Brock Lesnar neuer WWE-Champion bei Day 1, AEW-Premiere auf neuem Sender mit mehreren Titelwechseln, fantastische Big Matches bei NJPW im Tokyo Dome: Das Wrestling-Jahr 2022 startete mit vielen Paukenschlägen - und lieferte noch mehr Gesprächsstoff, als den Promotions lieb war.
WWE: Das hausgemachte Problem um Roman Reigns
Das hausgemachte WWE-Problem um Reigns
Bei WWE sorgte der mittlerweile ausgestandene Corona-Schock um Topstar Roman Reigns für Wirbel, bei AEW heikle Vorwürfe mangelnder Berücksichtigung von Minderheiten. Hinzu kam die nächste große Entlassungswelle bei WWE, die mehrere langjährige Vertraute des entmachtet wirkenden Chef-Schwiegersohns Triple H traf.
Was die beiden großen Gesprächsthemen bei WWE verbindet: Der zwischenzeitliche Ausfall des mittlerweile wieder genesenen und zurückgekehrten Reigns führte vor Augen, wie viel bei WWE mit der Präsenz der Überfigur Reigns steht und fällt.
Der Stärkung von Topstars wie Reigns und Lesnar ordnet WWE vieles unter, ein Trend, der sich nicht ändern dürfte, blickt man auf die aktuelle Firmenpolitik, die sich auch und gerade in den jüngsten Entlassungen ausdrückt.
Ist WWE zu abhängig von Reigns und Lesnar? In Heelturn - der SPORT1 Wrestling Podcast gehen die SPORT1-Experten Marcus Hinselmann und Martin Hoffmann dem Thema auf den Grund - die aktuelle Folge auf SPORT1, Spotify, Apple Podcasts, Podigee und überall, wo es Podcasts gibt.
Ist WWE zu abhängig von Roman Reigns und Brock Lesnar?
Das meint Marcus Hinselmann: „Es ist ja Tradition, dass WWE um diese Zeit des Jahres, auf der beginnenden Road to WrestleMania die großen Namen auf dem Titel sitzen sehen will - auch um den Preis, potenzielle Stars der Zukunft zurückzustoßen. Mit dem Titelgewinn von Big E hatte man einen großen Moment geschaffen, wirklich gefolgt ist aber dann eher nichts drauf. Roman Reigns ist der einzige, der konstant mit guten Storys versorgt wird - wobei: Welche ernstzunehmenden Konkurrenten hat er mittlerweile noch bei SmackDown? Hätte man mal - nur als Beispiel - einen Cesaro besser hingestellt, dann wäre das schon mal eine Alternative mehr. Aber so schwach, wie bei SmackDown die ‚Faces‘ präsentiert worden sind im Vergleich zu Reigns: Da hat man ein hausgemachtes Problem.“
Wissenswertes zum Thema Wrestling:
Das meint Martin Hoffmann: „Das Konstrukt WWE hängt aktuell sehr von Einzelnen ab, das hat man durch den kurzen Schreckmoment um Reigns sehr deutlich gesehen. Gerade jetzt, wo jetzt grad auch Drew McIntyre ausfällt: Wen hätte man denn im Zweifel gehabt als Alternative, um SmackDown zu tragen? Man hätte jemanden von RAW holen müssen, um halbwegs glaubwürdig zu sein.
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Der Trend, den man im Großen und Kleinen immer wieder beobachtet bei WWE: Sie legen sich fest auf eine gewisse Anzahl herausgehobener Stars - und es geht von da an darum, sie zu füttern, zu füttern und zu füttern. Darunter leidet für mich die Kreation neuer Stars, ein Big E hat so keine Chance, auf ein anderes Level vorzustoßen. Oder auch bei den Frauen: Da hat man klar gesehen, dass Toni Storm trotz allen Potenzials, das sie hat, letzlich nur dazu da war, Charlotte Flair zu stärken - und Storm hat das anscheinend wahrgenommen und mit ihrem Abgang die Konsequenz daraus gezogen. Ich sehe ein Problem darin, sich zu sehr im Vorhinein darauf zu versteifen, wer ein Topstar ist und wer nicht und alle Entscheidungen darauf auszurichten. Man schwächt die Leute, die das Potenzial hätten, größer zu werden, wenn man sie immer wieder als B-Ware darstellt.“
Außerdem Thema in der neuen Ausgabe von Heelturn - Der SPORT1 Wrestling Podcast:
- Die neue WWE-Entlassungswelle und ihre Folgen
- Die offenen Fragen hinter dem „neuen“ NXT um Scott-Steiner-Neffe Bron Breakker
- Welche WrestleMania-Rollen spielen Beth Phoenix und Liv Morgan?
- Wie berechtigt sind die brisanten Vorwürfe von Big Swole gegen AEW?
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