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Tod mit 30: Tragödie eines Pioniers

Tod mit 30: Tragödie eines Pioniers

Jay Youngblood hob das US-Wrestling in den Achtzigern zusammen mit Legende Ricky Steamboat auf ein neues Spektakel-Level - ehe er mit 30 aus dem Leben gerissen wurde.
Der früh verstorbene Jay Youngblood (2.v.r.) war Partner von Ricky Steamboat (l.) und Weggefährte Ric Flairs
Der früh verstorbene Jay Youngblood (2.v.r.) war Partner von Ricky Steamboat (l.) und Weggefährte Ric Flairs
© WWE
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann

Sein Vater war ein Wrestling-Topstar, der im Lauf seiner Karriere auf zahlreiche Legenden getroffen war.

Seine Brüder waren aktiv beim früheren WWE-Rivalen WCW, aber auch bekannte Gesichter in anderen Showkampf-Hochburgen wie Japan und vor allem Puerto Rico.

Jay Youngblood - der heute 67 Jahre alt geworden wäre - könnte in viel besserer Erinnerung sein, er war der talentierteste und populärste Spross einer Wrestling-Familie, Weggefährte der WWE Hall of Famer Ricky „The Dragon“ Steamboat und Ric Flair, einer der spektakulärsten US-Showkämpfer der Achtziger - ehe er mit nur 30 Jahren aus dem Leben gerissen wurde.

Ricky Romero war Patriarch der Youngbloods

Youngblood war seinem Vater Ricky Romero in den Ring gefolgt, der zwischen den fünfziger Jahren ein Publikumsmagnet in den regionalen Südstaaten-Ligen war. Er trat dabei gegen Stars wie Muhammad Alis Vorbild Gorgeous George und Lou Thesz an und war auch verbunden mit den berühmten Familien von Erich, Guerrero und vor allem mit den Funks, die ihn in ihrer Promotion im texanischen Amarillo zum großen Durchbruch verhalfen.

Terry Funk, einer der größten und langlebigsten Legenden der Branche, war oft Partner des 2006 mit 74 verstorbenen Romero.

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Romeros Söhne traten unter dem Künstlernamen Youngblood an und trotz ihrer mexikanischstämmigen Herkunft als Indianer kostümiert - eine Rolle, die in der Wrestling-Welt von damals ein bewährtes Erfolgsrezept war.

Der älteste, 1955 geborene Bruder Jay (eigentlich: Steven Romero) legte die größte Karriere hin, er formte mit Steamboat ein Tag Team, das mit seiner Schnelligkeit, seiner Athletik und dem Spektakel-Faktor seiner Zeit damals weit voraus war - und eine Schlüsselrolle bei einem Meilenstein der Wrestling-Geschichte spielte.

Jay Youngblood war Partner von Ricky Steamboat

Die Fehde von Youngblood und Steamboat gegen WWE-Legende Sgt. Slaughter und den 2021 verstorbenen Ex-Ringer Don Kernodle im Mid-Atlantic-Territorium war ein Kassenschlager, der eine historische Kettenreaktion in Gang setzte: Das groß aufgebaute Steel-Cage-Match der Duos in Greensboro, North Carolina lockte im Frühjahr 15.000 Fans an - tausende weitere wurden an der Tür abgewiesen.

Der phänomenale Erfolg ermutigte Promoter Jim Crockett, das Großereignis Starrcade auf die Beine zu stellen - das wiederum Vorbild für die erste WrestleMania der damaligen WWF 1985 war und Beginn eines für Crockett am Ende ruinösen Konkurrenzkampfes mit WWE.

Youngblood und Steamboat standen beim ersten Starrcade im Blickpunkt: Im Co-Main-Event nahmen sie den ebenso legendären Jack und Jerry (Gerald) Brisco die Tag-Team-Titel ab, die Show endete mit einer gemeinsamen Siegesfeier mit Ric Flair, der sich im Hauptkampf gegen Harley Race zum World Champion krönte.

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Tod mit nur 30 Jahren

Keine zwei Jahre später war Jay Youngblood tot, er erlitt bei einer Australien-Tour eine akute Pankreatitis, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung mit in seinem Fall tödlichen Folgen: Youngblood bekam eine Blutvergiftung, seine Nieren versagten, schließlich bekam der junge Vater einer kleinen Tochter mehrere Herzinfarkte und starb am 2. September 1985 mit lediglich 30 Jahren nach einem zweiwöchigen Koma.

Youngbloods exzessiver Lebensstil dürfte zu der Tragödie beigetragen haben. Steamboat, später durch seine hochklassigen Matches gegen Flair oder auch "Macho Man" Randy Savage und den jungen Steve Austin auch als Einzelwrestler erfolgreich, berichtete von schweren Alkohol- und Drogenproblemen Youngbloods, die ihn letztlich auch bewogen hätten, die erfolgreiche Partnerschaft zu beenden. Er hätte sich nur noch als "Babysitter" für Youngblood gefühlt.

"Der Arzt hat mir später viele Dinge genannt, die eine Rolle gespielt haben könnten", sagte Youngbloods Witwe Susan vor einigen Jahren dem Lokalblatt Post and Courier: "Der Alkohol, womöglich auch das Essen verdorbener Meeresfrüchte. Ich glaube auch nicht, dass die Aufpralle im Ring geholfen haben. Ich glaube, er hatte große Schmerzen, die er keinem anvertrauen wollte."

Mark und Chris Youngblood länger als Tag Team aktiv

Youngbloods jüngere Brüder Mark (geboren 1963) und Chris (1966) waren weniger große Stars, hatten als Ringhandwerker aber ebenfalls einen guten Ruf, als Tag Team hielten sie diverse Titel in verschiedenen Regionen, wurden auch von WCW (als "Renegade Warriors"), AJPW in Japan und der Liga WWC in Puerto Rico engagiert.

Der verstorbene Chris Youngblood (l.) und Bruder Mark bei WCW
Der verstorbene Chris Youngblood (l.) und Bruder Mark bei WCW

Die Vollzeitkarriere der Youngbloods klang in den Neunzigern aus, der 2021 mit 55 Jahren ebenfalls zu früh verstorbene Chris unterhielt zuletzt eine kleine Liga in Amarillo, der Stadt, in der der Ruhm seiner Familie begründet worden war.