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WWE: Ein legendärer Kindheitsheld und sein tragisch-schockierendes Ende

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WWE: Ein legendärer Kindheitsheld und sein tragisch-schockierendes Ende

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Ein Idol mit schockierendem Ende

Als WWE-Held riss der Ultimate Warrior Millionen Fans mit, jenseits des Rings belastete er seinen Ruf schwer. Kurz nach einem letzten gro0en Auftritt starb er tragisch.
Auch Phil Collins bekam einst die Kraft des Ultimate Warrior zu spüren
Auch Phil Collins bekam einst die Kraft des Ultimate Warrior zu spüren
© WWE
mhoffmann
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Als WWE-Held riss der Ultimate Warrior Millionen Fans mit, jenseits des Rings belastete er seinen Ruf schwer. Kurz nach einem letzten gro0en Auftritt starb er tragisch.

Wenn er den Mund aufmachte, dann fing es schon mal an. Der Ultimate Warrior grunzte dann meist erst einmal - man kann sein Standardgeräusch nicht diplomatischer umschreiben.

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Dann redete er, meist von ziemlich seltsamen Dingen, zum Beispiel davon, dass seine übernatürliche Macht sich bei WWE ausbreite wie ein Virus, aber dass Hulk Hogan leider Antikörper gegen sein Gift bildete („The anti-bodies of Hulkamania CONTINUE to refuse“).

Seine Gedankenströme, hielt der Warrior fest, sendeten auf unbekannter Frequenz ("The brain waves in my mind are of an unknown frequency"), sein Blut, sein Knochenmark, alles sei anders als das von Normalsterblichen.

Kein Wunder allerdings, er komme ja auch nicht von der Erde, sondern vom Planeten "Unbekannter Ort", zu dem er übrigens auch sein Raumschiff noch erwischen müsse: "I'll be on the next spaceship to Parts Unknown."

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Die Promo-Ansprachen des Ultimate Warrior - der am Sonntag 65 Jahre alt geworden wäre - waren gewiss mit das Seltsamste, was die Wrestling-Geschichte zu bieten hatte. Aber waren sie nur furchtbar blödes Gebrabbel? Oder herrlich genialer Quatsch?

Die Fans und Experten streiten sich bis heute darüber, zehn Jahre nach seinem Tod unter schockierenden Umständen. Das tun sie generell über alles, was der knallbunte, Showkampf-Star verkörperte.

Ultimate Warrior - Phänomen oder Scharlatan?

Für die einen war der am 16. Juni 1959 als James Brian Hellwig in Crawfordsville (Indiana) geborene Warrior ein Ring-Scharlatan ohne technische und handwerkliche Qualität.

Nie und nimmer hätte er eine größere Rolle in der früheren WWF spielen sollen - und schon gar nicht als Champion, als Erbe von Hulk Hogan, der er hätte werden sollen. Letztlich sei er ein Blender gewesen, der seine Karriere auf einer Handvoll Aktionen aufgebaut hätte.

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Letzteres ist nicht zu bestreiten - aber auch völlig egal, sagen andere: Was braucht ein Wrestler Fünf-Sterne-Qualitäten, wenn er Explosivität, Charisma und Aura hat? Wenn er die Gabe hat, mit dem, was er tut, eine Halle mit zehntausenden Fans zum Kochen zu bringen, Abermillionen Fans weltweit in seinen Bann zu ziehen? Wenn er es geschafft hat, kleine Kinder beim (zu Recht verbotenen) Schulausflugs-Catchen auf dem fernen Planeten Bayern brüllen zu lassen: "Du bist Hulk Hogan, na und? Ich bin Ulti-mäht War-johr!"

Bis heute wird der Warrior von Fans der Neunziger als Kindheitsheld verehrt - 2016 feierte gar LeBron James einen seiner NBA-Titel in einem Warrior-Shirt. Wobei nicht jeder von ihnen weiß, dass er sich in seinem Leben auch viele wenig heldenhafte Dinge geleistet hat.

Legende Sting war sein erster Partner

Der Warrior war Mitte der Achtziger ein recht erfolgreicher Bodybuilder, ehe er in Kalifornien von einem Wrestling-Trainerteam entdeckt wurde.

