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Roddy Piper: Der zu frühe Tod eines Kultstars

Roddy Piper: Der zu frühe Tod eines Kultstars

Der 2015 verstorbene Hogan-Rivale "Rowdy" Roddy Piper wurde mit teils kontroversen Mitteln zum WWE-Kultstar. Auch ein Hollywood-Ausflug wurde legendär.
Zum Tod von Paul Orndorff erinnert WWE an sein berühmtestes Match bei WrestleMania I. Mit dabei: Hulk Hogan, "Rowdy" Roddy Piper, A-Team-Kultstar Mister T - und Muhammad Ali!
Martin Hoffmann
von Martin Hoffmann
13.07.2021 | 22:58 Uhr

Er war das Vorbild von Ronda Rousey, eine der charismatischsten Figuren der Wrestling-Welt und darüber hinaus.

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"Rowdy" Roddy Piper blieb in Erinnerung als legendärer Gegenspieler von Hulk Hogan, als Improvisations-Genie am Mikrofon und als Hauptdarsteller eines Kultfilms - aber auch für manch fragwürdige Einlage.

Legendäre Sprüche bei WWE

Piper, bürgerlicher Name Roderick George Toombs, wurde am 17. April 1954 im kanadischen Saskatoon geboren, trat im Wrestlingring aber nach Vorbild seiner Vorfahren in der Rolle als heißblütiger Schotte mit Kilt und Dudelsackeinmarsch auf.

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World Champion einer großen Liga war "Hot Rod" zwar nie, galt aber als einer der besten Bösewichte des Geschäfts, vor allem wegen seines Talents, Gegner und Fans am Mikrofon in Grund und Boden zu reden. Als Liebling funktionierte er ebenso, unter anderem in seiner freundschaftlichen Rivalität mit Bret "The Hitman" Hart 1992. Ric Flair, ein weiterer großer Rivale, nannte seinen Hall-of-Fame-Kollegen "den begabtesten Entertainer in der Geschichte des Wrestling".

Pipers meist improvisierten Monologe, Interview-Segmente und Sprüche ("I am the reason Hulk Hogan lost his hair" - "Just when you think you know the answers, I change the questions") sind legendär. Wie Hogan landete er auch einige Rollen im Filmgeschäft, unter anderem als Alien-Jäger wider Willen in John Carpenters kultisch verehrtem Science-Fiction-Horror "Sie leben" ("They live"). Unvergesslicher One-Liner: "I have come here to chew bubblegum and kick ass... and I'm all out of bubblegum."

Legendärer Auftritt: "Rowdy" Roddy Piper in "Sie Leben" von John Carpenter
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Ronda Rousey eiferte Roddy Piper nach

"Roddy Piper war einer der unterhaltsamsten, kontroversesten und bombastischsten WWE-Performer aller Zeiten, geliebt von Millionen von Fans in aller Welt", fasste WWE-Boss Vince McMahon Pipers Wirken zusammen.

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Seine größte Zeit erlebte Piper in den achtziger Jahren, bei der ersten WrestleMania 1985 war er zusammen mit dem 2021 verstorbenen Paul Orndorff Hauptkampfgegner von Hulk Hogan und Schauspieler Mr. T. Piper blieb noch Jahrzehnte lang Hogans Rivale, in den Neunzigern gab es ein Wiedersehen in der Konkurrenzliga World Championship Wrestling (WCW), nach der Jahrtausendwende ein doppeltes Comeback bei WWE.

Piper blieb so mehreren Fan-Generationen in Erinnerungen, zur prominentesten Bewunderin wurde Ronda Rousey, die ihrem Idol schon bei der UFC nacheiferte und von ihm - mit dessen ausdrücklicher Erlaubnis - auch den Spitznamen "Rowdy" übernahm.

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Nach ihrem Wechsel zu WWE 2018 nahm sie noch mehr Anleihen: Auch sie kam mit Kilt zum Ring, zu ihrem Debütkampf bei WrestleMania 34 auch mit einer Original-Lederjacke Pipers. Ihren Finisher nannte sie "Piper's Pit", nach Pipers berühmter Interview-Show. Ihren Premierenkampf widmete sie Piper ebenso wie ihren Titelgewinn gegen Alexa Bliss beim SummerSlam 2018.

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Piper rechnete mit frühem Tod

Piper selbst litt unter den gesundheitlichen Folgen seines Haupt-Jobs, schon 2003 erregte er Aufsehen mit der Interview-Aussage, dass er nicht damit rechne, 65 zu werden, aber dennoch weiter im Wrestling bleibe, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

2006 wurde bei ihm eine Krebserkrankung (Hodgkin-Lymphom) festgestellt, die er jedoch noch besiegen konnte. Am 31. Juli 2015 wurde Piper tot in seinem Haus in Hollywood aufgefunden, er hatte im Schlaf einen Herzstillstand erlitten. Er wurde tatsächlich nur 61 Jahre alt.

Roddy Piper hinterließ seine Ehefrau Kitty und vier Kinder. Sohn Colt trat eine Weile als MMA-Kämpfer in Erscheinung, Tochter Ariel Teal Toombs als Schauspielerin.

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Ein Mann für kontroverse Momente

Noch wenige Tage vor seinem Tod hatte TMZ Piper zur kurz davor offenbar gewordenen Rassismus-Affäre Hulk Hogansinterviewt, er verstrickte sich dabei in recht eigenwillige Ideen wie: "Wir Wrestler haben gar keine Zeit, Rassisten zu sein."

Piper selbst wurde auch vorgeworfen, in seiner Rolle die Grenzen zu sehr ausgelotet zu haben: Zu seinen berühmtesten Showmomenten gehörte ein Segment, in dem er den fidschianischen Wrestler Jimmy Snuka (selbst aus anderen Gründen eine umstrittene Figur) erst rassistisch beschimpfte und dann mit einer Kokosnuss niederschlug - und ein Match gegen den Afroamerikaner Bad News Brown, für das sich Piper eine Hälfte seines Körpers schwarz anmalte. In einem Aufsehen erregenden Schritt hat WWE das Match kürzlich aus seinem Online-Portal WWE Network gelöscht (Die Hintergründe zu dem Skandal-Match - und wie Pipers Gegner es sah).

Seinen wohl wildesten Moment löste Piper vor seiner WWE-Zeit aus: Eine Show in Los Angeles brachte er einmal an den Rand des Abbruchs, als er ankündigte, für die lateinamerikanischen Fans die mexikanische Nationalhymne auf dem Dudelsack vorzutragen - und dann "La Cucaracha" spielte.