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"Glücksfall": Christoph Kramer blickt auf Blackout im WM-Finale zurück

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"Glücksfall": Christoph Kramer blickt auf Blackout im WM-Finale zurück

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„Glücksfall“: Kramer über WM-Blackout

„Glücksfall“: Kramer über WM-Blackout

Gladbach-Star Christoph Kramer blickt auf das legendäre WM-Finale 2014 in Rio zurück und nimmt wegen der WM in Katar kein Blatt vor dem Mund.
Im exklusiven SPORT1-Interview spricht Christoph Kramer über das mögliche Comeback von Max Eberl, Neuzugang Julian Weigl und seine Wahrnehmung als TV-Experte.
. SPORT1
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Christoph Kramer hatte im WM-Finale 2014 mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien nach dem Zusammenprall mit Ezequiel Garay einen Blackout.

Acht Jahre später, sprich bis heute, kann sich der Rio-Weltmeister nicht daran erinnern und laut seinen eigenen Aussagen seien „die Ärzte sich sicher, dass meine Erinnerungen an diese Teile des Endspiels nicht wiederkommen werden“. Kramer war nach 30 Minuten wegen einer Gehirnerschütterung ausgewechselt worden. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Unvergessen sind aber seine Worte, die er nach dem Vorfall damals an den italienischen Schiedsrichter Nicola Rizzoli richtete: „Nach dem Schlag, den Christoph Kramer von Garay bekommen hatte, kam Kramer zu mir und fragte: ‚Schiri, ist das das Finale?‘ Ich dachte, er macht einen Witz, und sagte, er soll die Frage wiederholen. Da sagte er: ‚Ich muss wissen, ob das wirklich das Finale ist.‘ Ich sagte verblüfft ‚Ja‘, und er antwortete: ‚Danke, das war wichtig, das zu wissen. Ich habe Bastian Schweinsteiger informiert, und Kramer ist ersetzt worden‘, erzählte der 42 Jahre alte Referee von seinem Dialog mit dem Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach.

Im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ mit Micky Beisenherz hat der 31-Jährige mit dem Journalisten Markus Feldenkirchen nun über seinen Blackout, die Folgen und seinen Bekanntheitsgrad gesprochen. (Alle News und Hintergründe zur deutschen Nationalmannschaft)

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„Wir müssen nicht darüber reden. Mich bringt jeder mit dieser Geschichte im WM-Finale in Verbindung. Rein medial gesehen war das super für mich. Das ist eine coole Geschichte. Dadurch ist mein Bekanntheitsgrad auf jeden Fall deutlich höher geworden. Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Wenn ich diese Geschichte nicht erlebt hätte, dann wäre ich heute zum Beispiel kein ZDF-Experte. Da bin ich mir relativ sicher. Von daher war das medial gesehen ein Glücksfall für mich“, so Kramer.

„Mich würde interessieren, ob das ein deutsches Phänomen ist“

Und fuhr fort: „Die Witze werden nicht lustiger, aber wenn du bei allen Menschen in den Köpfen mit dem WM-Finale in Verbindung gebracht wirst, ist das mit das Beste, was es für einen Fußballer gibt. Deswegen ist das völlig okay. Aus rein sportlicher Sicht: Ich war an dem Tag echt gut drauf und hätte auch gerne noch etwas länger gespielt, weil ich ein WM-Finale wahrscheinlich auch nicht mehr so häufig spielen werde. Aber so wie es gekommen ist, kaufe ich es.“

Für die kommende Weltmeisterschaft in Katar rechnet sich der Gladbacher wenig Chancen aus, auch wenn er weiß, dass „sich im Fußball die Medaille täglich dreht. Ich weiß, wie schnell es in diesem Geschäft zugehen kann. Ich hake generell nie etwas ab. Auch dafür bin ich zu lange dabei. Aber aktuell ist das nicht so richtig realistisch.“ (NEWS: Faustdicke Flick-Überraschung!)

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Auf die Frage, ob man sich überhaupt auf die WM 2022 in Katar, das stark in der Kritik steht, freuen könnte, gab Kramer zu verstehen, dass es ein brisantes Thema sei:

„Mich würde interessieren, ob das ein deutsches Phänomen ist, dass wir uns darüber solche Gedanken machen, oder ob das andere Länder auch so thematisieren. Ich finde wichtig, dass wir das so thematisieren. Wenn ich das alles wieder so lese und höre, denke ich mir: ‚Boah, so ‚ne WM darf eigentlich nicht stattfinden.‘“ (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM)

Dennoch brach er eine Lanze für seine Mannschaftskollegen im DFB-Team und alle Fußballer: „Aus reiner Sportlersicht freust du dich aber total auf dieses Ereignis. Eine Weltmeisterschaft für dein Land zu spielen, ist das Allergrößte, was es gibt. Ich glaube, dass du dir als Sportler keine Gedanken darüber machen darfst. Denn wenn du es zu nah an dich ranlässt, verlierst du wirklich die Lust daran und denkst dir: Ich weiß nicht, ob ich hier überhaupt antreten soll.“

Kramer fordert: „Man muss ein Zeichen setzen“

Die Kritik an der Ausrichtung in Katar könne er zwar gut nachvollziehen und sie sei auch berechtigt, nichtsdestotrotz hält er wenig von einem WM-Boykott: „Ich finde es auch aus Pressesicht ganz, ganz schwierig, einem aktiven Sportler diese Fragen zu stellen, weil jeder um die Brisanz dieser Themen weiß. Was willst du sagen? Wenn wir 82 Millionen Deutsche fragen: ‚Pass auf, wir dürfen 26 mitnehmen, hier hast du das Trikot mit der Nummer 26 - fährst du mit?‘ Dann sagen alle: ‚Ja, natürlich fahre ich mit.‘“ (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Und weiter: „Wenn du dann jemanden hast und ihm das Mikro unter die Nase hältst und sagst: ‚Ja, du weißt aber schon, was da abgeht. Willst du da überhaupt mitmachen?‘ Dann ist es total schwer zu sagen: ‚Ja, natürlich will ich da mitmachen, weil ich für mein Land eine WM spielen will.‘ Weil es diese krassen Nebengeräusche gibt.“

Abschließend bat Kramer um ein wenig Sensibilität und Verständnis - und forderte, dass „man darauf aufmerksam machen muss, dagegen ein Zeichen setzen muss. Man darf die Probleme im gesamten Konstrukt nicht ausblenden und nicht so tun, als wäre das normal oder es unter den Teppich kehren. Man muss eine gemeinsame Lösung unter allen Ländern finden. Und nicht nur bei der deutschen Nationalmannschaft.“

Die WM 2022 wird vom 20. November bis 18. Dezember in Katar ausgetragen. (UMFRAGE: Fans kritisieren DFB und Katar-WM)

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