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"Das ist es, was ich vermisst habe": Gravenberch-Spitze gegen Bayern?

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"Das ist es, was ich vermisst habe": Gravenberch-Spitze gegen Bayern?

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Gravenberch schwärmt von Liverpool

Ryan Gravenberch blüht beim FC Liverpool auf. Während er sich einen Seitenhieb gegen die Bayern nicht verkneifen kann, schwärmt er von Jürgen Klopp. Durch ihn hat er den „Spaß am Fußball“ endlich wiedergefunden.
Der Ex-Münchner Ryan Gravenberch hat den Sieg der Liverpooler gegen Saint-Gilloise eingeleitet. Trainer Jürgen Klopp zeigt sich in der Pressekonferenz nach dem Spiel von Gravenberch begeistert.
Gabriel Skoro
Gabriel Skoro

Beim FC Bayern bisweilen verschmäht, beim FC Liverpool aufgeblüht. Mit Ryan Gravenberch haben die Münchner zwar einen satten Profit von etwa 20 Millionen Euro gemacht, aber eben auch ein vielversprechendes Talent verloren.

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Während der 21 Jahre alte Niederländer während seiner Zeit in München keine Gelegenheit ausließ, sich in Interviews über den Mangel an Spielzeit zu beschweren, gerät er aktuell nur so ins Schwärmen über den FC Liverpool – und allen voran Jürgen Klopp, der Gravenberch bereits beim ersten Austausch begeisterte.

„Als ich mit ihm sprach, gab er mir ein warmes Gefühl“, betonte der elfmalige Nationalspieler der Niederlande bei TNT, der sich diesbezüglich einen kleinen Seitenhieb gegen den deutschen Rekordmeister nicht verkneifen konnte: „Ein Familiengefühl - das ist es, was ich vermisst habe. Ich bin sehr froh, dass der Trainer mir dieses Gefühl gegeben hat.“

Bayern vernachlässigte Gravenberch - Liverpool setzt auf ihn

Neben dem wiedergefundenen „Familiengefühl“ sind natürlich die Einsatzzeiten entscheidend dafür, dass Gravenberch aktuell nur so von den Reds schwärmt. Klopp habe sein Versprechen gehalten, anders als die Münchner.

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„Für mich hängt das Selbstvertrauen von der Spielzeit ab“, so der 21-Jährige, der dabei nicht ausschließlich auf Startelfeinsätze pocht, sondern die Wichtigkeit von regelmäßigen Einsätzen betonte. „Natürlich muss man gut spielen, aber wenn man Minuten bekommt und sein eigenes Ding macht, dann kommt es von allein wieder zurück.“

Erhielt er bei Bayern unter Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel während seiner 34 Einsätze durchschnittlich etwa 28 Minuten Einsatzzeit pro Partie, sind es bei Klopp bislang 49 Minuten im Schnitt (16 Einsätze).

Bereits in den kommenden Wochen wird Gravenberch bei Liverpool (778 Minuten Einsatzzeit) aller Voraussicht seine Einsatzzeiten aus dem Vorjahr in München (946 Minuten) toppen.

Klopp schafft, woran Tuchel und Nagelsmann scheiterten

Er habe wieder sein „Selbstvertrauen und den Spaß am Fußball“ zurückgewonnen, wofür er Klopp als Hauptverantwortlichen sieht. „Er hat mir gesagt: ‚Genieße das Spiel wieder‘. Und genau das habe ich getan. Ich habe einen guten Draht zum Trainer. Wir reden oft miteinander.“

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Klopp schafft also, woran Tuchel und Nagelsmann bei Bayern offenbar scheiterten.

Bei sich selbst sieht Gravenberch allerdings noch Verbesserungspotenzial. Zwar harmoniere er bereits gut mit den neu verpflichteten Liverpooler Säulen im Mittelfeld, Dominik Szoboszlai und Alexis Mac Allister, hinke diesen aber vor allem in einem Bereich noch hinterher.

Ryan Gravenberch blüht beim FC Liverpool auf
Ryan Gravenberch blüht beim FC Liverpool auf

Gravenberch: „Daran muss ich noch arbeiten“

„Ich würde nicht sagen, dass es mir an Erfahrung fehlt. Ich denke, es ist eher die Intensität, mit der sie (Szoboszlai und Mac Allister, Anm. d. Red.) spielen. Sie haben mehr Ausdauer als ich. Daran muss ich noch arbeiten“, meinte der Niederländer, der das auch mit dem Mangel an Spielpraxis aus der Vor-Saison begründete. „Ich habe in der letzten Saison nicht viel gespielt, und ich denke, wenn man das mit der Premier League vergleicht, ist es ein großer Unterschied zu dem, wo ich herkomme.“

In der Zukunft kann er sich eine noch größere Rolle im Dreier-Mittelfeld mit Szoboszlai und Mac Allister aber bereits sehr gut vorstellen: „Wir verstehen uns auf dem Feld, kennen die Stärken des jeweils anderen. Ich denke, ich kann sehr gut mit ihnen zusammenspielen.“

„Nicht zu glauben, dass er bei Bayern unter zwei Trainern kaum eingesetzt wurde“

Weil Gravenberch beim Tabellenzweiten der Premier League so aufblüht, wurde allerdings auch Kritik am FC Bayern laut. „Fast nicht zu glauben, dass er bei Bayern unter zwei Trainern kaum eingesetzt wurde“, wunderte sich Ex-Liverpool-Star und TV-Experte Dietmar Hamann, der in der Münchner tz erklärte, dass es Gravenberch „bisher überragend macht“.

„Er hat eine gute körperliche Präsenz, einen ordentlichen Abschluss und auch ein gewisses Tempo“, führte Hamann aus, der den FC Bayern für die fehlende Verwendung des Mittelfeld-Spielers kritisierte. „Wenn man ihn bei Liverpool sieht, fragt man sich wirklich, warum er bei Bayern keine Rolle gespielt hat.“

Immerhin haben die Bayern für Gravenberch noch eine satte fixe Ablöse von 40 Millionen Euro ausgehandelt, wenngleich Ausbildungsverein Ajax dank einer Weiterverkaufsbeteiligung von 7,5 Prozent mitverdiente. Angesichts der Leistungen von Gravenberch könnte das aber nur ein schwacher Trost sein.