Für Borussia Dortmund ist die Champions-League-Saison deutlich früher beendet als geplant. Sportlich wirft dieses Aus, auch wegen eines eigentlich komfortablen Vorsprungs aus dem Hinspiel (2:0), viele Fragen auf.
Das BVB-Aus hat gravierende Folgen
Das BVB-Aus hat gravierende Folgen
Finanziell ist diese 1:4-Pleite in Bergamo allerdings eine Katastrophe. Denn die Auswirkungen bekommen die Verantwortlichen schon jetzt zu spüren.
Dem BVB entgehen durch das Verpassen des Achtelfinales garantierte elf Millionen Euro – diese Summe schüttet die UEFA an die Teilnehmer der Runde der letzten 16 Mannschaften aus.
BVB entgeht eingeplante Millionen-Summe
Doch damit nicht genug: Zuschauereinnahmen, Ticketerlöse, TV-Gelder und Einnahmen durch den Markt-Pool hätten in Dortmund die Summe wohl auf knapp 20 Millionen Euro nach oben gehoben.
„Dieses Weiterkommen war eingeplant, die Einnahmen hatten wir eingeplant“, gab Sportdirektor Sebastian Kehl nach der Pleite zu. Die Folge: Der BVB muss schon im kommenden Sommer kürzertreten.
Das Aus betrifft direkt die Planungen für die kommende Spielzeit. Der BVB ist ein Klub, der immer erst Einnahmen durch Spielerverkäufe generieren muss, bevor er Neuverpflichtungen tätigen kann.
BVB-Bosse müssen umdenken
Die Dortmunder sind in Zukunft also, noch mehr als ohnehin schon, darauf angewiesen, Leistungsträger und hoffnungsvolle Spieler abzugeben. Die Qualität des Kaders dürfte das nicht anheben.
Im Gegenteil: Im Hinblick auf die Konkurrenz dürfte es noch schwieriger werden, die Position als Nummer zwei in Deutschland zu behalten. Die Verantwortlichen müssen umdenken.
Die fehlenden Einnahmen können auch Auswirkungen auf auslaufende Verträge und anstehende Verlängerungen haben. Beispiel Schlotterbeck: Für seinen Innenverteidiger würde der BVB an seine monetäre Schmerzgrenze gehen. Die verpasste Summe wäre – wenn er denn verlängert – annähernd zwei Jahresgehälter des Leistungsträgers.
Auch möglich, dass die Dortmunder durch das Aus schon fast dazu gezwungen werden, die Verträge mit Emre Can und Julian Brandt zu verlängern. Denn neue gleichwertige Optionen zu finden, dürfte deutlich kostspieliger sein.
Und ein Teil der Einnahmen wurde bereits schon verplant: Für den bevorstehenden Sommerwechsel des Brasilianers Kaua Prates haben die Dortmunder bereits zwölf Millionen Euro ausgegeben.
Hat der BVB an der falschen Stelle gespart?
Das kostspielige Aus wirft auch die Frage auf, ob der BVB zur falschen Zeit gespart hat. Denn gegen Bergamo war vor allem die Defensive der Schwachpunkt. In der Innenverteidigung muss Emre Can nach seinen langwierigen Adduktorenproblemen direkt von Beginn an ran – sein Einsatz kam für jeden ersichtlich zu früh.
Sein Kollege Ramy Bensebaini erwischte einen rabenschwarzen Tag, hätte früher ersetzt werden müssen. Aber durch wen? Nico Schlotterbeck bekam von den Ärzten kein grünes Licht – und für Youngster Luca Reggiani wäre diese Situation eine enorme Bürde gewesen.
Niko Kovac fehlten nach der Verletzung von Filippo Mané und dem überraschenden Abgang von Aaron Anselmino die Optionen.
Es ist mühsam, darüber zu spekulieren, ob der BVB mit einem Winterneuzugang weitergekommen wäre, doch die Not in der Innenverteidigung wäre mit Sicherheit nicht annähernd so groß.
Fakt ist: Die finanziellen Einschnitte kommen zur Unzeit. Denn im Sommer dürfte bei Borussia Dortmund ein größerer Umbruch nicht ausbleiben. Die Millionen hätte der BVB auf allen Ebenen mehr als gut gebrauchen können.