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WM 2022: Irre Nachspielzeiten - Messis Blamage gegen Saudi-Arabien mit Überlänge

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WM 2022: Irre Nachspielzeiten - Messis Blamage gegen Saudi-Arabien mit Überlänge

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Irre WM-Nachspielzeiten erklärt

Irre WM-Nachspielzeiten erklärt

Bei der Weltmeisterschaft in Katar zeigen die Schiedsrichter ungewöhnlich lange Nachspielzeiten an. Das sorgt schon am zweiten Spieltag für einen historischen Treffer.
England startet mit einem 6:2-Kantersieg gegen den Iran ins Turnier. Die wichtigste Botschaft des Tages sendeten allerdings die Iraner.
. SPORT1
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von SPORT1

Bei der Weltmeisterschaft in Katar werden neue Maßstäbe gesetzt!

Besonders deutlich wurde das beim Auftakt der englischen Nationalmannschaft: Ganze 24 Minuten Nachspielzeit wurden beim 6:2 gegen den Iran am Montag absolviert. Zehn in der ersten, vierzehn in der zweiten Halbzeit. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM)

Dass das keine Ausnahme war, stellte direkt das erste Match an Spieltag Nummer drei unter Beweis. Während die erste Hälfte bei der sensationellen 1:2-Pleite Argentiniens gegen Saudi-Arabien mit sechs Minuten Nachspielzeit noch überschaubar ausfiel, mussten die Falken in Durchgang zwei gleich ganz 14 (!) länger ihren Coup bangen.

Diese XXL-Nachspielzeiten liegen jedoch nicht nur an turbulenten Spielverläufen, die mitunter auch längere Verletzungsunterbrechungen beinhalten. Nein, Grund ist eine neue Linie des Fußball-Weltverbands FIFA.

Angekündigt hatte Schiedsrichterchef Pierluigi Collina diese schon vor Turnierbeginn: „Wir werden die Nachspielzeit sehr sorgfältig kalkulieren und versuchen, die Zeit auszugleichen, die durch Zwischenfälle verloren geht“, sagte der einstige Weltklasse-Referee.

Wie lang wird pro Spiel wirklich aktiv gekickt?

„Wir wollen nicht, dass es in einer Halbzeit nur 42 oder 43 Minuten aktives Spiel gibt, das ist nicht akzeptabel“, erklärte Collina weiter. Man wolle die Zeit, die durch Torjubel, Auswechslungen, Verletzungen oder Platzverweise verloren gehe, in jedem Fall hinten drauf addieren. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

„Sieben, acht, neun Minuten Nachspielzeit“ seien in einem normalen WM-Spiel in Katar durchaus zu erwarten. Und in genau diesem Rahmen fielen die zeitlichen Zugaben in den ersten Spielen auch aus. In der England-Partie fiel in der dreizehnten Minute der Nachspielzeit sogar noch ein Treffer - das späteste Tor der WM-Geschichte.

Interessante Randnotiz: Das von Collina angesprochene „aktive Spiel“ dürfte sogar deutlich kürzer ausfallen, als rund 42 Minuten pro Halbzeit. Eine Analyse der spanischen Sportzeitung Marca war im Juni zu dem Schluss gekommen, dass der Ball in den europäischen Topligen insgesamt nur maximal 52 Minuten pro Partie wirklich rollt.

In der Bundesliga wurden laut der Studie im Schnitt zum Beispiel rund 100 Unterbrechungen zwischen An- und Abpfiff festgestellt. Collina will bei der WM auf rund 60 Minuten Netto-Spielzeit kommen. Bei der letzten WM habe man bei 57 Minuten gelegen.

„Alles, was länger als 15 Sekunden dauert, kommt on top“, erklärte Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich bei MagentaTV. Generell halte er die nun ausgesprochene Nachspielzeit auch aus Schiedsrichtersicht für „echt grenzwertig“ - auch weil es gerade nach Ablauf der regulären Spielzeit häufig noch zu brenzligen Entscheidungen komme.

„Im Fußball wird zu viel Zeit verschwendet“

Ein Problem, das sehr häufig angesprochen wird: Das absichtliche Zeitspiel diverser Mannschaften, die einen Vorsprung über die Runden bringen wollen. Beim ehemaligen englischen Nationalspieler Jamie Carragher stößt die neue Linie der FIFA daher durchaus auf Begeisterung.

„Mir gefällt die Nachspielzeit, die die Offiziellen bei der WM addieren. Im Fußball wird zu viel Zeit verschwendet“, sagte der Ex-Profi. Wie die neuen Maßstäbe bei den Spielern ankommen, ist noch nicht bekannt.

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Gerade in einem Land wie Katar, in dem auch im Winter extrem Temperaturen erreicht werden können, dürfte auch die Gesundheit der Profis eine Rolle spielen. Zumal bei einem WM-Turnier in der K.o.-Runde mit großer Wahrscheinlichkeit auch Spiele mit Verlängerung stattfinden dürften.

Auch ohne ungewöhnlich lange Nachspielzeiten sieht man hier häufig so manchen Spieler mit Krämpfen am Boden liegen.

Legt man die neuen Maßstäbe der FIFA an, könnte man schnell auf exorbitant lange Spielzeiten kommen, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat.