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WM 2022: Head-to-Head vor WM-Finale zwischen Frankreich und Argentinien
Darum wird Frankreich Weltmeister
Führt Superstar Kylian Mbappé Frankreich zur Titelverteidigung, oder gewinnt der bisher „Unvollendete“ - Lionel Messi - seinen ersten WM-Titel und macht sich damit unsterblich? (NEWS: Alles Wichtige zur WM)
SPORT1 wirft vor dem WM-Finale zwischen Frankreich und Argentinien im Head-to-Head einen Blick auf die einzelnen Spieler-Positionen und erklärt, welche Fußball-Nation dabei besser aufgestellt ist und somit das Duell für sich entscheidet.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
- Argentinien: E. Martínez - Molina, Romero, Otamendi, Tagliafico - E. Fernández - de Paul, Mac Allister - Di Maria, Messi, J. Álvarez
- Frankreich: Lloris - Koundé, Varane, Upamecano, T. Hernández - Tchouaméni, Griezmann, Rabiot - Dembélé, Giroud, Mbappé
TOR: Emiliano Martínez (Aston Villa) vs. Hugo Lloris (Tottenham Hotspur)
Der Franzose Hugo Lloris hat den WM-Rekord für Torhüter von Manuel Neuer eingestellt. Der Weltmeister von 2018 bestritt im Halbfinale gegen Marokko sein 19. WM-Spiel und kann beim WM-Finale zur alleinigen Nummer eins werden.
Der 35-Jähriger ist ein sicherer Rückhalt, hat aber in sechs Spielen bereits vier Mal hinter sich greifen müssen. Sein Gegenüber Martínez dagegen blieb drei Mal ohne Gegentor und war im Viertelfinale gegen die Niederlande der gefeierte Elfer-Held.
Eigentlich ist Lloris höher einzuschätzen, doch Martínez hat einen Lauf und ist heiß wie Frittenfett, ließ sich auf der finalen Pressekonferenz sogar zu einer Ansage an Mbappé hinreißen! Daher eine gerechte PUNKTETEILUNG: 1:1
RECHTSVERTEIDIGER: Nahuel Molina (Atlético Madrid) vs. Jules Koundé (FC Barcelona)
Der französische Abwehrspieler hilft hinten rechts aus, weil Weltmeister Benjamin Pavard in einem Formtief steckt. Doch Koundés Stärken kommen auf seiner angestammten Position als Innenverteidiger besser zur Geltung als außen.
Molina dagegen hat sich in die erste Elf der Gauchos gekämpft und beackert dabei die rechte Außenbahn defensiv wie offensiv. Eine Torvorlage hat der Atlético-Star auch verzeichnet und setzt in der Offensive viele Akzente. PUNKT für die Albiceleste - Stand 2:1
INNENVERTEIDIGER: Cristian Romero (Tottenham Hotspur) vs. Raphael Varane (Manchester United)
Der ManUnited-Star spielt eine ordentliche WM, verblasst aber neben seinem stark aufspielenden Nebenmann Dayot Upamecano ein wenig. Nichtsdestotrotz ist Varane ein routinierter und robuster Verteidiger, der nicht so leicht auszuspielen ist.
Am zähen Innenverteidiger der Albiceleste haben sich schon einige Top-Stürmer bei der WM die Zähne ausgebissen. Romero gilt mit 24 Jahren als großes Versprechen für Argentiniens Zukunft im Abwehrzentrum. Sein aktueller Marktwert liegt jetzt schon bei 60 Millionen Euro (Quelle transfermarkt.de) - Tendenz steigend. Daher ein Remis - Stand 3:2
INNENVERTEIDIGER: Nicolás Otamendi (Benfica Lissabon) vs. Dayot Upamecano (Bayern München)
Der 24 Jahre alte Abwehrchef der Münchner und Franzosen ist jetzt schon Bayerns WM-Gewinner. Bis zum Halbfinale hatte er einen festen Platz in Didier Deschamps Startelf und überzeugte vollends. Einzig eine Erkältung könnte Upamecano (noch) stoppen.
Otamendi ist mit 34 Jahren nicht mehr der Schnellste, macht aber mit seiner großen Erfahrung und guten Antizipation dieses Makel weg. Doch gegenüber dem Frankreich-Star klar im Nachteil. PUNKT für den Titelverteidiger - Stand 3:3
LINKSVERTEIDIGER: Nicolás Tagliafico (Olympique Lyon) vs. Theo Hernández (AC Mailand)
Eigentlich war sein Bruder Lucas Hernández für hinten links vorgesehen, doch der Bayern-Star verletzte sich und verpasste die WM. Dafür sprang der „kleinere“ Theo ein, ließ ihn vergessen und kommt in fünf Einsätzen auf ein Tor und zwei Assists. Stark!
