Thomas Tuchel schlägt Alarm!
FC Chelsea vor Saisonstart in der Krise - Thomas Tuchel schlägt Alarm
Chelsea im Alarmzustand
Eigentlich wollte der deutsche Star-Coach mit dem FC Chelsea in der neuen Saison wieder ganz oben angreifen - doch das jüngste Resultat im Testspiel gegen den FC Arsenal machte ihn fassungslos. „Ich kann nicht garantieren, dass wir bereit sind in zwei Wochen, wenn die Premier League beginnt“, so Tuchel.
In den USA, wo sich die beiden Premier-League-Klubs vorbereiteten, gingen die Blues mit einer desolaten Leistung 0:4 gegen den Stadtrivalen unter. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League)
„Ich bin weit davon entfernt, entspannt zu sein. Wir waren absolut nicht wettbewerbsfähig“, nahm Tuchel nach der Partie kein Blatt vor den Mund. Das Ergebnis und den Auftritt seiner Mannschaft stufte der ehemalige BVB-Trainer als „besorgniserregend“ ein.
Chelsea will an die Premier-League-Spitze
Dabei bleiben dem Champions-League-Sieger von 2021 weniger als 14 Tage bis zum Auftakt der neuen Saison - und in dieser verfolgt Chelsea einmal mehr sehr ambitionierte Ziele.
Die abgelaufene Spielzeit hatte der Klub nämlich auf dem dritten Platz mit einem gehörigen Abstand von 19 Punkten auf die Spitze beendet. Dieser Rückstand soll künftig wieder deutlich geringer ausfallen.
Laut Tuchel befindet sich dieses Ziel derzeit allerdings außer Reichweite. „In Anbetracht der letzten zwei Wochen, unseres heutigen Spiels, sollten wir die beiden Mannschaften vor uns nicht erwähnen“, stellte er nach der Pleite gegen die Gunners klar: „Wir wurden von einer Mannschaft heftig geschlagen, die in dieser Saison nicht Champions League spielt.“
Fans fordern Ronaldo
Auch einige Fans in den sozialen Medien wüteten. Ein Anhänger beschrieb die Leistung auf Twitter als den „peinlichsten Fußball“, den er „jemals von Chelsea gesehen“ habe. Teilweise wurden gar Rufe nach dem vereinssuchenden Cristiano Ronaldo laut, um die Offensivmisere zu beheben.
„Die Saison beginnt in zwei Wochen und wir sehen vorne nutzlos aus. Ob man ihn mag oder nicht, Ronaldo ist ein Garant für Tore. Es wird Zeit, ihn vor dem ersten Spiel der Saison zu holen“, schrieb ein Fan.
Tuchel nach schwachen Testspielen in Sorge
Tatsächlich verspricht die maue Saisonvorbereitung mit nur drei Toren in drei Testspielen alles andere als eine vom Erfolg gekrönte Spielzeit. Schon die Niederlage gegen MLS-Neuling Charlotte FC hatte Tuchel auf die Palme gebracht und ihm Sorgen bereitet.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in der Vorsaison zwei Spiele hintereinander nicht gewonnen habe“, meinte der 48-Jährige.
Doch warum zeigt Chelsea kurz vor dem Saisonstart derart schwache Leistungen? Tuchel legte den Finger in die Wunde: „Wir haben viele Spieler, die darüber nachdenken, zu gehen. Wir haben viele Spieler, die gegangen sind - und das sieht man.“
Schwer wiegen in der Defensive vor allem die Abgänge von Antonio Rüdiger (Real Madrid) und Andreas Christensen (FC Barcelona). Zudem geht Stürmer Romelu Lukaku ab sofort wieder für Inter Mailand auf Torejagd.
Werner-Zukunft sorgt für Wirbel
Angesprochen fühlen dürften sich durch die Aussagen von Tuchel vor allem die Chelsea-Profis Christian Pulisic, César Azpilicueta und Marcos Alonso sowie Timo Werner. Die beiden Spanier sind seit Wochen bei Barca im Gespräch, der Ex-Dortmunder will mehr spielen, während der DFB-Stürmer zuletzt öffentlich erklärt hatte, dass er „überall“ glücklich sein könne.
Daraufhin reagierte Tuchel: „Ich bin überrascht, ich wäre als junger Kerl mit einem Chelsea-Vertrag sehr glücklich. Ich wäre einer der glücklichsten Menschen auf dem Planeten.“ In jedem Fall sorgt das Theater um Werner für zusätzliche Unruhe beim Klub.
Nach zwei Jahren an der Stamford Bridge gelang dem 26-Jährigen immer noch nicht der Durchbruch zur Stammkraft. In der vergangenen Saison absolvierte er nur 21 Ligaspiele und netzte dabei vier Mal ein. Auch deshalb forderte Tuchel zuletzt: „Zeige Qualität, erobere deinen Platz ein und verteidige ihn.“
Doch nicht nur diese Baustellen beschäftigen Tuchel. Auf der Seite der Neuzugänge hat sich nach dem Geschmack des Trainers bislang zu wenig getan. Allerdings waren den Blues aufgrund von Sanktionen gegen den ehemaligen Eigentümer Roman Abramowitsch auch lange die Hände gebunden.
Tuchel fordert Neuzugänge - Chelsea geht oft leer aus
Erst nach der Übernahme durch eine Investorengruppe um US-Unternehmer Todd Boehly konnte der Verein wieder auf Einkaufstour gehen. So flossen in den vergangenen Wochen insgesamt rund 95 Millionen Euro in die Verpflichtungen von Raheem Sterling und Kalidou Koulibaly.
Dass Tuchel ungeachtet dessen weitere neue Spieler fordert, ist kein Geheimnis. Raphinha galt als Kandidat für die Offensive, wechselte dann aber zum FC Barcelona. Auch Matthijs de Ligt entschied sich gegen Chelsea und für den FC Bayern, während bei Nathan Aké ebenfalls kein Durchbruch erzielt werden konnte.
Selbst beim aktuellen Transferziel Jules Koundé vom FC Sevilla könnte Medienberichten zufolge noch Barca dazwischen grätschen. Das wäre gleichbedeutend mit einem weiteren Rückschlag für die Pläne von Tuchel. (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)
So oder so muss sich der Chelsea-Coach noch gedulden, bis er sein finales Team zur Verfügung hat. Bis dahin bleibt Tuchel nicht anderes übrig, als mit den Spielern zu arbeiten, die derzeit unter Vertrag stehen.