Mit seinem Trainingspartner Steve Borden bildete er kurz ein als „Freedom Fighters“ und „Blade Runners“ antretendes Tag Team. Rund zwei Jahre nach seinem Ringdebüt landete er in der damaligen WWF (während der erst in diesem Jahr emotional zurückgetretene Sting zum Pfeiler der Konkurrenzliga WCW wurde).

Im Schatten des damaligen Topstars Hogan vollendete der Warrior in der WWF die Kreation seines Comichelden-Charakters, der zum Ring rannte, sich und die Seile wild schüttelte und die Gegner mit seinen Power-Aktionen meist schnell abfertigte.

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Ein Großteil der WWF-Fans war begeistert, nach erfolgreichen Fehden gegen Bösewichte wie den Honky Tonk Man, „Ravishing“ Rick Rude und den Mythos André the Giant entschied Ligachef Vince McMahon, den Warrior ins Duell mit Hogan zu schicken.

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Auf den Sieg über Hulk Hogan folgte der große Zoff

Bei WrestleMania VI im Jahr 1990 durfte der Warrior Hogan klar und fair besiegen - als erster seit Hogans Aufstieg zum Fackelträger sechs Jahre vorher. Der Warrior wurde zum neuen, unverkennbaren und groß vermarkteten Aushängeschild. Er vergrößerte seine Bekanntheit unter anderem auch mit einer skurrilen Crosspromo-Sendung, in der er Musikikone Phil Collins durch den Ring wirbelte - um eine damalige USA-Tournee des Genesis-Sängers und -Drummers zu bewerben.

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Die Ära des Warrior war letztlich allerdings eine kurze, unter anderem, weil es ein Jahr nach ihrem Beginn zu einem spektakulären Bruch hinter den Kulissen kam: Im Streit um eine bessere Bezahlung und einen angeblichen Mangel an Wertschätzung drohte der Warrior McMahon schriftlich mit Streik, McMahon ging zunächst mit einem freundlichen Antwortbrief auf die Forderungen ein, um den Riss vor seinem zweitgrößten Event SummerSlam 1991 zu kitten.

Nachdem der Slam dann nach Plan gelaufen war, schickte der Promoter ein stinksaures Schreiben hinterher - Tenor: Wer glaubst du eigentlich, wer du bist?! McMahon - in diesem Jahr nach verstörenden Vorwürfen als WWE-Boss zurückgetreten - suspendierte den Warrior. Der kündigte.

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Jim Hellwig benannte sich auch bürgerlich in Warrior um

Zweimal noch rauften sich der Warrior und die WWF danach zusammen (unter Fans damals kursierende Gerüchte, dass die Liga die Rolle mit einem neuen Darsteller besetzt hatte, waren Unsinn). Die beiden Comebacks 1992 und 1996 - mit einem Sieg über den jungen Triple H bei WrestleMania XII - endeten aber wieder im Streit. Dasselbe galt für ein letztes großes Engagement beim Rivalen WCW 1998 mit einer trashigen zweiten Fehde gegen Hogan und dessen New World Order (nWo).

In den Ring stieg der Warrior danach nur noch für eine selbst vermarktete Nostalgie-Rückkehr in Italien 2008. Er blieb aber präsent als kontroverse Figur in vielerlei Hinsicht.

Mit Ex-Arbeitgeber WWE lieferte er sich einen jahrelangen Rechtsstreit um die Markenrechte an seinem Charakter, der einen bizarren Höhepunkt nahm, als er seinen Geburtsnamen Jim Hellwig ablegte und „Warrior“ zum bürgerlichen Familiennamen machen ließ, den nun auch Frau und Kinder tragen.

WWE war so nachhaltig vergrätzt, dass sie im Jahr 2005 sogar eine verärgerte Doku-DVD mit dem Titel „The Self-Destruction of the Ultimate Warrior“ produzierte. Der Warrior wollte mit einer selbstproduzierten Positiv-Doku antworten - zerstritt sich dann aber auch mit deren Regisseur, weil auch der den Warrior nicht nur in schmeichelhaftem Licht zeigen wollte.

