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FC Bayern: Ein Signal für die Zukunft - auch die von Goretzka

Ein Signal für Bayerns Zukunft

Trotz des Ausfalls von Joshua Kimmich erhält Leon Goretzka nicht das Vertrauen. Stattdessen rückt ein junges Mittelfeld-Duo in den Fokus, das beim FC Bayern die Zukunft prägen könnte.
Nach dem 8:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg sprach Bayern-Mittelfeldspieler Tom Bischof über die Flügelzange des deutschen Rekordmeisters und was sie ausmacht.
Trotz des Ausfalls von Joshua Kimmich erhält Leon Goretzka nicht das Vertrauen. Stattdessen rückt ein junges Mittelfeld-Duo in den Fokus, das beim FC Bayern die Zukunft prägen könnte.

Den Start ins neue Fußballjahr hatte sich Leon Goretzka sicherlich anders vorgestellt. Angesichts der fortwährenden Sprunggelenksprobleme von Joshua Kimmich wäre es keine Überraschung gewesen, wenn der 30-Jährige auch beim ersten Bundesliga-Auftritt 2026 in der Startelf des FC Bayern gestanden hätte.

Doch Vincent Kompany entschied sich bewusst für einen anderen Weg: Beim furiosen 8:1-Kantersieg gegen den VfL Wolfsburg setzte der Bayern-Coach im zentralen Mittelfeld auf Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof.

Zum dritten Mal in dieser Bundesliga-Saison startete das junge Duo gemeinsam, erstmals jedoch in Kombination auf der Doppelsechs. Schon in der vergangenen Woche hatten Pavlovic und Bischof beim Test gegen RB Salzburg (5:0) nebeneinander im defensiven Mittelfeld agiert.

Hingegen musste Goretzka das Spiel gegen Wolfsburg zunächst von der Seitenlinie verfolgen und kam erst nach einer guten Stunde zum Einsatz - eine Konstellation, die als Fingerzeig für die Zukunft im Bayern-Mittelfeld verstanden werden darf.

FC Bayern: Kompany gibt den Jungen den Vorzug

Gerade weil in der Vergangenheit wiederholt die Frage aufgekommen war, ob der FCB ohne seinen Anführer Kimmich im Zentrum funktionieren könne, hatte die Personalentscheidung Kompanys zusätzliche Brisanz. Gegen Wolfsburg lieferte das neu formierte zentrale Mittelfeld zumindest einen ersten Beleg, dass es auch ohne den Dauerbrenner - und ohne Goretzka - gehen kann.

Mit dem 20-jährigen Bischof schenkte Kompany einem aufstrebenden Talent das Vertrauen. Der Sommerneuzugang aus Hoffenheim, der im bisherigen Saisonverlauf überwiegend als Linksverteidiger eingesetzt worden war, zeigte an der Seite von Pavlovic eine solide Leistung und fügte sich nahtlos in den dominanten Bayern-Auftritt ein.

Wechseln sich Bischof und Pavlovic ab?

Künftig könnte Bischof häufiger im Zentrum zum Einsatz kommen und sich regelmäßig mit Pavlovic neben dem im fitten Zustand gesetzten Kimmich abwechseln. Dass sich der deutsche U21-Nationalspieler in der Schaltzentrale wohler fühlt als auf links, daraus hat er nie einen Hehl gemacht.

„Ich mag beides“, erklärte Bischof zwar nach der Gala gegen Wolfsburg bei DAZN, schob jedoch hinterher: „Aber die Sechs mag ich noch ein bisschen mehr.“

Die ihm allgemein schnell gelungene Integration in das Starensemble der Münchner kommt für Bischof nicht überraschend. „Das ist ganz einfach in dem Team. Die können alle kicken und dann ist es ganz einfach reinzufinden“, betonte der junge Profi und ergänzte mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein: „Ich habe auch was drauf, daher passt das dann.“

Wie der 21-jährige Pavlovic gilt auch Bischof als technisch versierter Spieler, der im Mittelfeld Ruhe am Ball ausstrahlt. Der Youngster nimmt sich unter anderem ein Beispiel an PSG-Profi Vitinha, der beim direkten Duell im November (2:1) einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe.

„Er lenkt das gesamte Spiel von Paris. Er ist immer in Bewegung, er ruht nie, ist immer anspielbar. Er ist echt unangenehm zu bespielen“, schwärmte Bischof jüngst in der FAZ.

Goretzka bleibt wiederholt nur die Zuschauerrolle

Goretzka wiederum bringt als klassischer Box-to-Box-Spieler ein anderes Gesamtpaket mit - eines, das nicht zu hundert Prozent dem Anforderungsprofil von Kompany entspricht. Bereits in den vergangenen Monaten wurde deutlich, dass der Trainer in großen Spielen wie gegen Chelsea, Dortmund, PSG oder Arsenal lieber auf die teaminterne Konkurrenz als auf den Nationalspieler setzt.

Zwar sorgte Goretzka nach seiner Einwechslung gegen Wolfsburg mit seinem Treffer zum 8:1-Endstand nochmal für Aufsehen, doch an seiner grundsätzlichen Situation ändert das wenig. Dass er trotz Kimmichs Ausfall nur von der Bank kam, spricht nicht gerade für eine Verlängerung seines hoch dotierten Vertrags, der im Sommer ausläuft.

Erschwerend kommt für den 30-Jährigen hinzu, dass Kimmich intern bereits mehrmals hat durchblicken lassen, dass er sich dann am stärksten sieht, wenn er einen spielstarken Partner an seiner Seite im Mittelfeld hat. So schwärmte der DFB-Kapitän im April 2025 noch von Ex-Mitspieler Thiago. In dieses Profil passt Goretzka nur bedingt, Pavlovic und Bischof im Vergleich schon eher.

Großes Vertrauen in Bischof

Wie groß das Vertrauen in Letztgenannten ist, zeigt auch eine Anekdote, die Bischof der FAZ verriet. Kurz nach dem Bekanntwerden seines Wechsels nach München habe sich Kimmich persönlich bei ihm gemeldet.

„Er schrieb, dass er, als er zu Bayern ging, noch kein Bundesliga-Spiel absolviert hatte – und sich trotzdem den Schritt zugetraut hätte. Und dass er mir das auch zutraut. Er meinte, dass er sich freut und dass er an mich glaubt“, erklärte Bischof, der von einem „Gänsehautmoment“ sprach.

Vieles spricht derzeit also dafür, dass der FC Bayern in Pavlovic und Bischof sein Mittelfeld der Zukunft gefunden haben könnte.

Goretzkas Jokerrolle gegen Wolfsburg passt dagegen ins Gesamtbild der vergangenen Monate und ist ein weiteres Indiz dafür, dass eine Fortsetzung seiner Zeit beim FC Bayern auf der Kippe steht.