Argentiniens Coach Lionel Scaloni hat hinten links noch nicht die perfekte Wahl gefunden. Mal spielte Marcos Acuña, mal Nicolás Tagliafico, der auch im Halbfinale eingesetzt wurde. Die Außenverteidiger sind bis auf Molina auch vorwiegend fürs Verteidigen da. Daher klarer PUNKT für Frankreich - Stand 3:4
DEFENSIVER MITTELFELDSPIELER: Enzo Fernández (Benfica Lissabon) vs. Aurelien Tchouaméni (Real Madrid)
Fernández, anfangs noch als Joker eingesetzt, ist zu einer der WM-Entdeckungen geworden. Nach seinem Traumtor gegen Mexiko war er in der Albiceleste gesetzt, überzeugte uneingeschränkt und hält Messi den Rücken frei. Sogar der FC Liverpool soll wegen ihm bei Benfica anklopfen. Im Gespräch sind wohl mehr als 100 Millionen Euro.
Auf der anderen Seite steht jedoch auch jemand, den die Reds in diesem Sommer haben wollten. Tchouaméni entschied sich jedoch für Madrid, wo er genauso überzeugt wie bei der Éqiupe Tricolore. Bewies mit seinem Distanzkracher zum 1:0 gegen England seine Offensivqualitäten, agiert aber meist als physischer Abräumer, der Bälle erobert und Angriffe einleitet. Seine zwölf abgefangenen Bälle sind die meisten eines Spielers bei dieser WM. Doch auch Fernández spielt groß auf, daher gibt es einen PUNKT für beide! STAND: 4:5 (NEWS: Das heimliche Prunkstück von Les Bleus)
ZENTRALER MITTELFELDSPIELER: Alexis Mac Allister (Brighton & Hove Albion) vs. Adrien Rabiot (Juventus Turin)
Vielleicht war er vor dem Turnier nicht jedem ein Begriff, doch bei der WM 2022 hat sich Mac Allister einen Namen gemacht. Dosenöffner beim entscheidenden Gruppenspiel gegen Polen und bis auf die Saudi-Pleite in jedem Spiel in der Startformation, was er auch durch seine Leistung rechtfertigt - schließlich hat er die zweitbesten Zweikampfwerte des gesamten Turniers.
Sein Gegenüber ist auch unangefochtene Stammkraft bei den Franzosen, fehlte aber im Halbfinale aufgrund einer Erkältung. Ist er im Finale wieder fit, wovon nach aktuellem Stand auszugehen ist, hat er mit seinen Box-to-Box-Qualitäten immer das Potenzial, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. In aller Deutlichkeit tat er das beim WM-Auftakt gegen Australien als er traf und eine Vorlage beisteuerte, zeigt sich aber auch sonst in Top-Form. Trotzdem PUNKT für Argentinien! STAND: 5:5
ZENTRALER MITTELFELDSPIELER: Rodrigo de Paul (Atlético Madrid) vs. Antoine Griezmann (Atletico Madrid)
Getreu dem Motto Effizienz vor Schönheit greift de Paul lieber zur Grätsche als zum Übersteiger. Gemeinsam mit Fernández hält er Messi den Rücken frei, ist zu einer Art Bodyguard geworden. Die gefährlichen Aktionen in der Offensive überlässt er den feineren Füßen, Messi und Co., trotzdem spielt er bei dieser WM die meisten Bälle ins gegnerische Drittel. (NEWS: Im Dienste eines Superstars)
Auf der Gegenseite steht mit Griezmann die Schaltzentrale der Franzosen. Ohne den Spielmacher geht nichts! Er initiiert die Angriffe, orchestriert das Pressing, erobert Bälle selbst und spielt am Ende dann den entscheidenden Pass. So konnte er schon drei Vorlagen verbuchen. Vermutlich der unterschätzteste Spieler der Mannschaft, der hinter Mbappé häufig zu kurz kommt. Seine 21 kreierten Chancen sind bei dieser WM Bestwert und stehen symbolisch für seine neue Spielmacher-Rolle, die er in Perfektion ausführt. Daher gibt es einen PUNKT für Les Bleus. STAND 5:6 (NEWS: Griezmanns neue wahre Stärke)
RECHTSAUSSEN: Lionel Messi (Paris Saint-Germain) vs. Ousmane Dembélé (FC Barcelona)
Zum perfekten Zeitpunkt befindet sich Messi in absoluter Top-Form - sogar angepasst an seine Sphären. Jede gefährliche Aktion läuft über La Pulga. Bei seiner Tor-Vorlage gegen Kroatien dribbelt er in bester Maradona-Manier über den ganzen Platz und lässt Gvardiol ziemlich alt aussehen. In dieser Form wird er für Frankreich ein großes Problem. Seine insgesamt 14 Schüsse aufs sind Tor außerdem Bestwert bei dieser WM, durch seine fünf Tore (drei Elfmeter) hat er im Duell mit Mbappé außerdem beste Chance auf den goldenen Ball. (NEWS: Hat Argentinien bereits Messis Erben?)
