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US Open: Jule Niemeier - bald die Nummer eins in Deutschland?

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US Open: Jule Niemeier - bald die Nummer eins in Deutschland?

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Sie erlöst Deutschlands Tennisfans

Bei den US Open erlebt das deutsche Tennis eine schwarze erste Runde. Lediglich Jule Niemeier übersteht den Auftakt - und kann nun die Zukunft im deutschen Tennis einläuten.
Jule Niemeiers Triumphzug in Wimbledon ist auch den Stars des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund nicht verborgen geblieben.
Manuel Habermeier
Manuel Habermeier
von Manuel Habermeier

In der dritten Runde der US Open kam es auf Court 17 zu einem aus deutscher Sicht bemerkenswerten Match.

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Jule Niemeier, die bereits beim Tennisklassiker in Wimbledon ins Viertelfinale vorgestoßen war - dort scheiterte sie an der Bad Saulgauerin Tatjana Maria - setzte sich gegen die Chinesin Zheng Qinwen durch und steht im Achtelfinale von Flushing Meadows. (NEWS: Alles zu den US Open)

Als Belohnung wartet nun ein Duell mit Iga Swiatek. „Gegen die aktuell beste Spielerin der Welt zu spielen und dann hier auf dem hoffentlich größten Platz - das ist einfach extrem cool“, fieberte sie direkt nach ihrem Match dem Duell bei Eurosport entgegen.

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Netter Fun Fact: Der Tennis-Experte Ben Rothenberg hatte Niemeier nach der Qualifikationsrunde für die French Open 2022 bereits mit ihrer kommenden Gegnerin verglichen. „Ihre Quali-Ergebnisse waren Swiatesk“, adelte er sie via Twitter.

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Bei den US Open begeistert die 23-Jährige erneut die deutschen Tennisfans und sorgt für Erleichterung. Nachdem Alexander Zverev nach seiner Verletzung im Halbfinale der French Open für New York passen musste und Angelique Kerber wegen ihrer ersten Schwangerschaft ebenfalls abgesagt hatte, fehlten bereits die beiden größten deutschen Namen.

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In Runde eins sorgten die deutschen Herren dann für ein historisches Debakel. Erstmals seit 1984 erreichte kein Deutscher die zweite Runde in New York. Auch bei den Damen verabschiedeten sich Andrea Petkovic, die nach ihrer Auftaktniederlage die Karriere beendete, Laura Siegemund und Tatjana Maria allesamt nach dem ersten Match.

Allein Niemeier hält jetzt die deutschen Farben hoch und ist so nun zum Lichtblick einer ganzen Tennis-Nation geworden. Durch die Absage Kerbers könnte die Dortmunderin, die nach dem Sieg gegen Zhen als Nummer 73 ihre bislang beste Karriereplatzierung erreicht hat, sogar zur deutschen Nummer eins werden. Kerber, die diesen inoffiziellen Titel seit Jahren trägt, liegt derzeit auf Rang 69 nur noch acht Punkte vor Niemeier. (SERVICE: WTA-Weltrangliste)

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Wären in Wimbledon Weltranglistenpunkte vergeben worden, hätte die bekennende BVB-Anhängerin den deutschen Tennis-Thron schon in London bestiegen. Nun nimmt sie in Flushing Meadows den zweiten Anlauf.

Konzentration, Coolness und Können - Niemeier hat das volle Paket

Vielmehr als ihre Erfolge auf dem Platz beeindruckt aber die Art und Weise, wie diese zustande kommen. Früher wollte sie zu viel auf dem Platz. “Ich dachte, ich muss etwas Besonderes spielen“, erklärte sie im Gespräch mit tennis.com und fügte hinzu: „Wenn man gegen solche Spielerinnen spielt, muss man einfach präsent bleiben. Man muss jeden Punkt spielen. Man muss konstant bleiben und sich auf jeden Punkt konzentrieren.“

Ihre Konzentration hat sie mittlerweile gefunden, wie sie auch im Spiel gegen die Chinesin unter Beweis stellte. Bei 3:3 im ersten Satz hatte Zheng den Break-Punkt, Niemeier blieb jedoch cool und brachte den Service über Ass, Aufschlag-Winner und ein weiteres Ass nach Hause. Wie Boris Becker in seiner besten Zeit bewies sie absolute Nervenstärke in spielentscheidenden Situationen.

Er gehörte zur Tennis-Weltklasse und war trotzdem nie der Liebling der Deutschen. Stichs Karriere war geprägt durch den Zweikampf mit Boris Becker. SPORT1 History blickt zurück.
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Im zweiten Durchgang lag sie schon 1:4 zurück, konnte den Satz und damit das Spiel aber doch noch nach Hause bringen. „Es war das erwartet schwierige Spiel, aber ich bin extrem glücklich, dass ich das Spiel noch in zwei Sätzen gewinnen konnte“, zeigte sie sich bei Eurosport erleichtert. Damit wahrt sie auch ihre weiße Weste. Noch hat sie keinen Satz bei den diesjährigen US Open abgegeben.

Mit Iga Swiatek wartet die nächste Herausforderung

Diese Coolness ist jedoch auch ein Ergebnis ihres großen Repertoires an Schlägen und Taktik auf dem Platz. Mal serviert sie mit Kick und Slice, mal platziert sie den Ball zielsicher in der Ecke. Sie kann aber auch den harten Aufschlag auf den Körper. „Ich versuche, auf dem Platz kreativ zu sein“, unterstrich sie diesen Eindruck der Vielseitigkeit. „Natürlich kann ich schnell spielen, ich kann langsamer spielen, den Slice benutzen, Dropshots. Das ist es, was ich versuche, einfach ein bisschen Abwechslung auf den Platz zu bringen, damit der Gegner nicht weiß, was auf ihn zukommt.“

Dazu kommt ein variables taktisches Auftreten. Auf Court 17 wechselte sie ständig zwischen aggressivem Angriffsspiel und klugem Abwarten auf die Fehler der Gegnerin. „Das ist es, was ich jetzt versuche: die Erfahrung zu nutzen und immer weiterzugehen.“

Mit dieser Einstellung will sie nun im Achtelfinale auch Swiatek ärgern. Natürlich habe sie Respekt vor der 21-Jährigen, aber „ich versuche einfach, jedes Match zu gewinnen.“ Und dabei soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen: „Wenn das keinen Spaß macht, ist man irgendwie falsch in dem Beruf.“ (SERVICE: US Open - alle Spiele des Tages)

Auf dem Platz haben sich Niemeier und Swiatek noch nie gegenübergestanden. Aber auch die Polin wird die vergangenen Ergebnisse Niemeiers mitbekommen haben. Unterschätzen wird sie die vielleicht baldige deutsche Nummer eins nicht.