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München - Einem Report der UEFA zufolge ist der FC Bayern einer von neun Klubs, die aufgrund ihrer globalen Tragweite finanziell als uneinholbar gelten. Der Verbandspräsident warnt.

Der FC Bayern ist ein Verein mit globaler Strahlkraft. Eine globale Marke. Eine wirtschaftlich gesunde Marke. So gesund, dass sie laut der UEFA eine von wenigen ist, die in finanzieller Hinsicht als "uneinholbar" gilt. 

Das geht aus dem offiziellen "Benchmarking Report" hervor, den der europäische Dachverband am Donnerstag veröffentlichte.

Demnach bilden die Münchner neben den Premier-League-Klubs Manchester United, Manchester City, Arsenal, Chelsea und Liverpool, den spanischen Großmächten Real Madrid und FC Barcelona sowie dem französischen Serienmeister Paris Saint-Germain die wirtschaftliche Elite des europäischen Fußballs.

Schere geht auseinander

Diese "Super-Klubs", wie die UEFA sie bezeichnet, erzielen seit sechs Jahren allein durch Sponsoren-Einnahmen mehr als 100 Millionen Euro pro Saison. Die durchschnittlichen Sponsoren-Einnahmen der 700 anderen europäischen Profiklubs liegen dagegen bei rund einer Million Euro.

Dies komme vor allem durch die Popularität der "Super-Klubs" im Ausland, vor allem in Übersee-Märkten, zustande. Verpflichtungen von Star-Spielern, Werbetouren und der sportliche Erfolg, insbesondere die jährliche Teilnahme an der Champions League, seien Garantien für "unaufhaltsames Wachstum der Fanlager".

Dadurch geht die Schere zwischen den "Super-Klubs" und dem Rest immer weiter auseinander. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gibt in dem Report deshalb zu bedenken, dass die UEFA "wachsam" sein und "weniger positive Trends" wie zu hohe Gehälter oder "die immer größer werdene Fokussierung auf Sponsoren- und Werbeeinnahmen" beachten müsse.

Einnahmen seit 1996 versechsfacht

Dem Report zufolge ist Europas Fußball aber gesund und scheffelt immer mehr Geld. Im Finanzjahr 2015 beliefen sich die Einnahmen aller Vereine auf rund 17 Milliarden Euro.

Im Vergleich zu 1996 haben sich die Einnahmen inzwischen versechsfacht. Dank des Financial Fair Play (FFP), das seit der Saison 2013/14 vollständig greift, habe "sich die Finanzlage des Fußballs stark verbessert".

Die aggregierten Betriebsgewinne seien in den letzten beiden Jahren auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen. In den zwei Jahren vor der Einführung des FFP mit der sogenannten Break-even-Vorschrift, laut der nicht (viel) mehr ausgegeben werden darf als eingenommen wird, verzeichneten die Klubs noch Verluste in Höhe von 700 Millionen Euro.

Premier League das Maß der Dinge

Auf der Liste der 30 einnahmenstärksten Vereine (2015) stehen sechs Klubs aus der Bundesliga. Der FC Bayern belegt Platz fünf, gefolgt von Borussia Dortmund (11.) und Schalke 04 (13.).

Die deutschen Vereine wirtschaften zudem im Vergleich der fünf Top-Ligen mit Abstand am ausgeglichensten: Das Verhältnis zwischen Gehältern und Einnahmen betrug 52 Prozent (England: 61 Prozent, Italien: 69 Prozent).

Im Vergleich der Einnahmen bleibt die englische Premier League das Maß der Dinge: Die 20 Vereine von der Insel wiesen erneut gemeinsam mehr Einnahmen aus als sämtliche 597 Erstligaklubs der 48 kleinsten UEFA-Mitgliedsverbände zusammen.

Rund 4,4 Milliarden Euro flossen 2015 in die Premier-League-Kassen, die Bundesliga-Klubs kamen auf rund 2,4 Milliarden Euro.

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