Auf den Punkt bringt es Dembélé eigentlich selbst: „Ich könnte es offensiv noch besser machen, mehr Vorlagen liefern, entscheidender sein.“ Neben Frankreichs Star-Ensemble um Mbappé und Griezmann kann man aber auch mal zu kurz kommen. Für das Finale hat er deswegen ein klares Ziel: „Ich will wieder Protagonist sein!“ Der PUNKT geht natürlich an den Fußball-GOAT! STAND 6:6 (NEWS: Die unfassbare Verwandlung eines Skandal-Profis)
MITTELSTÜRMER: Julián Álvarez (Manchester City) vs. Olivier Giroud (AC Mailand)
Der nur 1,70 Meter große Stürmer der Argentinier hat sich mittlerweile einen Stammplatz erkämpft und den einst gesetzten Lautaro Martínez auf die Bank verdrängt. Mittlerweile steht der erst 22-Jährige bei vier WM-Toren, traf gegen Kroatien gar doppelt und holte einen Elfmeter heraus. Sein Solo-Tor gegen Kroatien steht sinnbildlich für den Willen, wegen dem die Albiceleste im Finale steht. (NEWS: „Wer zur Hölle ist Julián Álvarez?“)
Den komplett gegensätzlichen Stürmertypen stellt Giroud auf der Seite der Les Bleus dar. Mit seinen 36 Jahren greift das 1,92 Meter große Kopfball-Ungeheuer auf eine Menge Erfahrung zurück, mit der er seinen Mangel an Geschwindigkeit wieder gutmacht. Der Erfolg gibt ihm Recht, denn auch er steht schon bei vier Turniertoren. Zweimal vier Tore, zweimal pure Qualität, wenn auch in verschiedenen Varianten. Daher eine gerechte PUNKTETEILUNG! STAND 7:7
LINKSAUSSEN: Ángel Di María (Juventus Turin) vs. Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain)
Der Flügelstürmer der Argentinier ist derweil nach seiner Oberschenkelverletzung noch nicht 100 Prozent fit, könnte deswegen auch wie im Halbfinale von der Bank aus beginnen. Zudem könnte Trainer Lionel Scaloni auch einen Systemwechsel (Fünferkette?) vornehmen, oder die Zentrale verstärken und deswegen auf Di Maria verzichten. Im letzten großen Finale war es jedoch Di Marias Treffer, der Argentinien zum Sieg der Copa América 2021 verhilf. Es bleibt abzuwarten, ob Scaloni auf seinen einstigen Finaltorschützen setzt.
Wer auch immer am Sonntag auf dem Feld steht: Am Ausgang des Matchups mit Frankreichs Gallionsfigur würde dies aber ohnehin nichts ändern.
Denn auf der Gegenseite sticht Mbappé selbst aus dem Superstar-Ensemble der Franzosen heraus, er ist ein Albtraum für jeden Verteidiger – Matty Cashs Beine habe der Franzose mit seinem Tempo schlichtweg verbrannt, wie der polnische Verteidiger verriet. Zwar traf er im Halbfinale ausnahmsweise nicht, hatte seine Füße bei beiden Treffern jedoch im Spiel. Im Finale wird er wieder auf Torejagd gehen und die argentinische Abwehrreihe womöglich zur Verzweiflung bringen. Durch seine bislang fünf Turniertore teilt er sich mit Messi den ersten Rang – das Rennen um den goldenen Schuh wird also im Finale entschieden.
Hier gibt es keine Diskussion: Klarer PUNKT für Frankreich! STAND 7:8