Krebskranker Bobby Heenan übel beleidigt

Der Streit mit dem Ex-Arbeitgeber war das eine, aber der Warrior irritierte auch mit seinen Wortmeldungen zu anderen Themen: Er offenbarte in Online-Kommentaren und bei Auftritten als rechtskonservativer Redner homophobe und andere fragwürdige Ansichten. Witwe Dana berichtete in einer WWE-Doku, dass ihr Mann stark beeinflusst gewesen sei von Fox News, dem Haussender der amerikanischen Rechten.

Der Warrior verspottete unter anderem auch die - vor allem afroamerikanischen - Opfer des tödlichen Hurrikans Katrina ("Dieser Hurrikan war für sie so etwas wie eine Umstellung der Möbel") und beleidigte den an einem schweren Krebsleiden erkrankten WWF-Weggefährten Bobby Heenan aufs Übelste ("Nicht mal Vince hätte sich das schöner ausdenken können, Karma ist eine schöne Sache.")

Die Legende schien mit allen zerstritten, hoffnungslos in ihre eigene, hässliche und ich-bezogene Warrior-Welt abgedriftet, ehe sie Anfang 2013 doch nochmal alle überraschte.

Auf seinem YouTube-Kanal verkündete der Warrior seine Versöhnung mit WWE und seinen ersten Auftritt bei einem WWE-Fanevent seit dem scheinbar endgültigen Bruch in den Neunzigern. Im Jahr darauf zog er in die Hall of Fame der Liga ein, mit einer emotionalen Rede, in der er mal keine offenen Rechnungen beglich, sondern eine aufrichtig wirkende Liebeserklärung an das Wrestling und seine alten Kollegen formulierte.

Drei Tage später war der Warrior tot.

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Tod kurz nach WrestleMania-Auftritt

Am 8. April 2014, einen Tag nach einem letzten Auftritt bei der TV-Show RAW nach WrestleMania, brach er auf dem Weg von seinem Hotelzimmer zum Auto zusammen, erlitt einen letztlich tödlichen Herzinfarkt.

Nach dem Drama ließen diverse WWE-Stars wissen, dass er schon am WrestleMania-Wochenende in einem schlechten Zustand zu sein schien. Es wurde spekuliert, dass der Warrior seinen Tod vorausahnte und womöglich auch deswegen plötzlich milde wurde. In seinem letzten Auftritt bei RAW sprach er auch über die Themen Tod und Vermächtnis („Irgendwann macht jedes Herz seinen letzten Schlag, jede Lunge ihren letzten Atemzug“).

Beigetragen hat der Warrior zu seinen gesundheitlichen Problemen auch selbst: Er machte keinen Hehl daraus, dass er beim Aufbau seines muskulösen Körpers massiv mit Steroiden nachhalf (auch deshalb wurde er in den Neunzigern, als die WWF von einem großen Doping-Prozess erschüttert wurde, zur Belastung).

Streit um den "Warrior Award"

Nach seinem Tod war bei WWE keine Rede mehr von den Streits und Kontroversen der Vergangenheit, die Liga verleibte sich den Helden-Mythos ein, verlieh jährlich einen „Warrior Award“, nutzte den Namen auch für eine Kampagne gegen Brustkrebs.

Kritik, dass WWE bei derartigen Würdigungen die Schattenseiten des Warriors durch Aussparung verwischte, ließ die frühere Firmenführung unter dessen Freundfeind McMahon an sich abperlen. In diesem Jahr allerdings fiel auf, dass die neuen Verantwortlichen - Kreativchef „Triple H“ Paul Levesque, Boss Nick Khan und Mutterkonzernchef Ari Emmanuel - erstmal seit 9 Jahren keinen Warrior Award vergeben ließen.

Ist WWE nicht nur zu McMahon, sondern auch zu seinem kontroversen Ex-Star still auf Distanz gegangen? Am Umgang mit der umstrittensten aller WWE-Legenden scheiden sich auch 10 Jahre nach ihrem Tod die Geister.