan Salihamidzic bei Bayern gesucht

Bayern braucht eine Achse

Entscheidend wird auch der Transfersommer der Münchner. Neben einem defensiven Mittelfeldspieler benötigt Bayern vor allem einen zentralen Stürmer. Real Madrid hat den Abgang von Karim Benzema bekanntgegeben. Ich glaube dennoch, dass ein Stürmer Mitte 20 eher interessant wäre. Was für den FCB allerdings mit Abstand am wichtigsten sein wird: wieder eine funktionierende Achse zu finden.

Ich hoffe natürlich, dass mit Manuel Neuer eine der größten Konstanten der Vereinsgeschichte wieder ins Tor zurückkehrt. Dann braucht man eine gefestigte Innenverteidigung, eine funktionierende Doppelsechs und vorne einen Neuner, der in wichtigen Spielen die Tore machen muss.

Diese Achse hat in der zurückliegenden Saison gefehlt und ich sehe es als oberste Priorität, diese wiederherzustellen.

Eberl kann Nkunkus Abgang auffangen

Über solch eine Achse verfügte RB Leipzig vor allem im Schlussspurt der Saison. Das Team von Marco Rose qualifizierte sich erneut für die Champions League und gewann zum zweiten Mal in Folge den DFB-Pokal. Es war sehr erwachsen, wie RB dieses Finale bestritt. Der Sieg war mehr als verdient.

Im STAHLWERK Doppelpass wird disktutiert, wie der FC Bayern München den Kader umstrukturieren sollte, um erfolgreich zu sein.
03:19
STAHLWERK Doppelpass: So sollte der FC Bayern München den Kader umstrukturieren

Dennoch wartet auf sie eine spannende Sommerpause. Christopher Nkunku wird den Klub gen FC Chelsea verlassen und Konrad Laimer wird sich Bayern München anschließen. Ich traue es Eberl dennoch zu, einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen, der im nächsten Jahr um die Meisterschaft mitkämpfen kann.

Ich glaube und hoffe, dass Leipzig im Großen und Ganzen zusammenbleibt und sie sich wieder punktuell verstärken werden. Dominik Szoboszlai hat sich mit seinen Abwanderungsgedanken keinen Gefallen getan, Dani Olmo hingegen hat mit der Verlängerung gezeigt, dass es auch anders geht.

Farke-Aus in Gladbach die richtige Entscheidung

Bei Eintracht Frankfurt stehen ebenfalls personelle Veränderungen an. Die SGE und Oliver Glasner gehen nach dem verlorenen Pokalfinale von nun an getrennte Wege. Wie man sich allerdings getrennt hat, war würdevoll und stilvoll. So wie sie es geschafft haben, da ziehe ich den Hut vor.

Als Nachfolger wird vor allem der ehemalige Co-Trainer des FC Bayern Dino Toppmöller gehandelt, dem ich es wünschen würde, Glasners Lücke schließen zu können. Frankfurt wird mit Randal Kolo Muani und Daichi Kamada zwei wichtige Spieler verlieren, Markus Krösche vertraue ich dennoch, wieder einen guten Kader zusammenzusetzen.

Auch Borussia Mönchengladbach hat sich von seinem Trainer getrennt. Daniel Farke ist Geschichte - und anders als bei der Eintracht habe ich in Mönchengladbach ein ungutes Gefühl. Ich bin gespannt, was in Gladbach passieren wird, weil ich mir da mittlerweile große Sorgen machen würde. Die Trennung war die richtige Entscheidung, es war eine unrunde Saison.

Mourinho muss aus dem Verkehr gezogen werden

Zum Abschluss muss ich noch etwas loswerden, was mir unter der Woche wieder negativ aufgefallen ist. Die AS Rom hat das Finale der UEFA Europa League gegen den FC Sevilla verloren. Schiedsrichter Anthony Taylor hat dabei einen fehlerfreien Auftritt hingelegt - und wurde von der Roma dennoch zum Hauptschuldigen für die eigene Niederlage gemacht.

Vor allem Trainer José Mourinho zeigte sich völlig verärgert über die Performance des Engländers und attackierte ihn verbal aufs Schärfste. Er suchte Taylor im Innenbereich des Stadion auf und stellte ihn vor laufenden Kameras zur Rede, anstatt ihm in der Schiedsrichterkabine einen Besuch abzustatten. Mourinho weiß genau, was er tut. Zur Folge hatte das mehrere teils körperliche Attacken einiger Rom-Fans auf den Unparteiischen am Budapester Flughafen.

Im STAHLWERK Doppelpass wird die Attacke auf Schiedsrichter Anthony Taylor von José Mourinho und Fans scharf kritisiert.
02:55
STAHLWERK Doppelpass: Attacke auf Schiri von José Mourinho scharf kritisiert

Damit hat der Portugiese eine Grenze überschritten! Mourinho muss sich seiner Vorbildfunktion bewusst sein. Normalerweise müsste er von der UEFA eine Sperre bekommen, ein Jahr aus dem Verkehr gezogen werden. Er hat den Fans die Vorlage gegeben, den Schiedsrichter zu beschimpfen. Das wollte ich noch einmal klarstellen.

Bis bald,

Euer Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 gehört der 55-Jährige zum festen Experten-Team des STAHLWERK Doppelpass.