Diese Ansage ging mächtig schief! Peter Wright ist mit seiner Aussage, dass er bei Darts-WM 2026 triumphieren würde, krachend auf die Füße gefallen. Der zweimalige Weltmeister (2020 und 2022) schied gegen den deutschen Debütanten Arno Merk sang- und klanglos aus (0:3).
Darts-WM: Rätsel um Snakebite! "Das ist erschreckend"
Seine Ansage mündet im Desaster
Dabei hatte Wright im Interview mit DartsNews noch angekündigt: „Ich werde dreimaliger Weltmeister werden. Ob ich die Million nun dieses Jahr oder nächstes Jahr gewinne, ich werde sie auf jeden Fall gewinnen. Diese Million Pfund wird zu mir kommen – nicht zu ihnen.“
Englische Presse geht mit Peter Wright hart ins Gericht
Zumindest diese Weltmeisterschaft wird „Snakebite” nicht gewinnen. Die britische Boulevard-Zeitung The Sun schrieb von einer „großspurigen Verkündung” des Schotten. Die Million Pfund kommt in jedem Fall nicht. Für sein Zweitrunden-Aus kassiert Wright „nur” 25.000 Pfund.
Von einer weltmeisterlichen Leistung war der 55-Jährige am Dienstagnachmittag weit entfernt. Wright spielte erschreckende 79,20 Punkte im Average und war bei lediglich zwei seiner 15 Würfe auf die Doppel erfolgreich. Die Sun schrieb von „seiner schlechtesten Leistung jemals”.
Es war sogar der zweitschwächste Average aller 128 Teilnehmer im Feld. Nur Lisa Ashton erreichte bei ihrer Auftaktniederlage gegen Michael Smith (0:3) einen noch niedrigeren Wert (77,13). (Darts-WM vom 11. Dezember bis 3. Januar LIVE auf SPORT1)
Darts-WM: Arno Merk landet nächsten Coup
„Peter Wright vernichtend geschlagen”, titelt DartsNews.com. The Guardian schreibt von einer „krachenden Niederlage”.
Auch der erneut stark aufspielende Merk wies im SPORT1-Interview nach seinem Coup relativierend darauf hin, dass Wright „heute nicht sein bestes Spiel gespielt” habe. Und tatsächlich kommt der K.o. des World Matchplay Siegers von 2021 nicht von ungefähr.
Die katastrophale Saison von „Snakebite”
Wright hat ein Seuchenjahr hinter sich: Vier der letzten sechs Matches gingen verloren, darunter auch Spiele gegen Außenseiter wie den Franzosen Thibault Tricole (Nr. 61 der Welt) und den Polen Tytus Kanik (Nr. 136).
Schon im Juni flog er mit Landsmann Gary Anderson bei der Team-WM mit 0:8 gegen Danny Noppert und Gian van Veen raus. Im August legte er dann im Sechzehntelfinale bei der Flanders Darts Trophy eine weitere besorgniserregende Performance hin.
Beim 1:6 gegen Luke Woodhouse spielte er gar nur 74,62 Punkte im Average. „Das war eine Enttäuschung. Er ist aktuell nicht annähernd so gut, wie er sein könnte – er ist einfach ein anderer Peter Wright“, sagte der frühere Darts-Profi Glen Durrant.
Wright experimentiert mit den Darts
Ein ähnliches Bild gab Wright gegen Deutschlands Mega-Merk ab. Der Schotte haderte, tauschte binnen den ersten sechs Legs gleich zweimal seine Darts aus - aber nichts half. „Im dritten Leg des zweiten Satzes traf der er die seltsame Entscheidung, andere Darts zu verwenden, was jedoch nicht den gewünschten Effekt hatte”, erklärt die Sun.
Der 25-malige Sieger auf der Pro Tour war am Dienstag meilenweit von seiner Bestform entfernt und sorgte bei den Beobachtern für Rätsel.
SPORT1-Experte Brzezinski: “Das ist erschreckend”
„Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass ich nicht davon ausgehe, dass Peter nochmal einen Average unter 90 spielen wird. Am Ende hat er einen Average von unter 80 gespielt. 79 Punkte im Schnitt, das ist erschreckend“, urteilte SPORT1-Experte Philip Brzezinski.
