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Tour de France 2020

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Tour de France

Radsport / Tour de France
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Die Tour de France

Die Tour de France ist das bedeutendstes Radrennen der Welt. Seit 1903 findet die Grand Boucle („Große Schleife“) jährlich statt und führt die teilnehmenden Rad-Profis quer durch ganz Frankreich, sowie teilweise durch das nähere Ausland. Besonders die Startpunkte der Tour de France werden gerne in angrenzende Länder verlegt. Anschließend führen die Tagesetappen bis nach Paris. Veranstalter des Sportereignisses ist die Amaury Sport Organisation (ASO).

Geschichte der Tour de France

Am 1. Juli 1903 startete die erste Etappe der Tour de France. Die Idee, mehrere Etappen durch ganz Frankreich zu veranstalten, ging vom französischen Journalisten Geo Lafevre aus. Es sollte jeweils die benötigte Zeit für die vorgegebene Strecke gemessen und in der Summe dann addiert werden, um letztlich den verdienten Sieger zu küren. Es existierten zwar vorher schon Langstrecken-Rennen im Radsport, allerdings waren diese stets Einzeletappen. Die Tour de France war geboren.

Im ersten Jahr kämpften 60 Radfahrer um den Titel. Insgesamt waren sechs Etappen durch die größten Städte des Landes mit Zielpunkt Paris geplant. Zwischen den einzelnen Tagesetappen ruhten sich die Fahrer aus. Als Sieger ging der favorisierte Franzose Maurice Garin hervor, der zuvor bereits einige Titel im Radsport abgesahnt hatte.

Mit der Zeit konnte sich die Tour de France etablieren. Zuvor musste sie mit einigen Skandalen rund um die Fahrer kämpfen. Unerlaubtes Benutzen der Eisenbahn zum eigenen Vorteil entpuppte sich als typisches Vergehen, was den Fairness-Gedanken des neuen Sportereignisses in ein schlechtes Licht rückte.  Eine erstmalige Unterbrechung der Tour war im Jahre 1914 dem Ersten Weltkrieg geschuldet. Gleiches ereignete sich zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Mit steigender Bekanntheit der Tour de France, stieg die Anzahl der Etappen, sowie die Gesamtstrecke der Tour. Um den Fahrern entgegen zu kommen, reduzierte man aber gleichzeitig die Länge der einzelnen Tagestrecken. In den Anfangsjahren legten die Rad-Profis noch bis zu 400 Kilometer zurück, was rückblickend einerseits wegen der schlechten Straßen und andererseits wegen der altmodischen Fahrräder, die noch ohne Gangschaltung gebaut wurden, äußerst bemerkenswert ist. Seit den 50er-Jahren existiert die Tour de France annähernd in ihrer heutigen Form.

Mittlerweile treten 22 Teams bei der Tour de France an, die jeweils acht Fahrer stellen. Insgesamt ist die Tour mit einem Preisgeld von über 2,2 Millionen Euro dotiert. Allein eine halbe Million erhält der Gesamtsieger. Zum Vergleich: Der erste Sieger erhielt weniger als ein Zehntel für den Triumph bei der Frankreich-Rundfahrt. Die mediale Aufmerksamkeit und das Thema Sponsoring der Teams sind mit den Jahren deutlich mehr in den Fokus gerückt.  Einer der Gründe für die gestiegenen Preisgelder.

Außerdem hat die Tour eine große Fankultur hervorgebracht. Die Strecken sind durchgehend gut besucht und vor allem die Zieleinfahrten werden von Scharen an begeisterten Radsport-Fans zum besonderen Erlebnis.

Tour de France-Klassements

Bei der Tour des France gibt es ein von der Tour-Leitung festgelegtes Sortiment an Trikots in verschiedenen Farben und Mustern, die den Führenden der verschiedenen Wertungen repräsentieren. Übernimmt ein Fahrer die Führungsposition einer Wertung, so erhält er das Trikot nach der Etappe und trägt es auf der nächsten Etappe. Wenn ein Fahrer mehrere Wertungen anführt, zieht er nur das ranghöchste Trikot an und überlässt das Andere dem Zweitplatzierten. Dabei gilt folgende Reihenfolge: Gelb, Grün, Gepunktet und Weiß.