Der Zeremonienmeister der PDC verwies auf den Auftaktsieg gegen Noa-Lynn van Leuven (3:0): „Die 83 aus Runde eins waren sein niedrigster Average aller Zeiten (bei der WM, Anm. d. Red.). Das hat er heute um vier Punkte unterboten. Das soll aber nicht schmälern, was Arno heute gemacht hat.“
Der Auftritt von Wright wirft Fragen auf. Woran liegt es nur, dass der einstige Seriensieger nicht zu seiner Form findet? Der letzte große Titel datiert aus dem Jahr 2023, der Triumph bei der European Darts Championship.
Ehemalige Nummer 1 der Welt droht weiter abzustürzen
Noch im Vorjahr spielte Wright bei der Darts-WM nach einer überaus durchwachsenen Saison groß auf, schaltete Titelverteidiger Luke Humphries aus (4:1) und erreichte das Viertelfinale. Dort war dann gegen Stephen Bunting Endstation.
Nun der ernüchternde K.o. in Runde zwei. Das bedeutet auch, dass Wright in der PDC Order of Merit weiter abzustürzen droht. Vor dem Turnier wurde die ehemalige Nummer eins nur noch auf Position 30 geführt, jetzt könnte es weiter zurückgehen.
Der Alexandra Palace, ausgerechnet die Spielstätte, in der Wright seine größten Erfolge feierte, konnte Wright an jenem Dienstag auch nicht retten. Seit seinem Titelgewinn im Januar 2022 läuft kaum noch etwas zusammen.
Wrights Ehefrau “fürchtete, sie würde sterben”
Auf den Triumph folgte damals eine enorm schwere Zeit. Im November 2022 musste die Ehefrau des Schotten wegen gesundheitlicher Beschwerden und starken Schmerzen ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem es wegen einer Gallenblasenentfernung zu Komplikationen kam.
„Es waren ein paar furchtbare Wochen“, erklärte Wright damals bei Oche180. „Jo (Wrights Ehefrau Joanne, Anm. d. Red.) war in absoluter Todesangst und sagte mir, dass sie fürchtete, sie würde sterben, weil die Schmerzen so schlimm waren.“
Wrights Sorgen spiegelten sich auch beim Darts wider. Für ihn war der Grand Slam bereits nach der Gruppenphase zu Ende. „Offensichtlich konnte ich mich überhaupt nicht auf das Dartspiel konzentrieren. Meine Gedanken waren ganz bei Jo und nicht beim Grand Slam, ich war überhaupt nicht bei der Sache“, beschrieb „Snakebite“ seine Leistung.
Seiner Frau Joanne, zugleich Managerin, Chauffeurin und Friseurin von Peter, scheint es seit geraumer Zeit wieder besser zu gehen. Doch bei Wright reißen die Probleme nicht ab - zumindest die von sportlicher Natur.
Darts-WM: Kein Duell mit Michael van Gerwen
Und seine Kampfansage, er würde den WM-Titel gewinnen, ging gewaltig in die Hose. Die Befürchtung, Merk könne ihm Weihnachten versauen, wurde wahr. Auch das Duell mit seinem langjährigen Rivalen Michael van Gerwen in Runde drei bleibt aus.
„Kommt schon, Leute. Er kann heutzutage nicht einmal mehr eine Tombola gewinnen“, stichelte MvG auf der Pressekonferenz nach seinem hart umkämpften Erstrundensieg gegen den Japaner Mitsuhiko Tatsunami (3:1).
Der Niederländer stellte klar: „Ich würde gerne gegen Peter Wright spielen. Ich hoffe, er hat weiterhin so eine große Klappe wie in den letzten zwei Wochen, denn ich schlage ihn in den Exhibition-Spielen immer wieder.“
Doch stattdessen ist van Gerwen nun gegen Merk gefordert, bei Wright bleibt lediglich die ”großspurige Verkündung" und eine desolate Performance in Erinnerung.