Gelbes Trikot: Das Gelbe Trikot erhält der Führende der Gesamtwertung der Tour de France, sprich derjenige, der in Addition die geringste Gesamtzeit aller bisher abgeschlossenen Etappen aufweist.
Grünes Trikot: Das Grüne Trikot gebührt dem besten Sprinter der Tour. Punkte werden dabei bei Ziel- und Zwischensprints vergeben.
Gepunktetes TrikotTrikot: Das weiße Trikot mit den roten Punkten steht für den besten Fahrer der Bergwertung. Je nach Schwierigkeit des Anstieges variieren die erhaltenen Punkte.
Weißes Trikot: Dem besten Jungprofi wird das Weiße Trikot verliehen.
Rote Startnummer: Zusätzlich existiert noch eine rot hinterlegte Rückennummer für den kämpferischsten Rad-Profi einer Etappe.
Gelb unterlegte Startnummer: Die gelb unterlegten Nummern sind für das Team mit der geringsten Gesamtzeit, die sich aus den jeweils drei besten Fahrern pro Etappe zusammensetzt.

Rekordhalter der Tour

In der über 100 Jahre langen Geschichte der Tour de France hat sich so manche Tour-Legende herauskristallisiert. Mit insgesamt fünf Gesamtsiegen auf der Tour liegen der Franzose Jacques Anquetil, sein Landsmann Bernard Hinault, der Belgier Eddy Merckx und der aus Spanien stammende Miguel Indurain an erster Stelle.

Merckx hält außerdem mit 34 den Rekord für die meisten Etappensiege. Dicht gefolgt von Marc Cavendish, der allerdings noch aktiv ist. Der jüngste Fahrer, der je eine Ausgabe der Tour de France für sich entscheiden konnte, war gerade einmal 20 Jahre alt. Der Franzose Henri Cornet sicherte sich bei der zweiten Ausgabe den bis heute ungebrochenen Rekord. Sein Pendant ist der belgische Radrennfahrer Firmin Lambot. Im Alter von 36 Jahren gewann er als Ältester die Tour de France.

Die Tour de France und das Doping

Durch häufiges und massives Doping rückte die eigentlich anspruchsvolle und medial begehrte Tour de France ab 2006 aus dem Rampenlicht. Zuletzt zeigten schärfere Kontrollen aber Wirkung und die Tour kehrt auf die große Sportbühne zurück. Bereits seit 1966 führen die Veranstalter der Tour Dopingkontrollen durch.

Die erste schwere Glaubwürdigkeitskrise datiert aus dem Jahr 1998, eine Weitere folgte im Jahr 2006. Damals veröffentlichte eine spanische Behörde 58 Namen von Dopingverdächtigen. Auch der einzige deutsche Tour-Sieger Jan Ullrich wurde in Folge dieser Veröffentlichungen des Dopings überführt. Da er allerdings nie positiv getestet wurde, blieb ihm sein historischer Sieg aus dem Jahr 1997 erhalten.

Bereits vor Tour-Beginn kamen in den vergangenen 20 Jahren regelmäßig die ersten Namen von Dopingsündern ans Licht. Infolgedessen wurde häufig sarkastisch von der "Tour de Doping" gesprochen. Großen Anteil daran hatte der größte Betrüger der Tour-Geschichte: Lance Armstrong. Jahrelang dominierte der US-Amerikaner das Feld nach Belieben und spielte mit den Konkurrenten. Als er jedoch endlich überführt wurde, verlor er auch seine sieben Tour-Gesamtsiege.

All dies schadete dem Image der Tour - auch in Deutschland. Die Sprinterfolge der letzten fünf Jahre durch Marcel Kittel, Andre Greipel und John Degenkolb sowie eine Kampagne für mehr Transparenz in Dopingangelegenheiten verhalfen zuletzt jedoch zu einem Aufmerksamkeits- und Beliebtheitsanstieg.